Helgoland II

Datum: 10. Mai 2011
Position: 54°02,0‘N, 007° 54,2‘E
Etmal: 62,5 nm
Wetter: mal wieder warm und sonnig
geschrieben von: Jakob Halfmann

Hallo! Das allgemeine Wecken, das bereits auf 7 Uhr vorgezogen worden war, damit alle pünktlich zum Frühstück kommen, wurde heute noch ein wenig früher vollzogen, da ein All-Hands-Manöver anstand - Klar vorn und achtern, Anlegemanöver auf Helgoland! Helgoland, Deutschlands einzige Hochseeinsel, hatten wir ja schon vor circa 7 Monaten angelaufen, direkt nach dem Beginn der Reise in Hamburg. So schließt sich der Kreis unserer Reiseroute und nun fehlt nur noch die kurze Strecke auf der Elbe bis Hamburg, mit nur noch einem Zwischenstopp in Glückstadt. Außerdem sind wir nun auch wieder in Deutschland, was man an so kleinen Dingen merkt, wie z. B., dass die Leute auf der Straße sich zu einem umdrehen, wenn man auf deutsch über sie redet. Zum Frühstück wurde dann angekündigt, dass die erste Hälfte des Tages mit Schiffsarbeiten zugebracht werden sollte, und zwar vor allem mit Anstreichen. Ich schaffte es mein Ölzeug und meine Bootsschuhe dauerhaft mit weißer Farbe zu beschmutzen, aber wenigstens sah das Schiff hinterher auch ein wenig weißer aus.

Den Nachmittag verbrachten wir, nachdem die Kammern aufgeklart waren, mit Landgang und fanden in den zahlreichen „Schiffsausrüstern“, die allerdings keinen Schiffsbedarf sondern nur Spirituosen und riesige Packungen von zollfreien Zigaretten und Süßigkeiten anbieten, schnell einige „Bekannte“ aus Lateinamerika und merkten recht bald, dass unsere Mitbringsel doch nicht so originell sind, wie wir dachten. Nach dem lang erwarteten Fischbrötchen am Imbiss „Hafeneck“ gingen wir erst einmal wieder an Bord und einige sahen sich den Traditionssegler „Zuversicht“, der längsseits von uns festgemacht hatte, von innen an und wie immer, wenn wir auf andere Traditionssegler treffen, rümpfte dessen Besatzung erst einmal die Nase darüber, dass wir Winschen und Winden an Bord haben.

Aaron und ich hatten Hafenwache von 20 - 21 Uhr, sodass wir nicht viel vom Landgang bis  22 Uhr hatten. Deshalb entschlossen wir uns, noch ein Fischbrötchen zu essen und einmal um die ganze Insel zu laufen. Hierbei hatten wir leider beide keine Uhr dabei, weshalb wir schon fürchteten, zu spät zur Wache zu kommen, doch als wir beim Schiff waren hatten wir noch 20 Minuten Zeit. Während der Wache fierten wir die Festmacher dem ablaufenden Wasser entsprechend auf und zeigten zwei Mitgliedern der „Zuversicht“- Crew unser Schiff. Nach der Wache lernte ich noch die letzten 150 Fragen für den Sportbootführerschein See und ging dann Schlafen. Viele Grüße und bis bald an meine Familie und Freunde, das war mein letzter Tagesbericht!
Jakob

Tags:

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.