Der HSHS-Modestil

Datm: 20. April 2012
Position: 42°58,01′N, 021°36,73′W
Wetter: Wasser 16°C, Luft 17°C, Wind 4 Bft., leicht bewölkt
Etmal: 158 NM
geschrieben von: Philipp Friedlaender

Hallo, ihr daheim! Wie ihr sicher auf unseren zahlreichen Fotos gesehen habt, haben wir uns alle klamotten- und frisurenmäßig fortwährend auf der Reise verändert. Die Modelinie der letzten Tage heißt wieder einmal Ölzeug. Das Ölzeug ist eins der wichtigsten Mode-Accessoires der Seefahrt, da es gegen extreme Kälte und große Wassermassen schützt, jedoch ist das Ölzeug, modisch gesehen, nicht gerade der Renner. Zum Glück herrscht unter Deck noch ein bisschen Modebewusstsein. Zurzeit macht sich der HSHS-Pullover breit, welcher, fair produziert, auch hier für Wärme sorgt. Probleme gibt es leider in Sachen Fußbekleidung, da den meisten die Socken ausgegangen sind, weshalb wir barfuß in die Schuhe und Gummistiefel steigen, was im Großteil der Fälle zu unsäglichem Fußgeruch führt, aber das wäre vielleicht ein Thema für einen anderen Tagesbericht (siehe hierzu TB vom 12.04.12).

Jedoch war auf unserer Reise auch Sommermode sehr gefragt. Nachdem wir Teneriffa erreicht hatten und das erste Mal die Last öffneten, kam es zu einem erheblichen Kleidungswechsel. Während auf unserer ersten Etappe lange Hosen, Pullis, Ölzeug und Skiunterwäsche unseren modischen Alltag bestimmten, kamen nun offene Sandalen, Hotpants, Tops und die an Bord streng verbotenen Flip-Flops zu Tage. Da wir aber seit Teneriffa feste Wachzeiten (0-4/4-8/8-12) bekamen, hatte jede Wache einen anderen Modestil: Während die 0-4-Wache meist mit Jacken rumlief, trug die 8-12-Wache meistens nur T-Shirts und Sandalen. Die durchaus modischen Sandalen führten dummerweise zu lustigen Braun-weiß-Mustern auf unseren Füßen, welche sich bei manchen bis heute gehalten haben.

Doch waren wir modisch oft nicht den Gegebenheiten angepasst. So etwa bei den Ngöbe-Indianern. Als wir bei diesen zu Gast waren, wurde erwartet, dass die Mädchen knielange Hosen tragen, weshalb wir Jungs ein bisschen was verleihen mussten, damit unsere Gastgeber keinen Kulturschock erleiden. Ein ähnliches Problem bekamen wir auf dem Berg des Todes (Costa Rica, siehe TB vom 06.02.12), wo wir, nachdem wir mehrere Monate nie weniger als 20°C hatten, einen Kälteschock erlitten, denn auf 3000 m Höhe war es für uns einfach viel zu kalt. Auf Utila trugen wir eigentlich die meiste Zeit nur Badeklamotten oder Neoprenanzüge, und frisurenmäßig ließen sich Melvin und Joe die Haare kurz scheren, und Lea ließ sich Dreads machen.

In Kuba trugen wir dann auch mal alle zusammen unsere HSHS-Klamotten, damit die kubanischen Schüler uns gut gekleidet in Erinnerung behalten. Dieser Eindruck wurde jedoch durch den Auftritt von mir alias „Günther“ zunichte gemacht, der im Rahmen unserer Aufführung fast nackt über die Bühne sprang (vgl. TB vom 13.03.12). So, das war`s mit dem Einblick in die Modewelt der HSHS. Liebe Grüße an meine Eltern, meine Schwester und meine Freunde. Die Glatze, von der Joe berichtet hatte, ist fast wieder weg, und ich habe schon wieder 2 mm Haare auf dem Kopf, und, Marina, wehe dir, mein Zimmer ist voll mit Pailletten…
Euer Philipp

Autor: admin
Datum: Freitag, 20. April 2012 20:58
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