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Datum: 8. November 2007
Bericht: Julika Albrecht
Position: 43°24’N, 8°26’W
Etmal: 71sm (insgesamt 1.231sm)
Wetter: Wasser 13,5°C, Luft 15,5°C, Windstärke 2 Bft. (am Abend 5–6 Bft. )
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Heute hier, morgen dort
Am Morgen des 8. November erwachte ich in La Coruña und stellte
fest, dass dieser Tag ein Donnerstag war. Für alle, die jetzt zuhause
vor dem Computer sitzen und sich fragen, was daran so besonders sein
soll, erkläre ich kurz noch einmal die Bedeutung des Donnerstages hier
an Bord der Johann Smidt: Der Donnerstag ist der „Seemannssonntag“, der
den Seemännern früher durch die besonderen Speisen den eigentlichen
Sonntag ersetzte, da die Schiffe wegen der hohen Hafenkosten an
Sonntagen auf See bleiben mussten. Aber zurück zu unserem
„neuzeitlichen“ Seemannssonntag: Neben den alltäglichen selbstgebackenen
(!) Brötchen gab es heute gebratenen Schinken und Spiegelei zum
Frühstück. Braten, Klöße und Rotkohl mit (wie wir früher sagten)
„brauner Soße“ wurden zum Mittagessen serviert. Zum Nachtisch oder – je
nach Geschmack – auch dazu stand Apfelmus bereit.
Einen Haken hatte dieser Tag allerdings für mich und meine Wache (ich
bin – wie immer – übrigens die A–Wache): Ich hatte Backschaft! Wie
bestimmt schon von den anderen erklärt, gehörten Auf– und Abdecken (oder
eben Auf– und Abbacken), Servieren, Abwaschen, Vorbereitung von den
nächsten „Gängen“ und Reinschiff (Putzen in der Seemannssprache) zu
unseren Tagesaufgaben. Trotzdem schaffte ich es zum Glück noch, das
W–Lan von La Coruña „anzuzapfen“ und kurz, trotz der schwachen
Verbindung, ins Internet zu gehen und anschließend einen kleinen
Abstecher in das Innere der Hafenstadt zu machen. Also beeilte ich mich
mit dem Abwasch und machte mich zwischen Frühstück und Mittagessen (man
bedenke, dass es ein Donnerstag war) auf den Weg in die Stadt. Die
wenige Zeit reichte, um uns ein echtes spanisches Eis zu gönnen (Ich
muss leider sagen, dass es unserem Hannoveraner Eis ein wenig Konkurrenz
macht … aber keine Sorge: Hannover hat Heimvorteil!). Als wir dann auf
dem Weg zurück zu unserer „Johnny“ waren, hatte ich das schöne Gefühl,
dass ich nicht nur zurück zum Schiff, sondern auch zurück nach Hause
komme.
Angekommen in der Messe entdeckte ich einen Fremden, der da an einem
unserer Tische saß und das von Bernd gekochte Essen genoss: Es stellte
sich heraus, dass dieser Fremde Nick hieß und Australier war. Kira und
Dylan (zwei unserer Lehrer) hatten ihn im Hafen wegen der an seinem
Schiff angebrachten, australischen Flagge angesprochen und ihn zu einem
Essen eingeladen. Er erzählte von seinem abenteuerlichen Plan, von
Amsterdam über die Karibik nach Australien zu segeln... ALLEINE in einem
7,50m (gefühlte 3 Meter!) kleinen Schiff ohne Radar! Nick zeigte uns
sein „süßes“, aber auf jeden Fall beeindruckendes Schiff und erzählte
von seinen Erlebnissen auf dem Weg nach La Coruña (natürlich ohne der
dem „Johnny–Standart“ entsprechenden Dusche oder Toilette und mit
Gaskocher, der auch schon vier Wochen durch eine Kerze ersetzt werden
musste). Beeindruckt von seiner Reise, und mit einem ganz anderen Blick
auf unsere, liefen wir aus dem Hafen von La Coruña aus und ließen Nick
am Hafenkai zurück. Übrigens: Für alle, die es interessiert. Er hat uns
seine Internetadresse hinterlassen: www.bigoceans.com! Wir
verabschiedeten uns also von Spanien und machten uns auf den Weg nach
Portugal. Heute Spanien, morgen Portugal und übermorgen die ganze (naja
gut, die halbe) Welt! Mit bis zu 11 Knoten und entsprechendem Seegang
näherten wir uns Porto. Am Freitagabend werden wir dort ankommen und die
Stammcrew mit einem Captain`s Dinner verabschieden, aber das ist eine
andere Geschichte.
Eure Julika, HSHS 07/08
P.S.: Ich möchte natürlich auch noch spanisch–portugiesische Grüße in das
herbstlich–nasse Deutschland senden: Ganz liebe Grüße an Mama, Papa,
Kenja und Cori und meine gesamte Familie! Holà an alle meine Freunde,
das Gymnasium Mellendorf (besonders die Klasse 11B), den Meitzer–Klan,
den TCW, den Maschsee Nord und an alle lieben Menschen, die ich sonst
noch vermisse ( Ja, alle, die jetzt mit einem Lächeln vor dem Computer
sitzen, meine ich : ) )!
Summary: The 8th of November
Spain today, Portugal tomorrow. On Thursday morning I woke up in La Coruña, that’s in Spain. I
recognized that this day was a special one, not just because we were in
Spain, today was “Seemannssonntag”! On Sundays the seamen had to stay at
the seas because of the high costs they had to pay at the harbours.
Instead they celebrated the Thursdays with special food. Anyway, today
was “Seemannssonntag” (it could be translated as “seamans sunday”) and I
had “Backschaft” (helping in the kitchen and cleaning the toilets and
showers for one day). Although I had a few duties I could take a walk to
La Coruña city and have some really good Spanish ice–cream. At the
harbour Kira and Dylan (two of our teachers) met a young Australian guy
who sails around the world in a small boat, only 27 feet … lonely,
without having a radar on board! His name was Nick and Kira and Dylan
invited him to have lunch on the “Johnny”. For those who are interested
in his amazing journey, his website is www.bigoceans.com ! We left La
Coruña and Nick behind and set sail to our destination: Porto in
Portugal! We sailed through the rough sea with up to 11 knots (13
m.p.h.), keeping in mind that we just left Spain and that we would
arrive Portugal the next day! On Friday we will have Captain’s Dinner
and we will say good–bye to our old Crew. We are all very excited to
meet the new Captain and his crew!
Julika
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