Archiv für die Kategorie ‘Atlantiküberquerung’

“Land in Sicht!!!”

Dienstag, 21. Dezember 2010

Datum: 21. Dezember 2010
Position: 13°00′N, 059°37′W, Bridgetown Barbados
Etmal: 78,5 sm
Wetter: bewölkt und regnerisch,
geschrieben von: Anika Sprakel

Wow! Endlich haben wir es geschafft! Wir sind nach ganzen vier Wochen auf dem Atlantik endlich angekommen! Der Tag begann für viele schon um 3:40 Uhr mit einer wunderbaren Mondfinsternis. Der Mond schien in Orangetönen am Sternenhimmel. Allerdings wurde die Idylle nach ca. zehn Minuten durch eine Halse beendet. Danach gingen alle außer der A- und B-Wache in die Kojen. Diese mussten noch aufklaren. Schnell wurde die B-Wache abgelöst und die Übrigen konnten schlafen gehen. Während der Wache passierte nichts allzu besonderes. Wir beobachteten weiterhin den Mond und vergaßen vor Begeisterung, das Brot in den Ofen zu schieben. Das fanden die anderen allerdings nicht so unglaublich toll, wie man sich vorstellen kann. Pünktlich zum Wachende rief unser Steuermann, Robert: “Land in Sicht!!”. Sofort waren alle oben und bestaunten die Umrisse von Barbados. Wir waren in der Karibik angekommen. Aufgrund dieser Tatsache fiel für alle der Unterricht aus, unter der Bedingung, dass unsere Kammern, bis wir im Hafen sind, blitzblank aufgeräumt sind. Da wir das Spiel ja bereits kennen, wussten wir, dass das eine Bedingung dafür ist, dass wir an Land dürfen.

Warum sagen eigentlich alle immer, dass in der Karibik so gutes Wetter ist und immer die Sonne scheint? Uns wurde nämlich sofort das Gegenteil bewiesen. Kaum wurde Barbados immer größer, begann es, wie aus Eimern zu regnen. Vor lauter Regen konnten wir die Insel nicht mehr sehen und der Wind drehte komplett.  Es regnete sogar so stark, dass Fine, Emma und ich eine Süßwasserdusche im Regen nehmen konnten. Zum Mittagessen gingen alle wieder runter. Aber nachdem jeder zwei Portionen Lasagne hatte und Jan uns eine Einweisung in das Verhalten an Land in Mittelamerika gegeben hatte, mussten wir wieder an Deck, um Segel zu bergen. Schon waren die meisten wieder klitschnass. Anscheinend wollte das Wetter allerdings doch, dass wir gut und einigermaßen trocken wieder an Land kommen. Pünktlich zum Anlegemanöver ging der Regen wieder in Nieseln über und wir konnten weitgehend trockenen, festen Boden unter den Füßen haben. Schnell stellten wir fest, dass es eine sehr touristische Insel ist, da schon einige Kreuzfahrtschiffe im Hafen waren, wie auch die große Privatjacht “Eclipse”. Obwohl noch nicht geklärt war, ob alles mit den Hafenbehörden gut geht, durften wir uns vor dem Schiff aufhalten. Komischerweise waren alle ganz wild darauf, den Müll wegzubringen, weil die, die ihn wegbringen würden, die ersten an Land sein sollten. Kaum waren dann aber alle an Land, rannten und sprangen wir durch die Gegend. :) Ein gutes Gefühl wieder an Land zu sein.

Es dauerte nicht lange, dann konnten wir auch die neue Stammcrew begrüßen, die nach ein paar Startschwierigkeiten aus Wettergründen in Deutschland, die euch allen wahrscheinlich bekannt sind ;), wohlbehalten bei uns angekommen ist. Bis Panama sind Michael (Kapitän), Uli und Bruno (Steuermänner) bei uns. Norbert, Heiner und Wolfgang verabschiedeten sich von uns und bekamen zu guter Letzt noch einen großen Applaus. Wir begegneten ihnen aber noch ein paar Male, nachdem die letzten Sachen beim Zoll geklärt waren, auf unserem Weg zu einem Restaurant in der Stadt. Es ist schon ziemlich kompliziert, in die Stadt zu kommen, beziehungsweise zurück zur Johnny. Meistens muss man einmal die Passkopie vorlegen und ab und zu wird auch hier und da mal in die Tasche geguckt. Auch in der Stadt ist es ziemlich ungewohnt, da man von jedem angesprochen wird, ob man etwas kaufen oder mit dem Taxi fahren will. Nach ca. einer 3/4 Stunde laufen, fanden wir dann ein Fast-Food Restaurant, in dem wir dann zu Abend aßen. Am beliebtesten als Nachtisch war der Fruitsplit. Er bestand aus zwei riesen Kugeln Eis und je nach Wunsch Schokosoße, Streuseln, Ananas und einer Kirsche oben drauf. Ich kann es nur empfehlen ;) !
Nun sind wir wieder an Bord und gleich wird uns Jan noch mitteilen, was für morgen geplant ist. Ein großes Dankeschön an Norbert, Heiner und Wolfang, für die tolle Zeit. Kommt gut nach Hause! Ich grüße meine Familie und meine Freunde, die diesen Bericht lesen. Außerdem wünsche ich allen Frohe, weiße Weihnachten!
Ani

Fast drüben…

Montag, 20. Dezember 2010

Datum: 20. Dezember 2010
Position: 13°34 ‘N, 058°03 ‘W
Etmal: 161,5 sm
Wetter: Luft 28,5°C, Wasser 27,6°C, sonnig und etwas bewölkt
geschrieben von: Charlotte Krüger

Hallo an Euch alle, heute verging eigentlich ein ganz normaler Tag auf See, für meinen Teil ein Schultag. Aber ganz normal war er nun doch nicht, denn heute begann der letzte Tag unserer Atlantiküberquerung. Nach vier Wochen haben wir es fast geschafft! Die Stimmung änderte sich damit auch ziemlich schnell, da wir es kaum erwarten konnten, mal wieder Land zu sehen und unter den Füßen zu haben und uns so richtig austoben zu können. Denn 36m Platz können auf Dauer auch sehr eng sein. Ich persönlich war auch sehr gespannt auf die Menschen und auf die Landschaft. Da wir leider recht verspätet eintreffen werden, wird der Landaufenthalt auch kurz ausfallen, da unser erster Tauchkurs auf Curacao auf uns wartet. Aber ich denke, wir werden trotzdem genug Zeit haben, um mindestens einmal durch die Stadt zu laufen und die wichtigsten Dinge, wie Shampoo oder Zahnpasta, zu besorgen. :) Aber wir werden es ja bald sehen.

Eine traurige Sache hatte dieser Tag aber auch. Der letzte Tag der Atlantiküberquerung bedeutete für uns nämlich auch den letzten Tag mit Norbert, unserem Kapitän, da er uns auf Barbados verlassen wird. Vielen von uns wird das bestimmt anfangs ungewohnt vorkommen ohne Norbert, weil er einfach dazu gehörte und er auch von Anfang an mit dabei war. Somit gab es heute das berühmte „Captain´s Dinner“, ein leckerer Nudelauflauf von der heutigen Backschaft (Robert, Aaron und Jakob). Danach verbrachten wir den letzten Abend damit, ganz viele Fotos von der Reise bis Barbados anzuschauen und unseren Kapitän zu verabschieden. Gleichzeitig ging heute vielen durch den Kopf, was wir in den vier Wochen erlebt und kennengelernt haben. Ich fand das insgesamt eine richtig schöne Zeit, da man immer zusammen war und wir sozusagen „in unseren kleinen eigenen Welt lebten“. Und ich bin froh, dass es alles so gut geklappt hat und wir so schöne Erfahrungen gemacht haben. Wir lernten, mit vielen Menschen auf einem kleinen Raum zusammen zu leben und sich damit zu arrangieren. Außerdem haben wir es geschafft, zusammen Probleme zu lösen und das Warten zu einer schönen und unvergesslichen Zeit zu machen. Und es war für uns alle auch eine große Erfahrung, unsere Wäsche per Hand in einer Pütz zu waschen genauso wie, das Rationieren unserer Lieblingslebensmittel, wie zum Beispiel dem Müsli.

Der Atlantik war für uns eine unvergessliche Zeit, aber trotzdem freut sich jeder von uns, schon sehr bald wieder Kontakt mit Euch aufnehmen zu können. Also bis bald (zumindest per Telefon ) :) und anbei möchte ich meine Eltern und meine Familie ganz lieb grüßen und ich wünsche Euch ein tolles Weihnachtsfest!
Eure Charlotte