Probetörn, 2. Tag

Datum: 6. Juni 2010
Position: Assens, Danmark
Wetter: Blauer Himmel, wollig warm

Der Tag begann schon früh für mich, denn es hieß um 4 Uhr raus und Wache schieben und das bis 5 Uhr. Dann hatte ich eine unglaubliche halbe Stunde Zeit bis es zum Segelsetzen ging. Zuvor musste jedoch noch der Anker gelichtet werden. Nach dem Einführungstag gestern klappte die Zusammenarbeit und die Aufteilung in die Bereiche sowie in die Wache schon recht gut. Zwischendurch mussten die Segel immer mal wieder eingeholt werden, denn der Wind bzw. die Windstärke ließ zu wünschen übrig. Bei einer Feuerlöschübung wurden die Löschschläuche kontrolliert. Dann ging es wieder zur Wache von 16 Uhr bis 20 Uhr. In der Zeit durfte ich das erste Mal am Steuer stehen und den “Dampfer” unter Motor in Richtung Hafen lenken. Nach vollendeter Arbeit gab es dann das lang ersehnte Abendbrot (natürlich gab es zwischendurch auch Mahlzeiten). Unser Käpt’n Niko kündigte für den morgigen Tag an, dass wir die Nacht durchsegeln, d.h. aber auch gleichzeitig vier statt einer Stunde Wache halten. Zum Abend hin erkundeten wir noch das Land, denn wir waren ein paar Stunden vorher in den Hafen Assens eingelaufen, der in Dänemark liegt. Für mich war eher schlafen angesagt nach dieser Aufregung der letzten Tage. Viele Grüße,
Fenja

Unser erster voller Tag an der Jonny begann…zu früh: Um 4.00 Uhr morgens wurden wir aus dem Bett geschmissen: Wache! Noch halb schlafend standen wir in der Brücke vor uns unbekannten elektronischen Geräten und wurden, sofern wir schon aufnahmefähig waren, in die ersten allgemeinen Segelgeheimnisse eingeweiht. Nach dem Wecken der Wachablösung durften wir noch 40 Minuten schlafen, denn um 6.00 Uhr hieß es dann: Segel setzen! Innerhalb von vielleicht einer Stunde? hatten wir dann alle Segel oben, doch der nötige Wind um vorwärts zu kommen blieb leider aus. Trotzdem mussten wir am Bug stehen, um die vorbeifahrenen Schiffe zu beobachten, was bei ungefähr einem Schiff pro Stunde eine ziemlich eintönige Aufgabe ist. Nach der Wache lagen wir dann zwischen “Segel hissen” und “Segel bergen” an Deck, sonnten uns, schliefen oder übten die wichtigsten Knoten. Doch am späten Nachmittag mussten wir wieder ran, dann wir hielten Kurs auf den Industriehafen Assens in Dänemark. Alle freuten sich auf die Duschen, doch die Zeitbegrenzung des Landgangs, die schlechte Verständigung und wegen des geschlossenen Informationsschalters wurde das zu einer sehr schwierigen Sache. Schließlich lösten wir das Rätsel um die “Eintrittskarte in die Dusche”, und stellten den absoluten Rekord im Duschen auf: 5 Mädchen, eine Dusche, und 3 Minuten Zeit. Wieder an Bord, natürlich zu spät, aber frisch gewaschen, saßen wir noch bis spät in die Nacht an Deck, sangen Lieder, hörten Musik und… froren…
Karoline Kroener

Nach einem entspannten Kennenlernabend am Samstag, der für manche bis in die Morgenstunden ging, bekam Paul die wundervolle Aufgabe uns um halb 6 in der Früh zu wecken. Kurze Zeit später stand die komplette Crew verschlafen und verträumt in dicken Klamotten auf dem Deck. Dann ging es weiter - aufrappeln, Anker lichten und los. Später am Morgen gab es dann Frühstück, das mit viel Mühe von Jasper, Fine und Stephan, unseren Backschaftskönigen hergerichtet wurde. Wir fuhren einige Zeit unter Motor, da es fast windstill war. Mittags wehte uns dann doch noch eine leichte Brise um die Ohren und es kam der Befehl “Segel setzen!”. Wie gesagt, so getan… Naja, als wir als “Profiskipper” die Segel dann oben hatten, war die Geschichte mit dem Wind und den Ohren dann doch auch wieder gelaufen und es ging doch unter Motor weiter. Die Lage entspannte sich und alle kehrten auf ihre Posten zurück. Doch plötzlich! Ein einschneidender Moment. Es kam Wind auf - die Segel wurden gesetzt und wir segelten das erste Mal nur unter Segeln. Ganze 5,7 Knoten haben wir geschafft! Planmäßig sind wir um ca. 7 Uhr im  Hafen Assens eingelaufen, haben elegant unser erstes Anlegemanöver hingelegt und aßen anschließend in der Messe zu Abend. Danach redeten wir mit Jan über das Projekt HSHS und allgemeine Regeln. Viele konnten sich kaum noch vor Aufregung konzentrieren, da sie sich sehnlichst auf die große Reise, aber auch die Hafendusche gefreut haben. Für einige ging der Abend entspannt im Rigg aus, andere waren tierisch enttäuscht, da die Duschen geschlossen waren und für mich ging der Abend mit Purpur-Sonnenuntergang und einem æchten dænischen, aber leider geschmolzenen Søfteis mit Waffel in meinem Gesicht, auf dem Pulli und in Jans Hænden aus.
Philip Kaupa

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