Leiterbericht No. 18
Freitag, 04. Februar 2011Datum: 4. Februar 2011
Position: Colon (Shelterbay), Panama
Wetter: 28°C, sonnig, bester Segelwind
geschrieben von: Jan Guckes
Wir sind wieder zurück in der Zivilisation. Vier Tage lang durchstreiften wir den Primärregenwald auf der Halbinsel Osa. Zum Glück machte dieser seinem Namen keine Ehre, so dass wir mehr oder weniger trocken blieben. Dennoch forderte das Durchqueren von kleinen und größeren Flüssen ab und zu seinen Tribut und bescherte einigen Schülern nasse Füße. Nichts desto trotz oder gerade wegen dieser abenteuerlichen Erfahrungen, konnten wir den Aufenthalt sehr genießen. Leider blieb es mir verwehrt, den Wald mit der Schülergruppe zu durchwandern, da ich während der ersten Wanderstrecke das Gepäck (Zelte, Schlafsäcke, Isomatten und Proviant) mit einem Boot zur Rangerstation „La Sirena“ brachte. Am zweiten Wandertag fuhr ich mit drei kränkelnden Schülern wieder mit dem Boot zurück nach Porto Jimenez, wo wir die restliche Gruppe wiedertrafen. Begleitet von starken Gerüchen, die sich aus einer Mischung aus Wanderschuhen, benutzten Socken, verschlammten Wanderhosen und verschwitzen T-Shirts zusammensetzten, machten wir uns auf den Weg zurück nach David in Panama. Dort angekommen konnten wir uns von den Anstrengungen der letzten Tage erholen und die Wäsche von ihren Gerüchen erfolgreich befreien.
Der letzte Weg zum Schiff führte uns über Panama-City, wo wir mit großer Freude unsere Steuerfrau Antje begrüßen konnten, nach Colon (Shelterbay). Dort wollten wir eigentlich am heutigen Tag auslaufen. Doch leider kann das Bunkerboot wegen eines Maschinenschadens nicht zu uns kommen und uns Bunker (Diesel) bringen, den wir für die Weiterfahrt unbedingt benötigen. Somit sind wir zum Warten verdammt und hoffen, morgen gen Norden segeln zu können. Da wir uns mit der Situation sowieso abfinden müssen, können wir nun in Ruhe neuen Proviant kaufen und verstauen. Aber auch das Einräumen der Kammern, Baden im hafeneigenen Pool oder gemeinsam mit der neuen Crew im Seegarten zu sitzen und sich gegenseitig kennenzulernen, braucht seine Zeit. An dieser Stelle muss ich die Schüler mal loben, denn die Zeit an Land verlief so gut, dass man es sich kaum besser wünschen könnte. Auch die Zusammenarbeit beim Verstauen der Lebensmittel ist vorbildlich. Während die einen auf dem Achterdeck Mehl, Milch und Konserven ihren Mitschülern in die Proviantlast reichen, werden am Bug mittels einer viel trainierten Menschenkette die Getränke verladen. Zeitgleich räumt die Backschaft die Kombüse ein und in der Messe schneiden mehrere Schüler Karotten und Paprika in kleine Stückchen, damit sie noch heute tiefgefroren werden können. Somit ist das Schiff in relativ kurzer Zeit verladen und alle sind glücklich.
Liebe Grüße an alle und für Conny aus Longo Mai/Ravensburg alles Gute zum heutigen Geburtstag. Besten Dank auch noch an Alines Vater, der freundlicher Weise unsere Bilder CD für die Internetgalerie mit nach Deutschland nahm.
Jan Guckes
