Nach Hause kommen

Datum: 9. Mai 2011
Position: 53°31,6’N, 005°20,7‘E
Etmal: 118 sm
Wetter: schön
geschrieben von: Barbara Klauke

In meinem Logbuch, das ich auf dieser Reise als Tagebuch benutze, steht seit dem 26. April in der ersten Zeile: Von: Horta/Azoren - Nach: Hause Das sieht gut aus, denn ich freue mich so mega auf zu Hause, wie noch nie, obwohl ich schon öfter in meinem Leben eine längere Zeit im Ausland verbracht habe. Ich freue mich auf mein „echtes“ Leben, auf meinen Freund, Freundinnen und Freunde, meine Eltern und Schwestern, Oma, meine eigene Wohnung, mein Bett, schlafen mit offenem Fenster, meinen roten Kühlschrank, Blumen in der Vase, Stille, Latte Macchiato, Tageszeitungen, Rotwein trinken auf dem Balkon, den Hamburger Hafen, Sport und nochmal Sport, Grillen an der Alster, Kino, Frühstücken im Café, das Baby von meiner Freundin, das im März auf die Welt gekommen ist, Spazierengehen,  die Spülmaschine, Persil, Alleinsein, jeden Tag duschen  (ohne Flipflops), ja, ich freue mich sogar auf hochhackige Schuhe und Röcke, mehrlagiges Toilettenpapier,  Ausschlafen am Sonntagmorgen, lange Telefonate, laute Musik, Ruccolasalat, Theater, kochen für eine einstellige Anzahl an Menschen, zum Frisör gehen, Radfahren und vieles vieles mehr. Aber all das hat natürlich seinen Preis. Das (oft thematisierte) endgültige Ende dieser Reise.

In den nächsten Tagen und Wochen wird uns wahrscheinlich oft die Frage gestellt, wie „es“ denn war, und ich frage mich jetzt schon, wie man das Erlebte in Worte fassen soll. Einige wollen wahrscheinlich nur eine Auflistung unserer Reiseziele hören, anderen werden wir Anekdoten erzählen und Fotos zeigen, aber sicherlich ist das Gefühl, das wir haben, wenn wir an diese Reise denken, nur uns vorbehalten. HSHS 2010/2011, das war nicht nur der Besuch exotischer Länder, das Sail-Away-Feeling aus der Becks Bier Werbung, hohe Wellen, Delfine und wunderschöne Sonnenuntergänge. Auch die Beschreibung des Unterrichts, unsere gemütlichen Filmabende am Samstag, die Seewasserdusche und das frischgebackene Brot können nicht ausdrücken, was wir alles erlebt haben. Das Gefühl, das ich im Bauch habe, wenn ich an diese Reise denke, entsteht zum entscheidenden Teil durch die einzigartige Konstellation an Menschen, mit denen ich in den letzten 7 Monaten fast jeden Tag verbracht habe.

Deshalb widme ich diesen Tagesbericht auch genau diesen 31 Menschen, die für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben werden. Nicht nur diese Reise selbst, sondern Ihr alle wart ein Geschenk, ein großes Extra in meinem Leben. Ich danke Euch für diese wundergute Zeit !
Barbara

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