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Fragen eines gestressten Schülers

Samstag, 25. Februar 2012 12:55

Datum: 25. Februar 2012
Position: Utila/Honduras
Etmal: -
Wetter: k. A.
geschrieben von: Andre Gilles

Ist Fritz schon wach? Conni und Kilian auch auf?
Wann kommen wir einmal pünktlich los?
Warum sind es morgens um 9 Uhr verschwitzt nochmal schon 30 Grad?
Wie weit ist es noch bis zur Iguana-Station? Gibt es ein Klo dort?
Franzis Referat vor Ort öffnet uns zwar die Augen für Kreaturen, von denen noch nie einer gehört hat, aber wie bereitet man den „Utila-Schwarzleguan“ denn jetzt genau zu?
Besser mit Kümmel oder Kerbel?
Und warum vergräbt er seine Eier im Sand?
Müsste es nicht auch besser „sie“ heißen?
Aus welchem gottverlassenen Winkel Englands stammt wohl der völlig unverständliche Dialekt unseres Führers?
Dagegen ist der Papagei gut zu verstehen, aber warum mag er partout keine Mädchen?
Sehr nette Menschen allerortens, nur, was wollen die vielen netten Kinder mit ihren Kameras von uns?
Gleich hinterm Haus der Aussichtspunkt. Welche Geheimnisse birgt er noch, außer dass man von dort nichts sieht?
Wann gibt es endlich wieder was zu essen?
Können wir lieber Geld haben und uns davon kaufen was wir wollen?
Müssen wir jetzt den ganzen Weg wieder zurück latschen?
Nachmittags schon wieder tauchen, trotz Entzündung am Zeh (Davids Vorzeigekörperteil), Ventilator geschädigter Hand (Henrikes Ober-Dummie-Verletzung), biblischer Verletzung am Knöchel (nicht verheilen wollendes Wundmal von Felicia) usw.usf.?
Wie viele Stoßgebete passen wohl in eine Pressluftflasche?
Und wer fragt eigentlich noch nach Ralfs Barotrauma?
Kann man unter auch Wasser Gitarre spielen, Claudio?
So viele Saiten, wer schreibt die nächste? Vielleicht zehn, Franzi?

Der harte Kern meldet sich zur nachmittäglichen Fun-Olympiade:
Tandem-Schwimmen mit aneinander gebundenen Füßen, , „Arschbomben“-Schönheitswettbewerb und anderen ausgeklügelten Disziplinen.
Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?
Warum ist Lenas Rücken danach rot wie ein Red Snapper?
Musste es so enden? War der zweite Platz in der Gesamtwertung dieses Opfer wert? Dabei sein ist alles!
Sprengt der Milkshake als Belohnung für alle Jan’s Budget nun vollends?
Der Abend am Snack-Shack fängt ja ganz gut an, doch wie kommen schwäbische Spätzle an ein hondurenisches Buffet?
Warum will um 10 Uhr abends wohl keiner mehr das Fisch-Quiz spielen?
Gibt es eine Liste, wo man sich für den „Landgang“ austragen muss?
Oder darf ich gleich ins Bett?

So viele Plagen.
Nach 129 Tagen
immer noch so viele Fragen…

Frei nach: “Fragen eines lesenden Arbeiters” von Bertolt Brecht, behandelt im Deutschunterricht an Bord der „Jonny“.
Andre Gilles

Thema: Honduras | Comments Off | Autor: admin

Unter Segeln

Sonntag, 25. Dezember 2011 13:51

Datum: 25. Dezember 2011
Position: k. A.
Etmal: k. A.
Wetter:k. A..
geschrieben von: Andre Gilles

.Unter Segeln.
In der Karibik angekommen
tauchen versunkene Träume auf.
An den weißen Stränden
verlieren sich die dunklen Wolken
in weiter Ferne.
Sand auf nasser Haut,
neuer Haut.
Der warme Wind in den Palmen
trägt die Gedanken dahin
über das tief türkisblaue Meer
bis zum Horizont
und weiter.
Mit jeder einrollenden Welle
beginnt das Leben von Neuem,
wie atmen,
wie lange, ruhige Schläge des Herzens.
nichts müssen.
nichts wollen.
nicht mehr Meer
sondern
nicht
s
.

Andre Gilles

Thema: Karibik | Comments Off | Autor: admin