Datum: 4. Februar 2011
Position: Shelter Bay, Colón, Panama
Etmal: diverse Gänge zum Hafengebäude, Bad und Müllablage
Wetter: sonnig, heiß, leicht windig
geschrieben von: Isabell Greenshields
Guten Morgen, “Aufstehen… aufstehen! Hey, nicht wieder einschlafen! Isa, aufstehen…!!!” Ja, heute Morgen hatte Jasper seine Schwierigkeiten, mich aus der Koje zu bekommen. Nach den ganzen Nächten im Hostel war ich noch in dem Tiefschlaf-Modus und nach der 1.00 - 2.00 Uhr Hafenwache mit Paul auch dem entsprechend müde. Es war aber schön, nach vier Wochen Landaufenthalt, wieder morgens im vertrauten und gemütlichen PK aufzuwachen. Nach einem typischen Johnny-Frühstück brachen unsere fleißigen Einkäufer auf, um für uns Proviant zu besorgen. Es wurden ein paar Decksarbeiten verteilt, ansonsten hatten wir den Rest des Tages frei. Ich beschloss, die von allen gelobten Duschen im Hafengebäude auszuprobieren. Wie es alle gesagt hatten, waren sie riesig groß, jedoch hatte ich bei meiner Dusche nur die Auswahl zwischen heißem, kochend heißem und dampfendem Wasser und so verkürzte sich der Vorgang auf wenige Minuten. Dabei passierte mir allerdings ein Missgeschick. Ich legte aus Versehen mein T-Shirt auf die frisch geputzte Ablage, wobei das Reinigungsmittel unregelmäßige weiße Streifen in die dunkelblaue Farbe ätzte.
Verärgert darüber, überlegte ich zusammen mit Fine, wie man das reparieren könnte. Da ich mit Niels zum Schiff Streichen eingeteilt war, hatten wir zunächst die Idee, aus den Streifen ein Muster zu malen, ganz im Motto des Zebras. Nach einigem hin und her, kamen wir zu dem Schluss, dass letztendlich Vernähen die beste Lösung wäre. Weil wir beide sowieso den Tag über nichts mehr zu tun hatten, übernahmen wir die “T-Shirt - Rettungsaktion” als unser Tagesprojekt. Als erstes brauchten wir jedoch Stoffe, mit denen wir arbeiten konnten. Wir fragten alle Leute, die uns über den Weg liefen, aber die meisten waren im Pool, am Sonnen oder im Hafengebäude eine Cola trinken. Schließlich entschieden wir uns, die noch überraschend weißen und sauberen Tücher und Lumpen aus dem Maschinenraum zu verwenden. Und so verbrachten Fine und ich den Nachmittag im Seegarten mit Muster Entwerfen, Schneiden und schließlich Nähen. Ab und zu setzten sich noch andere dazu, um uns zu unterhalten oder einfach dem “Aus-alt-mach-neu T-Shirt Design Workshop by Isa & Fine” zuzuschauen.
Gegen Abend bekamen wir noch Besuch von zwei Schweizern und ich hatte die Ehre, ihnen das Schiff zu zeigen. Der Vater und sein Sohn bestaunten unsere wunderschöne Johnny und im Anschluss daran gab es Abendessen. Dies dauerte aber nicht lange, da unsere Proviantmeister von ihrem circa acht-stündigen Supermarktaufenthalt wiederkehrten und das All-hands Manöver “Proviant ausladen, zum Schiff transportieren und einpacken” ausgerufen wurde. Nun ging es also darum, ein Taxi und einen Bus voll mit Essen gemeinsam irgendwie vom Hafengebäude bis in unsere Proviantlast zu bekommen. Mit Hilfe von zwei kleinen Ziehkarren und fleißigen Helfern gelang eben dies in guten zwei Stunden. Anschließend verbrachten Fenja und ich noch eine weitere Stunde, um mit denselben Karren die ganzen Pappkartons nach ganz weit hinten, hinter das Hafengebäude zu bringen. Auf dem Rückweg schoben und zogen wir uns gegenseitig über den Steg und zahlreiche Rampen, nur um beinahe mit lautem Gelächter ins Hafenbecken zu fallen (was aber zum Glück nicht passiert ist :D). Irgendwann war dann jeder mit seiner Aufgabe fertig und hatte den Rest des Abends frei. Ich entschied mich dazu, mich in die Messe zu setzen und noch einen weiteren Streifen auf mein T-Shirt zu nähen. Ani setzte sich zu mir, um ihr Rezeptbuch weiterzuschreiben und so verbrachte ich noch eine weitere Stunde. Als ich also mit meinem zweiten weißen Streifen fertig war, ging ich schlafen, um einigermaßen ausgeschlafen für die 3.00 - 4.00 Uhr Hafenwache zu sein. Schöne Grüße an meine Familie und an alle anderen
Gute Nacht,
Isabell