12+12=24 Tage auf See

Datum: 13. Dezember 2011
Position: Fort de France, Martinique
Etmal: -
Wetter: k. A.
geschrieben von Simona Dittrich-Knüppel

12 kurzweilige Tage Hundewache. Die Nächte auf dem Atlantik sind ganz und gar nicht langweilig. So fielen in unsere Wachen z.B. die Betankung eines Katamarans, der in der Flaute zu verhungern drohte, das Überholen einer Segelyacht, die sich, vor uns fahrend, für keinen festen Kurs entscheiden konnte, das Aussegeln eines Gewitters, dessen Randschauer uns zur Erfrischung willkommen war oder das zum Greifen nahe Passieren einer Ocean Data Acquisition System Buoy - einer Messdatensammeltonne. Und besonders die Durchfahrt vom Atlantik in die Karibik zwischen Martinique und St. Lucia incl. Suche einer dann doch nicht vorhandenen Tonne und Ausweichmanöver zu einem entgegenkommenden Segler. Meine mich unterstützenden Wachgänger dieser Wache - vom Charakter ganz anders als meine vorigen Wachgänger - machten zunächst den Eindruck, als wären sie hier an Bord, um Party zu machen. Aber wenn es dann bei den Manövern und beim Ausguck auf sie ankam, bewiesen sie, dass ich mich auf sie verlassen konnte.

Da sind Lea und Franzi im Ausguck, Nelli, die wissbegierige, Melvin, der Tastencodekünstler am Wetterdatenprogramm und Joe am Ruder sowie Fritz, der die Ehre und das Vergnügen hatte, mit dem Deckwaschschlauch insbesondere am 2. Advent nicht nur das Deck mit intensivstem Einsatz wässern zu dürfen und dieses auch reichlich ausnutzte, Mauricio, für den ich nächstes Mal ein paar Nägel zum Beschlagen seiner Hufe mitbringe und Conny, mit der ich gerne mal gemeinsam einen Clown frühstücken möchte (Conny, ein Wortspielchen habe ich noch: Solltet Ihr wider Erwarten weiße Weihnachten haben, so ist dieses Teil in der Kombüse, welches den Namen Schneebesen trägt, nicht zum Fegen desselbigen gedacht ;) ) sowie schließlich noch Caren, die zur Schülerkapitänin für die erste Etappe gewählt wurde. Besondere Unterstützung bekamen wir durch Peter, unseren Bordarzt, der durch tägliches Rudergehen dafür sorgte, dass keiner meiner Wachleute während der Mittagswache einen Sonnenbrand am Ruder zu erleiden brauchte.

Nach nun 24 Tagen auf See ist für mich die Heimreise angesagt. Euch an Bord wünsche ich eine gute Weiterreise. Kommt alle wohlbehalten in Hamburg an, damit ich Euch dort wieder treffen kann. Hier ein Link, auf dem ich unsere Positionen und groben Wetterdaten während unseres Transatlantikschlages mitprotokolliert habe: www.shnw.de.
Simona

Autor: admin
Datum: Dienstag, 13. Dezember 2011 16:27
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