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Die Eulen und die Spatzen

Montag, 19. April 2010

Tag: 19. April 2010
Position: 280 nm westlich vom Kap Finesterre
Wetter: bc
Etmal: 152 nm, genug, um rechtzeitig in HH anzukommen
geschrieben von: Martti Klockemann

In einem großen, alten Bauernhaus, weit abgelegen in einem Wald, lebten auf dem Dachboden einige Eulen. Sie gingen hier ein und aus, hatten den Raum nach ihren Bedürfnissen eingerichtet und kamen meist, weil sie neben ihrem normalen Alltagstrott und ihrer Arbeit einmal ihrem Hobby nachgehen wollten: Der Jagd. Nun trug es sich zu, dass sich eines Tages ein Schwarm junger Spatzen in dem Raum niederließ. Anfangs nutzten die Spatzen diesen Unterschlupf aus, bekamen sie hier doch zu essen und hatten es warm. Bald jedoch lernten auch die Eulen die Anwesenheit der Spatzen zu schätzen, sorgten diese doch für Sauberkeit und viel Lebensfreude in der gemeinsamen Behausung. Abends wurden zusammen Spiele gespielt, geredet und gelacht, und weil zwei völlig unterschiedliche Gruppen von Vögeln aufeinander trafen, gab es viele lustige Situationen. So entstand ein fröhlicher Haushalt, auch wenn es manchmal etwas eng wurde, die Spatzen waren schließlich nicht wenige. Und weil der  Winter draußen unberechenbar, kalt und gefährlich war, gab es auch nur selten Möglichkeiten für die Spatzen, einmal auszufliegen.

Probleme gab es meistens dann, wenn einmal wieder neue Eulen in dem Dachboden eingezogen waren. Natürlich hatte sich unter diesen die Nachricht vom Spatzenschwarm herumgesprochen, doch jede Eule schien ein wenig anders damit umzugehen: Während sich einige schlicht freuten, dass ihnen gewisse Arbeiten abgenommen wurden und das Zusammenleben mit diesen genossen, taten sich andere schwer, den ihnen so vertrauten Tagesablauf zu ändern. Doch nach und nach übernahmen die Spatzen immer mehr Aufgaben, die einstmals die Eulen erledigt hatten, wurden von diesen sogar in die Kunst des Jagens eingewiesen.

Irgendwann war es dann soweit: Die Eulen traten an die Spatzen heran und baten diese, den Haushalt komplett zu übernehmen. Hierüber freuten sich die Spatzen sehr, wurde ihnen doch ein großes Vertrauen entgegengebracht. So ernannten sie schnell einige Jagd - sowie Hausspatzen, die dafür verantwortlich waren, dass alles reibungslos funktionierte. Fleißig wurden Pläne erstellt, viel versprechende Jagdgebiete herausgesucht und auch erste Beute gemacht, alles unter den wachsamen Augen der Eulen. Doch nach nur 8 Stunden brach ein heftiger Sturm los, sodass die Spatzen mit ihren leichten Körpern und zarten Flügeln keine Chance hatten, die Nahrungszufuhr sicherzustellen. Die erfahreneren und schwereren Eulen mussten eingreifen, und mit der Mithilfe aller wurde auch diese schwierige Zeit gut überstanden.

Einige Monate später, neue Eulen waren auf den Dachboden gekommen, entschied man sich ein zweites Mal zu einem solchen Projekt. Die Bedingungen waren besser, das Wetter gut und die Spatzen hatten in der Zwischenzeit mehr Jagderfahrungen gesammelt. Diese Eulen waren jedoch oftmals sehr besorgt und wenn die Spatzen zur Jagd ausflogen, flog meistens eine Eule mit, die entsprechende Anweisungen gab. Hierüber waren die Spatzen ein wenig enttäuscht, hatten sie sich doch erhofft, selbstständig entscheiden zu können, wo und mit welchen Mitteln gejagt wird. So entschieden sie sich, dass sie gerne weiter den Haushalt führen wollten, zogen jedoch ihre erneut gewählten Jagdspatzen von ihren Positionen zurück, da diese keine bedeutenden neuen Aufgaben hatten und so auch ein neuer Titel nicht nötig wäre. Die Arbeit im Haushalt und bei der Jagd ging weiter wie bisher, und weil gute Wetterverhältnisse herrschen, bleibt die ein oder andere Eule ja vielleicht beim nächsten Jagdausflug zu Hause.«
Martti

grüßt Opa
der dieses liest
an seinem neuen PC
schön :)

Ein Abschlusselfchen :)

Diversitätsparallelen

Dienstag, 23. März 2010

Datum: 23. März 2010
Position: 33°14,1′N, 062°43,7′W
Etmal: 127 sm
Wetter: grobe See, Wind SE, 7 Bft.
geschrieben von: Keno Stocks und Martti Klockemann

Die Kanalspezifische Diversitätsparallele am Beispiel des Feldeffekttransistors

Alles fängt von vorne an,
damit mans vorwärts lesen kann.
Liest man von hinten ins Papier,
gewinnt man eine Gartentür.

Unsinn, wie’s oben ist zu lesen
war früher schon zu oft gewesen.
Drum kündigt hier ein scharfer Ton,
Den Eintritt der Reformation:
Wie auch die Überschrift schon sagt,
Niveau ist bei uns jetzt gefragt.
Niveau, zum Beispiel durch Kritik,
an unsrer Aussenpolitik,
sehr gern auch an der deutschen Bahn,
an Gentechnik und Weisheitszahn.

Lieber Leser, sei bereit,
denn endlich ist es an der Zeit,
denn nach der eins und nach der zwei,
folgt nun stilvoll Nummer drei!

Szene 1:

Anni hat sich gerade eine Ecke vom Tobleronehaus abgebrochen, und beginnt sie zu verzehren, Henrik ahnt schlimmes und klettert auf einen Baum, ohne die Uhle, die über ihm sitzt zu bemerken. Von irgendwoher ertönt ein tiefes Grummeln.

Henrik: Schwester, komm herauf zu mir,
hörst du nicht das wilde Tier,
das aus weiter Ferne dir,
brüllt vor lauter Rachegier?

Du aßt von seines Hauses Mauer
drum ist es dir nun sicher sauer.
Mach schnell und komm zu mir nach oben,
kannst dich doch nicht im Kampf erproben!

Anni: Ich soll deinen Worten trauen?
Welch Tier könnt’ solch ein Häuslein bauen?
Sei endlich still und spinn nicht rum,
du bist paranoid und dumm!

Henrik: Ich fleh dich an, so glaube mir,
es gibt ein solches Ungetier
“Es lebt im Wald in Krims und Krams…

Anni: …und nennt sich wie ich’s hörte Sams”

Jaja, ich kenn die alte Mär,
doch sie zu glauben fällt mir schwer.

[Ein halbnacktes, haariges Wesen stürmt, nur mit Lendenschurz bekleidet, laut brüllend auf die Lichtung, geradewegs auf Anni zu. Im selben Moment springt Jannik Löwenherz auf seinem Gaul hinter einem Baum hervor und bringt die Kreatur zu Fall, wobei er jedoch selbst vom Ross stürzt.]

Löwenherz: Mein Zweifel ist nun überwunden,
da ich dein Versteck gefunden,
Was ich hörte ist nicht wahr,
Du birgst immer noch Gefahr!

Anni: Oh mein Ott, was ist das nur,
Wie heisst die schrecklich’ Kreatur?

Henrik: Der Körper ganz bedeckt mit Schweiß,
es ist.. es ist..

Die Uhle: DAS SAMS!

Henrik [resigniert]: Ich weiß.
Danke trotzdem.

Das Wesen: Ihr seid wohl alle gar nicht helle,
ich bin Guido Westerwelle!

[ Anm. d. Autoren:

Wer achtsam liest hat nun bemerkt,
Wie in der Strophe jetzt verstärkt
geachtet wird auf die Kritik,
an unsrer Aussenpolitik.
Und nun klingt es Ah! und Oh!
Das klappt ja gut mit dem Niveau. ]

Alle [verdutzt]: Guido Westerwelle!?

Das Wesen: Eure Leben sind verloren,
seit ich eines Tags geboren,
hab ich mich eurem Tod verschworen,
ihr hinterhältigen Autoren!

Die große Herrin gab Befehl,
Das ich euch eure Seelen stehl.

War sie einst noch klein und milde,
Heute ist sie eine wilde,
riesengroße MEGA-HILDE!

[ Anm. d. Autoren: Bemerkt sei hier auch die Kritik, an fortgeschrittner Gentechnik. ]

Anni [mit Wtf-Gesichtsausdruck]: WAS?

Löwenherz: Hör mal zu du dummer Wicht,
Autoren sind wir wahrlich nicht!

Und Ché aus weiter Ferne schrie: Ihr seid nur Sklaven der Regie!

[Guidos revolutionäre Energien werden freigesetzt und er springt, seinen roten Lendenschurz in der Luft schwingend, Löwenherz an.]

Guido: Für Freiheit und Sozialismus!

Löwenherz [zu Boden stürzend]: AAAAAAAH!

Sekunde.
Du Vollidiot.
Du bis Mitglied der FDP.

Auf Plakaten vor der Wahl
verkaufst du dich als liberal!

[Guido ignoriert Janniks Kommentar und schlägt im Blutrausch auf ihn ein. In der Ferne erklingen Bootsmannspfeifen und ein angsteinflößender Kampfruf schallt über das Schlachtfeld. Auf einmal erscheint das Sams auf der Lichtung. ]

Sams: Hallo. Trullala!
Ich bin da!
Rettung sofort,
äh, am Ort.

Henrik [leise zu Annika]: Auch wenn es wohl im Kampf besticht,
Reimen kann es sicher NICHT.
Und doch musst du dir eingestehen
Ich hatte es vorausgesehen.
[grinst gewinnend]

Anni: Errare humanum est.

Henrik: Wat?
Achso.
Jaja, sag ich auch immer.
Der Würfel ist gefallen.

[Das Sams packt Guido, und schleudert ihn zur Seite. Guido schleppt sich geschlagen hinter die Bühne]

Löwenherz: Habt Dank, ihr ehrenwertes Wesen,
darüber wird man später lesen.
Ihr schlugt den Guido in die Flucht,
und halfet dem der Hülfe sucht.

Sams: Da nicht für.
Gern geschehen.
Da ist meine Tür.
ich hab sie gesehen.

Löwenherz: Jaaaa…
Äh, also nochmals vielen Dank, machs gut!

Sams: Zum Abschied sag ich leise
Scheise.

[Das Sams verschwindet in seinem Haus.]

Anni: Mein Lieber, diese Toblerone,
ist wahrhaftig gar nicht ohne
Mein Weisheitszahn schmerzt wie noch nie,
Auf dass ihn bald der Fachmann zieh.

Szene2:

[Anni, Henrik und Löwenherz machen sich auf dem Weg zum Bahnhof. Henrik erschrickt, als es einen spitzen Aufschrei aus dem Gebüsch hört.]

Henrik: Ah!
Was war das??

[Anm. d. Autoren: Ähm. Es war die Inspiration, die sich freut, weil sie ihren Autoschlüssel gefunden hat und sich jetzt auf den Weg macht, um Flötenunterricht zu nehmen. Zum Verständnis dieses Sachverhalts wird vorausgesetzt, das Akt 1 und 2 dieses Dramas aufmerksam gelesen wurden. ]

Szene 3:

Backstage, die Autoren freuen sich über den Abschluss des Dramas und stoßen gerade mit einer Mug Kujambel an.

Keno: Martti

Martti: Ja?

Keno: Wir haben grad gehörig Scheisse gebaut.

Martti: Warum?

Keno: Haben wir nicht vorhin geschrieben, dass Hilde sich an uns rächen möchte und Guido schickte, uns zu töten?

Martti: Ja und?

Keno: Und haben wir danach nicht irgendwas geschrieben, dass so ähnlich klang wie “Guido schleppt sich geschlagen HINTER DIE BÜHNE?”

Martti: Ach du Scheisse. Schreib um.
Schreib UM!
SCHREIB UM SCHNELL!

Keno: GEHT NICHT! KEINE INSPIRATION!

Martti: WAS?

Keno: FLÖTENUNTERRICHT!

[In der Ferne ertönt ein blutgieriges Grummeln. Das Licht geht aus, Vorhänge schließen sich. ]

Annika möchte noch betonen, dass sie eigentlich gar keine Toblerone mag, weil wir das zu spät erfahren haben und zu faul waren alles nochmal umzuschreiben,  bleibt es nun so wie es ist. Schöne Grüße an Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel
Martti und Keno.



[rütnetraG renie renniweG ehcilkcülg red dnis eiS ,hcsnuwkcülG nehcilzreH]