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Sonnenuntergänge

Mittwoch, 20. April 2011

Datum: 20. April 2011
Position: 36°54′N, 036°41,5′W. Nordatlantik
Etmal: 110 Sm
Wetter: wenig Wind, relativ warm, sonnig
geschrieben von: Emma Prinz

Hallo an alle, heute habe ich meinen letzten Tagesbericht und irgendwie ist es auch schade. Nicht mal mehr ein Monat ist es hin, bis zur Ankunft, auch wenn diese ja jetzt um eine Woche verschoben wird, wie ihr wahrscheinlich auch alle schon wisst. Es war uns allen schon länger bewusst, dass es knapp werden würde bis zum siebten in Hamburg anzukommen. Und vor zwei Tagen kam dann die Ansage, dass die Ankunft auf den 14. Mai verschoben wird.  Aber das war gestern. Heute hatte ich Wache, ein gutes Mittagessen, (Braten und Nudeln und ausnahmsweise mal kein Reis!) und wieder Wache. Wir hatten wenig Wind und der Tag verlief wie jeder andere. Abends hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang, manche haben dazu auch den einen oder anderen Delfin gesehen. Große, dicke Cumulus-Wolken, die Sonne über dem weiten Atlantik, die Wellen, ein paar Vögel, von denen niemand wirklich weiß, woher sie kommen, und das Licht. Dabei wird mir klar, wie viele verschiedene Sonnenuntergänge wir hier eigentlich schon gesehen haben. Die langsamen, rauen auf der Nordsee; die klaren, warmen, weiten auf dem Atlantik; die kitschigen, ruhigen in der Karibik und jetzt die dunklen, stürmischen hier, auf dem Nordatlantik. Grüße an alle in Deutschland. An meine Familie: Ich freu mich auf euch!
Grüße Emma

Dem großen Wagen nach

Freitag, 25. März 2011

Datum: 25. März 2011
Position: 27°05′N, 078°27′W
Etmal: 125 sm
Wetter: sonnig, angenehme Temperatur, wenig Wind
geschrieben von: Emma Prinz

Moin, heute ist der erste Tag wieder auf See und ich hab Wache. Es ist die erste Wache seit langem und es geht in Richtung Zuhause. Viele haben jetzt schon dieses Gefühl von Rückkehr nach Hause. Ein komisches Gefühl, da es einerseits schade ist, dass die Reise und damit die High Seas High School dann vorbei ist, andererseits freut sich fast jeder auch wieder auf Zuhause. Auf jeden Fall ist es Zeit, weiterzufahren und nicht mehr auf den Bahamas auf Reparaturen zu warten. Es ist komisch, zu wissen, dass die Azoren der letzte richtige Stopp vor Hamburg sind, wo wir in sechs Wochen ankommen werden. Vor uns liegt jetzt aber erst noch einmal eine Atlantiküberquerung, die ein bisschen so scheint als würde sie wie die erste. Wenig Wind haben wir auf jeden Fall schon mal. Während meiner Wache haben wir gerade mal vier bis sechs Knoten Fahrt gemacht und es wurde gegen Ende noch weniger. Bei der 20-24 Uhr Wache waren es dann nur noch zwei. Wenn es so weitergeht kommen wir erst im Mai auf den Azoren an :D. So gegen 21 Uhr ist dann auch noch der Kreiselkompass ausgefallen, aber zum Glück haben wir ja noch den elektrischen.

Dennoch haben wir nach dem Sternbild des großen Wagens und dem Windeinfall gesteuert. Das war das spannendste und aufregendste des ganzen Tages. Wir hatten schönes Frühlings- oder Herbstwetter, je nachdem wie man es sieht. Bei Kaffee und Kuchen hat jeder von uns eine halbe Pampelmuse bekommen, die wir sehr genossen haben. Bei meiner Wache saßen wir die meiste Zeit draußen und haben geredet, oder mit Antje die ersten Fragen des SBF-See gelernt. Es war ein schöner Wachtag und erst gegen Ende wurde es etwas kühler. Die restliche freie Zeit am Tag habe ich genutzt, um meinen verlorenen Schlaf aufzuholen und mich ein wenig auszuruhen. Also war es alles in allem ein schöner, angenehmer Tag, an dem zumindest ich ein bisschen Heimweh hatte. In diesem Sinne ganz Liebe Grüße nach Hause an meine Familie, Freunde und Bekannte. Ganz besonders an Max, dem ich wünsche, dass er bald eine Rückmeldung von Summer High Seas bekommt, ich hab dich lieb!
Emma