Wachtag

Datum: 21. April 2012
Etmal: 135 sm
Position: 44°17,147′N, 019°14,837′W
Wetter: bewölkt, Wind: NzW, 3 Bft
geschrieben von: Anna Weber

Hallo zusammen, da ich gehört habe, dass ihr fleißigen Leser gerne wieder etwas über unsere Tagesabläufe hören möchtet (und keine Gedichte etc.), berichte ich heute über einen ganz normalen Tag auf der Etappe von den Azoren bis HH. Um 03:40 Uhr werde ich wie jeden Tag seit Horta von der A-Wache geweckt. Ich ziehe mir sämtliche Pullis an, die ich bei dem wenigen Licht finden kann, ziehe mir mein Ölzeug, meine Mütze und meine Handschuhe an. Es ist mittlerweile eiskalt draußen geworden. Nach der Wachübergabe bemühe ich mich, am Ruder den richtigen Kurs zu steuern und beim Ausguck nicht einzuschlafen. Schließlich wird es auch schon heller, aber die Sonne kann man leider nicht aufgehen sehen, denn es ist bewölkt. Das restliche Wetter ist für müde Wachgänger aber auch nicht gerade optimal. Der eiskalte Wind und der leichte Regen sind recht unangenehm. Im Seegerten lese ich mir die Tagesberichte der letzten Tage durch (deswegen das hier an meine Eltern: Was Franzi P. in ihren Tagesbericht geschrieben hat, heißt nicht, dass ihr mich, wenn ich zuhause bin, jeden morgen um 5 Uhr wecken dürft, vgl. TB vom 17.04.12…).

Damit die Zeit schneller vorbei geht, haben Lena K. und ich die ganze Wache über auf Englisch geredet. Um 08:00 Uhr gehe ich schnell wieder in die Koje. Zum Mittagessen werde ich wieder geweckt. Danach geht’s zum All-Hands-Manöver wieder nach oben.  Alle Segel werden geborgen und das Deck wird aufgeklart. Gleich darauf treffen wir uns alle in der Messe, um das Großreinschiff zu besprechen. Schließlich ist alles wieder sauber und vom Kapitän kontrolliert. Direkt nach dem Reinschiff habe ich wieder Wache. Gerade habe ich „Seegartenschicht“ und versuche, den Tag halbwegs spannend zu beschreiben. Man kann beobachten, wie das Meer sich von einem klaren Dunkelblau zu einem dreckigen Graubraun verändert hat. Trotz des schlechten Wetters herrscht aber recht gute Stimmung an Bord. Morgen habe ich mal wieder das Vergnügen, den ganzen, lieben Tag in der Kombüse zu verbringen und Rösti zu machen oder, wie unsere Schweizerin Alina sagt: „Rörschti miit Speckch undch Spieguei.“ Bis bald in Hamburg
Eure Anna

P. P. P.: Meine Grüße gehen heute besonders an Kimi: Ich freue mich schon auf Glücksstadt, und denk an die Brownies! ;) - aber auch  an Lola, Mauricio und Nellie. Liebe Grüße an meine Familie, Stephi und Thea und alle, die mich kennen.

Tags » «

Autor: admin
Datum: Samstag, 21. April 2012 21:04
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Nordatlantik

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.

Keine weiteren Kommentare möglich.