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Valentinstag mit Adrenalin statt Blumen

Dienstag, 14. Februar 2012 16:57

Datum: 14. Februar 2012
Position: Kurs Utila
Etmal: k. A.
Wetter: k. A.
geschrieben von: Franziska Jutrowski

Moin, Moin! Der Tag begann, wie jeden zweiten Tag, mit der Vier-bis-acht-Wache. Wir, also Robert, Philipp und ich, haben uns zur Wache gemeldet, dann hieß es „Segel bergen!“ Ja, kein Problem, dachten wir uns. Wir gingen also mit der Null-bis-vier-Wache aufs Vorschiff, die Schüler waren bereit, das Segel fest zu machen und zu bergen, unser Steuermann Norbert stand am Fall. Da passierte das erste Malheur an diesem Tag: Norbert rauschte das Fall durch die Hände, verbrannte sich diese dabei, und das Segel rauschte prompt ins Meer. Vorne versuchten sie, das Segel Stück für Stück wieder aufs Schiff zu ziehen, Robert und ich zogen hinten an der Schot. Mit vereinten Kräften schafften wir es dann, das Segel, klatschnass, aus dem Wasser zu ziehen. Beim Großsegel ging dann zum Glück nichts schief, auch der Rest meiner Wache verlief relativ unspektakulär.

Der Vormittag war mit viel Spannung erfüllt: Heute ist Lolas 17. Geburtstag. Deshalb wurde für sie ein Überraschungskuchen gebacken. Dieser wurde nur von ein paar Leuten gegessen, und bei zwei Blechen Kuchen hätte eigentlich jeder ein Stück abbekommen sollen. Da ist etwas schief gelaufen. Es gab Streitereien zwischen Schülern, welche sich ungerecht behandelt fühlten, und Diskussionen mit den Lehrern, was jetzt für Maßnahmen ergriffen werden sollten. Am Ende kam dabei heraus, dass wir uns nur besser absprechen sollten, wenn ein Kuchen gebacken wird, und dass der Kuchen nicht mehr mitten in der Nacht gegessen werden soll, sondern gemeinsam beim Frühstück.

Abends, wieder bei meiner Wache, war der Klüver erneut gesetzt und wir wollten eine Halse fahren. Es hat auch alles gut geklappt, bis auf die Tatsache, dass sich die Schot unter einem Ring verhakt hatte. Caren hat dann versucht, die Schot mit einem Brecheisen dort wegzuhebeln. Hat geklappt. Allerdings hing die Schot nun an der Reling fest. Daraufhin versuchte Caren, das neue Problem wieder mit dem Brecheisen zu lösen. Beim nächsten Windstoß flog das Brecheisen in einem hohen Bogen übers Schiff, wobei es zwar meinen Kopf leicht touchiert, aber glücklicherweise nicht zerbrochen hat. Schmerzhaft war es trotzdem… Na danke! Viele liebe Grüße am Valentinstag, das war wohl ein Zeichen, dass ich dieses Jahr vor den Kopf gestoßen werde. Ich freue mich schon.

Nach meiner Wache und nach dem Abendessen wurden dann noch Leute gesucht, die den Klüver bergen sollten. Es war wieder zu windig geworden für den Klüver, ich meldete mich also trotz meiner Beule am Kopf zum Segelbergen. Alles war super, das Segel ist nicht ins Wasser gefallen, wir waren grade dabei es fest zu binden, als… – ich schaute André an, als es passierte. Er stand vor mir und hielt das Segel fest. Ich merkte schon, dass gleich irgendetwas passieren würde und da kam es: Der Rumpf der Johnny tauchte wieder ins Wasser, ein riesiger Schwall Wasser überkam alle, die weit genug vorne standen. Ich war von oben bis unten nass. Robert war gerade einen Zeiser holen gegangen, und er sagte, man hat nur noch meinen Schrei hören können. Wir haben uns alle ziemlich kaputtgelacht. Es war aber, ganz ehrlich, ein richtig schönes mit Adrenalin gefülltes Gefühl, dort vorne zu stehen und von einer riesigen Welle nass gemacht zu werden. Das sollte man hundertprozentig mal auf dieser Reise erlebt haben.

Der Tag endete dann mit einem Tauchvideo von Jan, welches ich mir nicht ganz angeschaut habe, weil ich das meiste schon kannte von meinem Tauchkurs vorher. Ich war außerdem so müde und hatte solche Kopfschmerzen, dass ich vor dem Schlafengehen nicht einmal mein Ritual „Koje vor dem Zubettgehen aufräumen“ vollbringen konnte. Dafür war es aber trotzdem ein sehr angenehmer Schlaf. Ich sende liebe Grüße an meine Familie, vor allem an meine Mama, weil sie gestern Geburtstag hatte, außerdem an Tjard, welcher heute seinen 18. Geburtstag feiert, an Maja, Jelena, Colin und Jan-Peer. Peter & Ute, an euch auch ein paar sonnige Grüße! :) Ich hab euch alle ganz doll lieb! :*
Franziska

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Mal stürmisch…

Samstag, 11. Februar 2012 16:35

Datum: 11. Februar 2012
Position: 13° 03,5′ N 081° 21,0′ W
Wetter: Wasser 27°C, Luft 28°C, Wind NE, 4 Bft, sonnig
Etmal: 97,2 NM
geschrieben von: Kilian Ludwig

Mal stürmisch und rau,
mal windstill und flau,
im Prinzip ist es nicht wichtig,
nach dieser langen Zeit wissen wir, wie man die See beschwichtigt.
4 Monate unterwegs,
3 Monate bleiben,
und wir haben gelernt, unsere Zeit zu vertreiben.
Mit Backschaft und Wache,
Unterricht und Schlafen,
denn das Ziel ist der nächste Hafen.
Doch das wahre Ziel ist der Weg,
den wir probieren zu meistern,
auch wenn ein Problem bevorsteht.

Wir haben seit gefühlten 3,5 Monaten Sonne, Meer und Strand,
und hin und wieder haben die Käsestangen auch Sonnenbrand.
7 Monate sind wir dem normalen Leben entflohen,
sind um die halbe Welt gesegelt auf der Fährte des Kolumbus,
haben vieles gesehen,
waren an interessanten Plätzen,
diese Erlebnisse werden wir sicher noch in ferner Zukunft schätzen.
Neben dem Schwimmen durch Wracks,
Tauchen am Riff,
Spazieren durch Havanna und Maya-Stätten sichten,
haben wir vermutlich bald noch mehr zu berichten.

Bei diesen Zeilen klingt es als hätten wir ein leichtes Leben
und müssten nicht viel dafür geben.
Es gab genug Konflikte, Probleme und Streit,
mal ist die Lösung nah,
manchmal weit,
oft genug hatten wir zu tun mit Eifersucht und Neid,
doch das ist aus den Köpfen vertrieben,
denn vor Panama war das Ende dieser Zeit.

Ich wünsche meiner Schwester alles gute zum Geburtstag und freue mich auf Zuhause.
Kilian

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