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Alltag und viele Tiere

Mittwoch, 13. April 2011

Datum: 13. April 2011
Position: 35° 38,2´N  41° 24,8´W
Etmal: 94 nm
Wetter: Sonnig, 19°C, wenn Wind vorhanden Wind aus OzS
geschrieben von: Philip Kaupa

Wenn man zurück denkt, ist das alles hier so ein Alltag geworden. Wir haben so viele Dinge erlebt und jetzt plötzlich fällt mir auf, dass dies schon mein letzter Tagesbericht ist. Es ist schon fast vorbei. Einerseits ist das erfreulich für mich, da das hier wie gesagt mein letzter Tagesbericht ist, andererseits werden wir aus diesem Alltag bald wieder heraus gerissen und alle in verstreute Richtungen gehen und dies alleine. Nicht als Gruppe, die sich mittlerweile so zusammengefügt hat. Ich weiß nicht, wie das wird, wieder zu Hause zu sein. Da wird man nicht mehr morgens von Aarons bestialischen Körpergeräuschen geweckt. Diese ganzen selbstverständlichen Dinge, die wir jetzt haben, haben wir dann nicht mehr. Was ich aber nicht leugnen will ist, dass ich mich sehr auf meine Familie freue und auf das Leben zu Hause.

Und jetzt zu dem heutigen Tag. Der kam mir vor wie im Zirkus und als hätte ich zwei Monate geschlafen. Wir haben heute einen Haufen Tiere gesehen, die wir bis jetzt immer nur sehr selten gesehen haben. Durch die 13 aktionsreich vorbeidümpelnden Meeresschildkröten, einer sehr exklusiven Nordatlantikvorführung von Breitschnabeldelfinen, sowie anderen Delfinarten und natürlich nicht zu vergessen den Buckelwalen, die wir sahen, war der Flautentag doch recht ereignisreich und machte das wieder mal unter Motor fahren Richtung Norden ganz passabel. Ich interpretiere diesen Tag heute als Ruhe vor dem Sturm. Kaum Wind, Sonnenschein, glatte See. Doch ein Blick in die Wetterkarte verrät, warum Ruhe vor dem Sturm. Wir erwarten in der folgenden Nacht ein Tiefdruckgebiet und Starkwind. Wir mussten die Segel reffen und bereiteten uns auch mental auf die Nacht vor. Aber im Grunde genommen kommt es doch recht gelegen, weil auch wir wollen mal bald, nach fast vier Wochen in Europa ankommen!
Euer Philip

P.S.: In meinem letzten Tagesbericht grüße ich meine Familie, Jasper, Roman, Lutz, die komplette Familie Ahlrichs, Hagen & Christian, Grimmingers und meine Patentante Bärbel + Familie.

Rostkloppen und Dinghifahren

Freitag, 18. März 2011

Datum: 18. März 2011
Position: Freeport, Bahamas
Etmal: -
Wetter: blauer Himmel, Sonnenschein, 28°C
geschrieben von: Philip Kaupa

Hallo! Erstmal vorweg, ich habe gehört in Deutschland wird es langsam warm?Hier ist es nachts schrecklich kalt - ca. 17°C. Ja, bei 17°C fröstelte ich gestern Nacht um 1 Uhr auf dem Vordeck und genoss das schön schnelle Internet, da um diese Uhrzeit fast niemand mehr online war. Dann eine Stunde Hafenwache und dann ging’s endlich ins Bett. Ich muss zugeben, dass wir, wenn wir im Hafen liegen, unglaublich viel Schlaf haben, doch trotz dessen war ich morgens so müde, dass ich das Frühstück verschlafen habe und mit dazu den leckeren Kakao, den die Backschaft zum Frühstück angerührt hatte. Nach dem Frühstück, das ich nicht hatte, ging es dann los mit dem Tagesgeschehen. Die 1er Gruppe hatte in der Messe das Vergnügen mit unseren Lehrern und bereitete sich auf die anstehenden Arbeiten vor. Der 2te Teil, zu dem ich auch gehöre, musste die Ankerwinde vom Rost befreien. “Rostkloppen” heißt diese wunderbare Aufgabe unter den Seefahrern.

Während wir “Rostkloppen” hat Rolf jeweils drei von uns das Dinghifahren im Hafenbecken gezeigt.  Wir haben Anlegemanöver, rückwärts Fahren und allgemeine Grundlagen gelernt. Da ich ja wie gesagt nicht gefrühstückt hatte, freute ich mich umso mehr auf das Mittagessen, welches heute eine leichte Gemüsesuppe war. Doch da wusste ich noch nicht, was das Highlight des Tages sein würde. Nach dem Unterricht, den wir nach dem Mittagessen hatten - Geschichte und Physik - haben wir auf der Pier gegrillt. Die Backschafter und freiwillige Helfer zauberten zwei verschiedene Salate, leckeres Baguette und eine Menge unglaublich gutes Fleisch zurecht. Wir haben uns mit Brettern ein Paar Sitzmöglichkeiten zurecht gebaut, die “Medienkiste” - für die musikalische Unterhaltung - stand auf der Straße und trällerte fröhlich “Gentleman”. Im Großen und Ganzen eine sehr schöne und angenehme Atmosphäre. Nach dem Essen gingen manche schwimmen, anschließend kam die Tagesschau und Lauras Referat über tropische Wirbelstürme und dann war Feierabend. Ein weiterer wunderbarer Tag auf den Bahamas. Ganz liebe Grüße an meine Familie, Roman und Lutz! Jan gratuliert Kirsten zum Geburtstag
Philip