Der Tag, an dem wir ankommen

Datum: 7. Mai 2011
Position: 50°21,5’N, 000°25,3’E
Etmal: 143 sm
Wetter:    Luft 14,3°C, Wasser 11,3°C, gutes Wetter
geschrieben von: Stephan Radegast

Hallo Ihr Lieben, aufgrund meiner Wache, die C-Wache, die von 8-12 Uhr stattfindet, habe ich den Anfang des Tages noch wach erlebt und Jasper und ich haben Laura, die heute 17 geworden ist, erst mal ein leises Ständchen gesungen, so dass nur sie und nicht der gesamte PK geweckt wird. Nachdem ich noch kurz in der Messe war, bin ich schön schlafen gegangen, mit dem guten Gewissen ausschlafen zu können, weil wir unter Motor gefahren sind und so nur die halbe Wache und nicht beide Wachteile gehen müssen. Um 11 Uhr wurde ich dann von Aaron geweckt, dass ich zur Wache kommen soll, weil wir die Segel setzten sollen. Der Schlaf hier im Kanal ist übrigens außerordentlich gut, weil so gut wie kein Seegang ist. Auf der Wache haben wir dann allein ein Segel nach dem anderen hoch geholt und sind danach schön Essen gegangen. Zu der Zeit ist uns dann auch klar geworden, dass wir ohne unsere Verspätung jetzt schon eingelaufen wären und schon bei euch wären. Da wird einem natürlich auch klar, wie kurz vor dem Ende der Reise wir eigentlich schon sind.

Jetzt ist es nur noch eine Woche. Grausam. Man stellt sich immer vor, wie die Ankunft verlaufen wird und wie man sich wieder im Alltag daheim zurechtfinden soll usw. Natürlich ist auch Freude mit dabei, wieder die Eltern, Verwandte und Freunde zu sehen, aber bei mir persönlich überwiegt eher der Gedanke, dass die Reise, eine der schönsten Zeiten meines Lebens, jetzt schon fast zu Ende ist. Bis zum Großreinschiff hab ich dann SBF gelernt und zwar Kartenaufgaben. Das Großreinschiff hab ich dann mit Adi für unsere Proviantmeistertätigkeiten genutzt und wir haben einen Essensplan für die letzte Woche gemacht. Wir können wirklich schrecklich viel essen. Aber es ist das erste Mal, dass wir auf der Reise zu viel zu Essen haben und nichts rationieren müssen; Eigentlich auch ganz schön. Danach hab ich dann viel Zeit des Tages damit verbracht, einen Film über die Reise, von Jasper, Jannis und mir zu Ende zu machen, damit wir ihn um 20.00 zum Filmabend zeigen können. Zu der Zeit, wären wir wahrscheinlich grade am Mississippi und würden mit unserem ganzen Krempel von Bord gehen. Zum Kaffee gab es köstlichen Käsekuchen und danach ging es gleich mit dem Film weiter, denn das Schneideprogramm hat einige Probleme gemacht. Letztendlich haben wir es dann nicht mehr geschafft, den Film bis zum Filmabend abzuspeichern. Zeigen konnten wir ihn aber trotzdem und er hat zu unserer Freude allen gefallen. Nach dem anschließenden Film (”Soulkitchen”) bin ich dann noch bis zwölf Uhr in der Messe geblieben und hab mir von Isa, Fenja und Fine den Kopf kraulen lassen. Natürlich in Gegenleistung. Meistens. Zu der Zeit hätten wir wahrscheinlich gerade zum letzten Mal zusammen in Hamburg gefeiert. Der Tag hat auf jeden Fall dazu gedient, sich noch mal darüber nachzudenken, was uns da nächste Woche erwartet. Viele Grüße an meine Familie, die sich zum Teil gerade in Hamburg befindet und sich bestimmt auch vorstellt, wie es nächste Woche wird.
Euer Steph

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