Archiv für die Kategorie ‘Karibik’

Destination Havanna

Montag, 22. Februar 2010

Tag: 22. Februar 2010
Position: La Habana/Cuba
Wetter: morgens recht windig, zum Abend hin ruhiger
Etmal: 116sm
geschrieben von: Wim A. Fleischmann

Klatsch, und schon war ich wach. Der Seegang ließ mich durch eine besonders heftige Woge wecken, die mir netterweise Kenos (zum Glück leere) Kameratasche auf die Beine schleuderte. Die Welle kam auf jeden Fall pünktlich: ich war dabei zu verschlafen. Ich stand auf und ging zum Essen, aber merkte schon, dass mir etwas mulmig zumute war, aber anderes als die “Seekrankheit-Mulmigkeit“. Es hat sich herausgestellt, dass ich einen kleinen Infekt hatte, der sich jetzt, am nächsten Tag schon wieder beseitigt hat. Er bescherte mir nur einige ungünstige Stunden auf der Toilette. Infolgedessen besuchte ich zwar nicht den Unterricht, war aber abends während unser Wache und dem Anlegen mit dazugehörigen Manöver dabei. Zuerst bargen wir die Segel. Das lief, wie meistens, super ab. Dies taten wir schon vor der Kulisse Havannas. Es war schon dunkel, also haben wir vor allem die Lichter der Stadt gesehen. Von See hat man den besten Winkel, sich Hochhäuser anzuschauen: von dort wirken sie noch größer. Kaum kamen wir in die Nähe Kubas, begann es zu stinken…das Wasser wurde schmutzig und strotzte vor Müll. Aber irgendwie gehört das wahrscheinlich zu Kuba.

Unser Weg in den Hafen führte an einer übergroßen Statue vorbei, die auf einem Festungshügel stand. Die Häuser in unserer nächsten Nähe wirken typisch kubanisch: alte, abblätternde Farbe, Häuser, die dabei sind zu verfallen, typisch kubanisch eben. Das allein, und das Wissen, dass wir in Kuba sind, sorgte schon für eine Grundstimmung, die man nur als gespannt positiv bezeichnen konnte. Dann kamen die Offiziellen an Bord; sie saßen im Teegarten und wurden von uns in allen Regeln der Kunst verwöhnt: Käsehäppchen, Oliven, Becks-Bier, Cola und hübsche Bedienungen. Obwohl wir nichts zu verbergen hatten. Wir haben sogar ein kleines Großreinschiff vor dem Einlaufen gestartet. Wir haben sogar unter den Matratzen gewischt – was normalerweise nicht dazu gehört. Nach bestimmt drei Stunden und Antreten in der Messe zur Gesichtskontrolle, verabschiedeten sie sich wieder, aber nicht bevor sie vorher noch einmal durch das Schiff gegangen sind. Wir waren also sozusagen durch die Pass- & Zollkontrolle gegangen. Kuba hat uns keinen weiteren Stempel im Pass eingebracht. Es gab einen losen Zettel, der am Ende wieder raus genommen wird. Es gäbe bei einem Stempel wohl Probleme bei der Einreise nach Nordamerika. Aber genau weiß ich das leider nicht mehr.

Und schon war wieder der Tag vorbei, nachdem ich noch schnell Physik für heute gelernt habe. Mal sehen was heute noch alles passieren wird, wir werden Kuba genießen! Ich grüße meinen neugeborenen Neffen (du hast auch von HSHS schon viele Gratulanten zu Deinem Geburtstag), seine Mutter, meine Eltern & Verwandte und meine Freunde.
Euer Wim

Logbuch der “Johann Smidt” (16)

Montag, 22. Februar 2010

Tag: 22. Februar 2010
Position: neun Meilen vor Havanna/Kuba; 23°10,9’N, 082°30,5’W
Etmal: -
Wetter: -
geschrieben von: Klaus Schade, Steffi Jung

Liebe Eltern, liebes Lesepublikum, Klaus und ich stehen in der Brücke und können bereits die Silhouette von Havanna sehen. In wenigen Stunden werden wir anlegen und Kuba entdecken. Ein paar aufregende und wunderschöne Segeltage liegen hinter uns. Nachdem wir Cozumel verlassen haben, sind wir bei zeitweise sehr frischen Winden den Yukatan-Kanal nordwärts in  die Florida-Strasse gesegelt. Gestern haben die Schüler das Kommando des Schiffes für 24 Stunden übernommen und gezeigt, dass sie mit dem Segler umgehen können. Navigation, Segelwechsel, Organisation des Bordbetriebs haben unter der Führung von Sams als Kapitän und Annika als Projektleiterin hervorragend geklappt.
Steffi Jung und Klaus Schade

Schweren Herzens werden die Stammcrewmitglieder dieses Reiseabschnittes (Panama - Kuba) das Schiff verlassen. Wir wünschen der Johann Smidt und seiner Crew Mast- und Schotbruch für den letzten Reiseabschnitt. Wir haben tolle Schüler mit super Projektleiterin und Betreuerteam kennen gelernt.
Klaus Schade