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Probetörn, 5. Tag

Mittwoch, 09. Juni 2010

Datum: 9. Juni 2010
Position: 55°20,139`N , 009°49,847´E
Wetter: regnerisch, bedeckt, kalt
Etmal: 80nm

Von Wache und Motorbootfahren. Graues Wetter, strömender Regen, frischer Wind, müde Gesichter, erleichterte Freude der abziehenden Wache und ein schwankendes Schiff erwarteten mich heute Morgen um 0.00 Uhr. Die A-Wache war nun dran das Schiff mit schlafender Crew ein paar Meilen weiter Richtung Ziel zu bringen. Wir alle wurden Minuten zuvor aus unseren warmen Kojen geschmissen und durften uns nun auf die nächsten vier Stunden Wache „freuen“. Wir wechselten uns ab zwischen Ruder gehen, Position in der Karte markieren, Ausguck gehen und Kaffee trinken im windgeschützten Seegarten. Währenddessen redeten, erzählten und sangen wir um wach zu bleiben. Pünktlich um 4.00 löste uns die aufziehende B-Wache nach einer gefühlten Ewigkeit ab und wir alle freuten uns endlich wieder schlafen gehen zu können. Leider gab es schon 3,5 Stunden später Frühstück und mit lautem Getöse wurde das Schiff geweckt. Zu allgemeiner Überraschung und Freude gab es Brötchen, was die  wenigen Stunden Schlaf wieder gutmachte.

Es wurde gemächlich gefrühstückt, bis die fleißige Backschaft alles wieder aufklaren musste. Einige, die Freiwache hatten, saßen in der Messe zum Lesen, Musik hören oder Tagesbericht schreiben, während andere die wertvolle Zeit nutzten, sich durch Schlaf mit Energie aufzutanken. Für mich als A-Wache hatte ich dann um 11.30 Mittagessen. Es gab ein typisches Seemannsessen: Labskaus mit Roter Bete, Sauren Gurken und Spiegelei. Zum Nachtisch servierte uns die Backschaft Schokopudding mit Ananas. Mit vollem Magen machten wir uns auf an Deck, um die C-Wache abzulösen, damit auch diese das unglaublich leckere Essen in vollen Zügen genießen konnte. Unsere Aktivitäten während der Wache unterschieden sich nicht sonderlich zu der vergangenen Nachtwache, nur, dass wir kaum Wind  hatten und viele graue Wolken sehen konnten. Außerdem stellten wir fest, dass wir dem Hafen in Assens immer näher kamen und vorhatten erneut dort anzulegen.

Kurz vor Ende unserer Wache wurden die Segel durch ein All-hands Manöver von Allen geborgen. Auch beim Anlegen wurde fleißig geholfen und sobald das Deck aufgeklart war, gab es lecker gebackenen Kuchen von freiwilligen Hobbybäckern. Kurz darauf weisten uns die Steuermänner Norbert und Holger ins Schlauchboot fahren ein. Es wurde angefangen der A-Wache beizubringen, wie man den Motor bedient und das Boot steuert. Nach dem Abendessen hatten wir Landgang. Ich entschloss mich zusammen mit Isabell, Emma, Niels und Fenja an den kleinen, aber nahen Strand zu gehen. Andere gingen entweder im Hafen duschen oder so manche trauten sich sogar ins kalte Wasser der Ostsee. Um 21.30 trafen wir uns alle wieder in der Messe und es wurde uns ein Film über die Schönheit der Karibik gezeigt. Eine Stunde später konnten die, die keine Hafenwache hatten, schlafen gehen. Nun werde ich müde in  meine kleine, aber gemütliche Koje fallen, um mich auf die kommende Backschaft am nächsten Tag zu freuen.
Isa Fischer

Nach einem 90 Minuten zu frühem Wecken freuten wir uns alle sehr auf die warmen Brötchen. Viel zu müde und nass fing dann unsere Wache an. Da wir eine ziemliche Flaute hatten fuhren wir mit Motor und setzten erst um etwa 10 Uhr das Toppsegel und den Halbwinder. Zwei Stunden (und einige Tümmler) später gab es dann endlich Mittagessen. Der etwas abschreckend wirkende Labskaus sah dann für einige doch zu sehr aus wie Mageninhalt, aber mir persönlich hat es trotzdem gut geschmeckt. Ein paar mutige Freiwillige erklärten sich netterweise dazu bereit Marmorkuchen zu backen und hatten obwohl, oder gerade weil, es nicht so gut klappte sichtlich Spaß. Aber bevor es dann Kuchen gab, mussten wir erneut in Assens anlegen und alle Segel bergen. Da kam uns eine kleine Pause mit Kaffee und Kuchen ganz recht. Später wollte Holger uns noch das  Beiboot erklären. Das mit dem  Steuern war dann doch schwerer als es aussah und führte fast zu einem Zusammenstoß mit der Johnny. Da es ja unglaubliche 14° Wassertemperatur hatte zogen sich sieben Waghalsige ihr Ölzeug über ihre Badesachen und gingen am herrlichen Badestrand von Assens schwimmen. Wie das Wetter eigentlich sein sollte sahen wir dann danach in einem Film über die Karibik. Völlig fertig fielen dann die Glücklichen die keine Wache hatte, darunter auch ich, ins Bett.
Josefine Gereke