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Eine Lammhaxe

Samstag, 24. April 2010

Tag: 24. April 2010
Position: Ärmelkanal
Etmal: 128sm
Wetter: kalt und bewölkt
geschrieben von: Phillip Frey (Sams)

Hallo Ihr Zurückgebliebenen, noch 7 Tage, dann sind wir wieder daheim … ok, das war jetzt der Standardinhalt der letzten Tagesberichte. Gähn. Langweilig. Probieren wir es anders. Heute hatte ich Backschaft und ich habe Linsensuppe à la Papa gemacht und beim Großreinschiff den supermegaheftig verdreckten und verkrusteten Backofen mit ‘nem sauagressiven, mexikanischen Reinigungsspray gereinigt und mit dem Spray hats echt super geklappt… Jo nicht sehr viel besser, denn das war jetzt der Standardinhalt fast aller anderen Tagesberichte. Immer noch langweilig. Wir brauchen etwas Prickelndes

Etwas Blondes,
Etwas Interessantes,
Etwas Elegantes,
Etwas Rustikales.

Eine Lammhaxe, aber woher soll man jetzt mitten im Ärmelkanal eine Lammhaxe her bekommen? Die kann man sich doch nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Ok, ich schweife etwas ab. Minimal, aber was soll man über etwas verdammt Außergewöhnliches, das durch die Routine eines halben Jahres zu etwas vollkommen Normalem und Alltäglichem wurde, schreiben. Sogar so alltäglich, dass man viele Besonderheiten eines Tages übersieht oder, für die meisten, mit  Nebensächlichkeiten überspielt. Z.B. dass meine Zwiebel jetzt fünf Triebe hat und dass sich die Palme langsam von der Kälte des Nordatlantiks erholt. Unsere Prioritäten sind vollkommen durcheinander geworfen. Viel Spass, wenn wir wieder da sind. Irgendwie ist aber die Stimmung wie immer. Nur ein bisschen Aufbruchstimmung oder ähnliches. Nur die megavielen Extraaufgaben nerven, aber das ist ein anderes Ding. Nach dem Motto: das Beste kommt zum Schluss, wie z.b. ein heißer Kakao nach einer Nachtwache oder ein Stück Käse vorm Schlafengehen, nur dass diese Dinge eher angenehm sind, nicht wie ein 4 Stunden “Auf-knien-den-messeboden-schrubben-bis-der-dreck-weg-ist”-Marathon in der Zeit, wo man eigentlich hätte schlafen können. Ok, so was freut die Masochisten unter uns, und wenn man das Resultat seiner geschundenen Finger sieht, freut es einen auch am Ende. Is so was ne Schei…arbeit, genauso wie Backofensaubermachen, wobei beim letzteren kann man sich weniger freuen, da er nach der ersten Benutzung wieder deckig ist. Aber für solche frustrationsreichen Momente gibt es immerhin noch Schokolade und lustige Filme.

Jetzt wollte ich mal was vollkommen anderes schreiben, hab den Faden verloren und bin teilweise wieder in den alten Schreibstil zurückgefallen. Mist. Irgendwie gar nicht mal so leicht, wie gedacht, und so richtig was rübergekommen ist auch nicht. Und auf der Hälfte des Berichtes ist meine Umschalttaste kaput gegangen, was die Groß- und Kleinschreibung hoffentlich erklärt. (Der Admin hat’s grummelnd hoffentlich überwiegend gerichtet) So und jetzt habe ich echt keine Idee mehr, was ich schreiben soll und mach veddich,
haut rein und bis bald,
Sams

Ein schöner Tag

Sonntag, 11. April 2010

Tag: 11. April 2010
Position: Horta, Faial
Etmal: 0
Wetter: kalt und nass
geschrieben von: Philipp Frey

Heute ist ein schöner Tag! Mit vielen tollen Geschehnissen! Heute kam der neue Stamm an. Es fing wie immer an mit dem Frühstück und einem fetten Batzen Ansagen und danach hat der Rat der Unwichtigen getagt (Schülerorganisatoren), woraufhin eine Schülerversammlung einberufen wurde mit dem Motto, wie gut alles klappt und was wir ändern müssen. Nach dieser äußerst erfreulichen Schülerversammlung gab es bis zum Mittagessen Landgang, wo keiner von uns Geld ausgegeben hat, da solches hier an Bord keiner mehr was hat; zum Mittagessen gab es zähes Fleisch mit Salat und Kartoffeln und nach dem Essen haben wir alle Segel gesetzt und alle Reffs eingebunden, was unsere Wachführer durchaus wundervoll organisiert haben. Beim Abendessen, welches darauf folgte, hat Heiner Post verteilt und Solli hat das Gedicht zu der Sanddornmarmelade von meiner Mutter vorgelesen und gleich gibt es noch ein bisschen Landgang. Das war’s mal wieder von mir nach zwei Runden Tagesbericht aussetzen (Fehler im System). Diesmal wie immer Grütze für Freunde, Familie und Lietz
Sams/Philipp

P.S.: Hier das Gedicht:

Auf der Überquerung des Atlantiks habt ihr gefroren
und jetzt seid ihr endlich auf den Azoren

Bald seid Ihr zurück auf Spiekeroog
und freut euch auf Bombenhühnchen, Hering und Grog

Nach längerer Ernährung mit Reis, Mango, Huhn und Bohnen
habt Ihr- warscheinlich um den Magen zu schonen-
erwogen, Kokos und Tortillas aus Maiskorn
auszutauschen gegen Marmelade aus Sanddorn

Zum Einstimmen auf gutes friesisches Essen
-Ihr solltet aber die Bayern und anderen nicht vergessen-
Schick ich Euch - quasi als Overtüre
die ersehnte Sanddornkonfitüre

Lasst aber auch die anderen die Köstlichkeit probieren,
damit sie aufhören auf Euer Sanddornbrot zu stieren.

Ihr müsst das verstehen, Sanddorn ist im Süden unbekannt
und auch Meeresfisch werden in deren Küche selten verwandt
die Festländer, besonders die die da leben südlich vom Main,
kennen Knödel, Bäuscherl, Braten vom Schwein
dem zum Fressen am liebsten gern gehabten Tier,
zusätzlich essen sie Wurst, Schnitzel und Bier.

Ihr sollt die letzte Etappe der Reise genießen
und wir freuen uns, Euch bald wieder in die Arme zu schließen
Wenn wir die Johnny auf der Elbe sehen
werden wir vor Freude in die Höhe gehen.
Das Haus war im letzten halben Jahr so ordentlich und ruhig und leer,
dies schnellstens zu ändern, fällt euch sicherlich nicht schwer.

P.P.S.: Mudder, danke für die Sanddornmarmelade - die meisten haben sich gefreut.
P.P.P.S.: Und danke fürs Gedicht.
P.P.P.P.S.: Und ja Mudder, mir fällt es nicht schwer, zu Hause in Kürze Chaos und Unordnung herrschen zu lassen.
P.P.P.P.P.S.: Und wahrscheinlich muss ich dafür nicht besonders viel tun.
P.P.P.P.P.P.S.: Zumindest in bestimmten Abschnitten