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Abschied!

Samstag, 14. Mai 2011

Datum: 14. Mai 2011
Position: Hamburg
Wetter: Bewölkt und Platzregen im Mississippi
Etmal: 12 sm
geschrieben von: Heepke Apel

Ein letztes Mal Ankerwache gehen… Ein letztes Mal großes Wecken… Ein letztes Mal gemeinsam Frühstücken! Der letzte Tag auf HSHS! Er begann für mich mit Ankerwache von 4-5 Uhr. Auf der Elbe, und andauernd fahren Schiffe vorbei und im Funk ist gut was los. Menschen, die sich grüßen und einander eine gute Fahrt wünschen. Nach der Wache noch einmal in die Koje hüpfen und auf das Wecken warten. Ein wunderbares Frühstück gab es! Denn wir haben von allem genügend gehabt… Cornflakes, Haferflocken, Marmelade, Nutella und Honig! Alles, was es sonst nur rationiert gab. Nach dem Frühstück begann das große Aufräumen! Wenn man Arno zitiert: „Alles muss sauber werden!“  Um neun Uhr hieß es auch schon „Anker auf“ und weiter die Elbe hinauf. Gegen 10 Uhr passierten wir die Landungsbrücken und wurden, ebenso wie wir verabschiedet wurden, mit der deutschen Nationalhymne begrüßt. Fast alle waren an Deck, und Philip erspähte durch das Fernglas sogar seine Familie. Vor uns lag nun schon der Containerhafen von Hamburg.

Die Spannung wurde spürbar an Bord und als es dann hieß, dass wir in die Masten dürfen, waren viele kaum noch zu halten. Nun sahen wir den,  Sandtorkai vor uns und damit unsere Familien und Freunde direkt voraus. Die Brücke war aufgeklappt und wir konnten einlaufen. An der Pier warteten schon Hartwig Henke, Christina Rau (Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Rau), Nico Kern, Norbert Bury, sowie Sabine und Hans-Christoph Kay, um den offiziellen Teil der Begrüßung zu übernehmen. Nachdem sie alle etwas erzählt hatten, beispielsweise Hartwig Henke, der uns eröffnete, dass wir ein Rekord-HSHS erreicht haben. Wir waren die längste Zeit am Stück auf dem Wasser (30 Tage), wir waren die längste Zeit insgesamt unterwegs (213 Tage), waren im Durchschnitt der jüngste Törn und haben mit 16.952 Seemeilen am meisten Strecke zurückgelegt. Als Überraschung gab es erstmals für jeden Schüler und auch die Lehrer sowie Hartwig Henke eine Medaille verliehen. Als dann auch Laura und Aline im Namen der Schüler ihre Rede gehalten hatten, kam endlich der kurze Ton mit dem Typhoon, der signalisierte, dass wir von Bord durften.

Ruckzuck war das Schiff verlassen und Schüler sowie Lehrer lagen ihren Familien und Freunden in den Armen. Nach einer halben Stunde hieß es aber auch schon wieder Abschied nehmen… Für eine Stunde, in der wir das Schiff zum Mississippi überführten. Dort wurden wir von einem Platzregen begrüßt, aber natürlich auch von unseren Familie und allen, die da waren. Dort wurde alles entladen. Versorgt wurden alle an einem kleinen Büfett, welches Familie Kay und meine Familie vorbereitet hatten. Hier noch einmal einen ganz lieben Dank von uns allen. Gegen sechs Uhr ging es dann ans Verabschieden, bei dem keiner weiß, für wie lange… Es war eine unglaubliche Reise! Mit unendlich vielen neuen Eindrücken, Erlebnissen und mit bleibenden Erinnerungen. Es war: Wundergut, Wunderlecker und Wunderviel! Ich freue mich, dass ich am Abreisetag und auch am Ankunftstag den Tagesbericht schreiben durfte! Und ich danke natürlich noch einmal hier meinen Eltern, ohne die diese Reise nicht möglich gewesen wäre!

Und dieses Mal grüße ich keine Freunde, denn euch sehe ich spätestens in der Schule. Ich grüße alle Mitfahrer! Arno, Jan, Barbara, Claudia, Markus, Fenja, Fine, Jannis, Isa, Miriam, Charly, Emma, Karo, Lotti, Laura, Aline, Ani, Aaron, Gunnar, Niels, Adi, Steph, Jasper, Jakob, Robi, Philip, Josh, Paul, Antje, Robert und am meisten Flo! Danke, für diese unvergessliche Zeit!
Eure Heepke

Seegang!

Montag, 18. April 2011

Datum: 18. April 2011
Position: 35°34,55′N, 037°35,11′W
Etmal: 124 sm
Wetter: Stürmisch und kalt
geschrieben von: Heepke Apel

Rums! Aua, mein Rücken, blöde Welle. Zum Glück genau passend zur Wache, denn schon kam Emma mit der Taschenlampe und auf die Frage, ob es draußen kalt oder nass ist, bekam ich die Antwort, dass wir von drinnen steuern. Also entweder zu viel Wind oder zu nass… Als ich dann um vier Uhr in der Brücke erschien, musste ich feststellen, dass beides zutraf! Während ich am Ruder stand, rauschte eine Böe mit 40 Knoten über uns hinweg, die eine so große Welle mit sich brachte, das die komplette Brücke überspült wurde und das Wasser sogar durch die Tür strömte! Patsch, alles nass. Als dann um acht Uhr die Wache zu Ende war, kuschelte ich mich nach einem wunderbaren Frühstück in meine liebe Koje. Das Mittagessen, was aus Brot bestand, verschlief ich. Wegen des Seeganges sollte die Backschaft nicht kochen, womit wir auch schon beim Thema wären… Der Seegang! Vielen raubt er in letzter Zeit den Schlaf. Während die eine Hälfte von uns genüsslich an der Wand schlummern kann, muss die andere Hälfte versuchen, möglichst nicht aus der Koje zu fallen. Besonders im PK (Pumakäfig) ist dies sehr ausgeprägt. Da der Bug unser lieben Johnny gewaltig aufs Wasser klatscht und hochspringt. Auch die Ordnung in den Kammern lässt zu wünschen übrig. Manche Schubladen rutschen raus, Kojenablagen verteilen sich oder Schranktüren springen auf und geben Klamotten so die Möglichkeit, aus ihrem dunklen Käfig zu entfliehen. Selbst das Anziehen und unter Deck rumschwirren erfordert Aufmerksamkeit. Bloß immer gut festhalten und bei einer etwas größeren Welle nicht vor einer offenen Tür stehen, in die man hinein fliegen könnte.

Als dann um 16 Uhr wieder Wache anstand, stellte uns unser Steuermann Robert frei, ob wir von drinnen oder draußen steuern wollen. Wir entschieden uns für draußen und genossen den Wind, der uns gewaltig um die Ohren pfiff. Das Highlight der Wache war das Frachtschiff, welches unsern Weg kreutzte mit dem Ziel St. Petersburg. Auch unsere lieben Reisebegleiter ließen sich von den hohen Wellen und den starken Böen nicht beeindrucken und so durften wir unseren Delfinen beim Surfen auf den Wellen beobachten. Ein weiteres Highlight war der Triumph unseres Proviantteam, welches den Fund von 30 kg Mehl berichten durfte. Dies bedeutet, dass wieder genug da ist und wir auf einen weiteren Tag Reis verzichten dürfen. :-) Für alle, die unsere Route auf Xmarsat verfolgen und sich vielleicht wundern, warum seit einigen Tagen keine Positionen mehr gesendet wurden, denen sei gesagt, dass Xmarsat wegen eines elektronischen Fehlers bis auf weiteres abgeschaltet werden musste. Zuletzt möchte ich Paul noch einmal zum Geburtstag gratulieren. Die liebsten und besten Grüße an die Schlei und damit meine Freunde und natürlich besondere Grüße an meine Familie und Familie Straus! Genießt Amrum für mich mit, grüßt Quermarki von mir und die Dünen!
@ Inken: Bringst du mir Stachelbeerbonbons mit? Bitte, bitte, bitte!
Und liebe Grüße von Flo an seine Mutter und seinen Vater.
Heepke

P.S.: Von Miriam an ihre Mama: Ich schicke meiner liebsten Mama die herzlichsten Glückwünsche und einen dicken Kuss an meinen Papa!