Ein ganz normaler Tag in meinem zweiten Zuhause

Datum: 29. April 2012
Position:
51°29,9′N, 002°14,7′E
Etmal:
88 M
Wetter:
kaltes und hässliches Nordseewetter
geschrieben von: Franziska Potrykus

Gute/n Nargen! Meine Begrüßung ist eine Zusammensetzung aus Nacht und Morgen. Mein Tag begann heute nämlich mal wieder um zwanzig vor vier. Seit den Azoren bin ich in der 4-8-Wache bei Ulli und muss mich jede/n Nargen aufs Neue aus meiner schönen warmen Koje quälen und mein Ölzeug, die Skiunterwäsche, Fleece-Pullover bzw. Sweatshirt-Jacken, zwei paar Socken und noch eine zusätzliche Hose anziehen und mit meiner Mütze, meinem Schal und meinen Handschuhen an Deck wandern. Nach einer Stunde Steuern, einer Stunde Ausguck und einer Stunde Seegarten hatte ich abschließend eine Stunde Brückendienst. Und dann war die Wache auch schon wieder vorbei. Nach dem Frühstück musste ich erst mal ein bisschen Schlaf nachholen und wurde erst zum Mittagessen wieder geweckt. Da der Seegang erneut ziemlich stark war, gab es nur ein paar Würstchen und Pellkartoffeln.

Da ich ohnehin wach war, nutzte ich die Zeit, um noch ein bisschen für den Sportbootführerschein zu lernen. Die blöden Fragen sind nämlich echt nicht zu unterschätzen! Kurz vor dem Kaffeetrinken rief die 0-4-Wache, dass die Schot vom Toppsegel gebrochen ist. Um halb vier gab es dann für jeden ein bisschen Obstsalat, und danach hatte ich auch schon wieder Wache. Da der Wind aus der falschen Richtung kam, nahmen wir in meiner Wache den Schoner runter und kümmerten uns um die gebrochene Toppschot. An ihr war aber nichts mehr zu retten… Dann ging die Sonne auch schon unter und das Abendessen stand an. Ich wechselte mich mit David am Steuer ab, sodass wir beide zu Abend essen gehen konnten. Um acht Uhr war die Wachübergabe an die C-Wache, und danach spielten die einen noch ein paar Spiele, und für die anderen wurde ein Film per Beamer an die Tafel geworfen. Um halb zehn war der Tag für mich dann auch schon vorbei, und ich träumte davon, endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen zu können. Die Tagesbericht-Überschrift kommt daher, dass ich die Johnny schon seit längerer Zeit mein zweites Zuhause nennen kann und der Tag heute halt ein ganz normaler Tag war. Am 05.05. komme ich also nach Hause und verlasse gleichzeitig auch ein Zuhause. Heute grüße ich ganz herzlich ein letztes Mal meine Familie und meine Freunde sowie Kimi und Lola! Wir freuen uns schon alle unglaublich auf euch! Bis in 6 Tagen!

Franzi

Autor: admin
Datum: Sonntag, 29. April 2012 15:20
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Nordatlantik

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.

Keine weiteren Kommentare möglich.