Chaos und Swimmingpool
Sonntag, 8. Januar 2012 14:04
Datum: 8. Januar 2012
Position: Shelter Bay Marina, Colòn, Panama
Wetter: sonnig, Luft 27°C, Wasser 27°C
Etmal: 22 Meilen
geschrieben von: Anna Sarah Weber
Hallo zusammen, dieser Morgen begann noch in Portobello. Um 5:30 hörte ich die Stimmen der völlig genervten B-Wache, die sich beschwerte, dass sie an einem freien Sonntag aufstehen und Anker hieven musste. Doch ich konnte liegen bleiben, denn ich durfte wenigstens noch bis zum Frühstück schlafen. Geplant für diesen Tag war, dass wir vormittags vor der Shelter Bay Marina ankern würden, dann würde der Kapitän mit dem Dinghy in den Yachthafen fahren und nochmal prüfen, ob mit unserem Liegeplatz noch alles stimmt. Wenn wir dann fest wären, sollte das Grauen aller Schüler beginnen: das Packen!
Um 8:00 Uhr musste auch ich zur Wache nach oben. Dort erwarteten mich beim Steuerbord-Ausguck schon 29 sichtbare Schiffe. Doch das war noch nichts, Steuermann Robert zeigte mir auf dem AIS 288 Schiffe. Es wurde eben langsam sichtbar, wie nah wir jetzt dem Panama Kanal waren. Im Hintergrund konnten wir ganz deutlich den großen Hafen von Colòn erkennen. Um uns herum waren riesige Tanker, wir fuhren sogar an einem gekenterten Frachtschiff vorbei, wir konnten ihn uns mit dem Fernglas ganz genau anschauen. Dann wurde ich nach unten geholt, um „Grünen Plan“ zu machen, und als ich wieder an Deck kam, hatten wir bereits angelegt. Wie gesagt, nach dem Mittagessen begann das Grauen, alle fingen an zu packen und auszuräumen. Der Pumakäfig sah schlimm aus, man konnte sich fast nicht bewegen, alle Betten waren total belegt, alle suchten irgendwelche Sachen und der Boden war bis auf das letzte Fleckchen zugestellt. Es war das reinste Chaos. Ich flüchtete mit meinem Zeug an Deck, denn dort war wesentlich mehr Platz.
Shelter Bay Marina ist ein Yachthafen mit Pool, Duschen und Waschmaschinen. Den Pool wollte sich natürlich keiner entgehen lassen, außerdem war es auch eine gute Methode, um sich vor dem Packen zu drücken. Und nach ein paar Stunden des Packens und demVerzehr leckerer Puddingschnecken (nochmal ein Lob an die Backschaft) verbrachten wir die Zeit bis zum Abendessen am Pool. Nach dem Abendessen gingen wir nochmal zum Pool, dann ging es weiter mit Packen. Für einen Monat im Regenwald Sachen in einen einzigen Trekking-Rucksack zu packen, ist nicht so leicht, da kam es zu mehreren Verzweiflungen. Ich packte mit den anderen noch bis Mitternacht, um dann endlich noch ein bisschen zu schlafen, bis ich dann um 2:00 Uhr zur Wache geweckt wurde. Viele Grüße an meine ganze Familie zu Hause, den Lietzern, vor allem Thea und Stephi. Bis dann
Eure Anna
Hallo, liebe Blog-Leser, es ist wieder ein Tag, den wir zum größten Teil an Land verbracht haben. Aber diesmal nicht auf einer kleinen von Indianern besiedelten Insel oder der kleinen unbewohnten Palmeninsel. Nein, wir haben heute morgen das panamaische Festland erreicht. Um genauer zu sein, liefen wir in die Bucht von Portobello ein und gingen auf Reede. Portobello heißt so viel wie: Schöner Hafen. Ein Name, der nach langer Zeit noch immer passt, finde ich. Überall in der Stadt und vorallem im Hafenbereich zeugen Ruinen von der einst blühenden Hafenstadt. Naja, ich glaube, dass Geschichtsunterricht jetzt nicht so in den Blog gehört, also weiter zum Tagesablauf. Nachdem der Anker gefallen war, bekamen wir von Ralf unsere Mathearbeiten wieder. Bei manchen war das Ergebnis sehr gut, bei anderen eher nur ausreichend. Aber wie auch immer die Arbeit gelaufen war, alle hatten gute Laune, denn es war Landgang angekündigt. Da die Schüler sich über zu wenig Gruppenaktionen an Land beschwert hatten, bin ich als Landausflugsplaner zusammen mit Franzi P., Kaj und Thomas, die zusammen einkaufen wollten, ans Festland gefahren, und wir beiden haben die Stadt auf eigene Faust und ohne anständige Stadtkarte erkundet und uns etwas für die Gruppe ausgedacht.