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Datum: 9. November 2007
Bericht: Julius Raithel
Position: 41°41,1’N, 008° 55,7’W
Etmal: 148sm (insgesamt 1.379sm)
Wetter: Wasser 14°C, Luft 16°C, Windstärke 1 Bft., SE
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Leixões
Wenn man abends darauf wartet, dass seine Nachtwache beginnt, aber
vorher nicht mehr schlafen kann, dann nutzt man die an Bord so kostbare
Zeit, um zum Beispiel seinen Reisebericht zu schreiben.
Gestern Morgen begann mein Tag mit Wache gehen... wie das an Bord so
üblich ist. Von 5 bis 8 Uhr steuern, Ausguck gehen,
navigieren...und damit die Sicherheit aller an Bord gewährleisten. Das
6–8 Stunden am Tag zu verantworten macht auf Dauer schon müde. Wenn mal
etwas Außergewöhnliches passiert, ermuntert das zwischendurch. Plötzlich
rennt Lono vom Ausguck zu uns nach Achtern und zeigt auf zwei große,
weiß–gräuliche Flecken im Wasser: Mondfische! Das sind Plattfische, die
normalerweise in der Tiefsee leben. Die vor der spanischen Küste an der
Oberfläche anzutreffen muss äußerst selten sein. Nach der Aufregung gab
es erst einmal ein stärkendes Frühstück. Um nicht gleich den ganzen
Vormittag zu vergeuden, habe ich mich noch ein letztes mal an mein
Referat „Physik des Segelns“, das ich am nächsten Tag spätestens abgeben
sollte, gesetzt und ihm den „letzten Schliff“ verpasst. Bis zum
Mittagessen habe ich dann noch den Schlaf nachgeholt, der mir von der
Morgenwache fehlte.
Falko, unser Bootsmann, sprach Olaf, Johannes K. und mich darauf an,
dass er uns nach dem Essen noch einige Dinge zur Seemannschaft unserer
„Jonny“ zeigen wollte, die wir wissen sollten, wenn er in Portugal von
Bord geht. Er zeigte uns Dreien, was für alle Fälle praktischerweise wo
liegt, wie man die Ankerwinde bedient und wie man einen Stagreiter ( das
ist die Befestigung eines Segels an einem Draht ) annäht. Auch in die
Bedienung des Ladebaumes für Lasten und den Dinghi wurden wir
eingewiesen. Mittlerweile hielten wir schon Kurs auf Leixões, wo unser
Kapitän Heiner das Schiff zu um 17 Uhr angemeldet hatte. Der Stamm wird
in Leixões, dem Hafen der portugisischen Stadt Porto, teilweise
wechseln. Das heißt für uns, dass wir einen anderen Kapitän, teilweise
neue Steuerleute und anstatt eines Bootsmanns einen Arzt an Bord nehmen.
Aufgrund dieses Crewwechsels sollte abends das traditionelle „Captain's
Dinner“ zur Verabschiedung des Kapitäns stattfinden. Doch vorher mussten
erst einmal die Segel unter einem wunderbaren Sonnenuntergangshimmel
bergen und den Lotsen an Bord nehmen, der uns sicher zu unserem
Liegeplatz vor einer modernen Hubbrücke über den Hafen brachte. Nach dem
Anlegen Klarschiff machen und noch schnell ein bisschen fein machen,
dann konnten wir uns gemeinsam in die Messe setzten. Dort servierte uns
die B–Wache, die Backschaft hatte, ein nobles Drei–Gänge–Menü, das unser
Meisterkoch Bernd aus der kleinen Kombüse gezaubert hat. Als Vorspeise
gab es eine ukrainische Soljanka. Ein Rindersteak auf Reis mit
Zucchini und Spargel wurde als Hauptgang serviert. Zum Nachtisch hat die
Backschaft Zitronen– und Schokoladeneis auf heißen Kirschen
selbstgemacht. Nachdem wir noch eine kleine Umgebungserkundung gemacht hatten, bauten
einige den Beamer auf der Kaimauer auf und zogen die Fock als Leinwand
hoch, damit wir alle den Surferfilm „Blue Crush“ unter Wolldecken als
Abschluss des anstrengenden, aber schönen Tages genießen konnten.
Julius Raithel, HSHS 07/08
P.S.: Viele gaaanz liebe Grüße an Almuth, Luise, Ahlke, Hermann,
Lena, Lisa, Silke, Bernd, alle, die mir dieses Abenteuer ermöglicht
haben, meine Freunde, die Klasse 11a des Johann–Rist–Gymnasium Wedel,
und alle Segler, den SVWS mit seiner Piratengruppe; auf Matthias, Felix,
Arne, Andreas, Ingo, Kirstin, Nanne, Maureen und Kalle ein dreifaches
Hacke–Beil!
Summary: The 9th of November
Friday morning was no special morning for me. Watch from five to eight,
steering, navigation and lookout for the safety of everyone. Like every
time. But this day Lono discovered something extraordinary: Two grey,
flat moonfish were swimming on the water, normally they live in the deep
sea. After this rare meeting we first ate breakfast, then I finished my
presentation „Physics of Sailing“. Up to noon I had to catch up a lot of
sleep from last night. Falko, our boatswain, wanted to show Olaf, Johannes K. and me where some
things are located on board and how they work, like the anchor winch and
the crane to splash down the dinghi. About 17:00 we put in in Leixões,
the harbourcity of Porto in Portugal against a fantastic sunset sky. We
took in the sails and boarded the pilot who showed us our berth. At this
harbour some crewmembers changed: the captain, three helmsmen and the
boatswain were exchange for a new captain, two helmsmen and a doctor.
In the evening we all said goodbye to the last captain with the
traditional „captain's dinner“. Our master cook prepared a
great meal. For starters he made an ukrainian „Soljanka“.
The main course was beef with asparagus and zucchini. For dessert he
created selfmade lemon and chocolate ice with hot cherries. After that
delicous dinner we watched the surferfilm „Blue Crush“ with
some people on a sail with the beamer to give the day a nice end.
Julius
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