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Wieder ein Jahr älter!

Montag, 16. April 2012 11:34

Datum: 16. April 2012
Position: Horta, Ilha do Faial, Azoren
Etmal: -
Wetter: frühlingshaft warm
geschrieben von: Conni Schmidt

Es ist kurz vor 12. In ein paar Minuten beginnt meine Hafenwache mit Lena P. bis 2 Uhr. Doch in ein paar Minuten beginnt nicht nur unsere Wache, sondern auch ihr langersehnter 16. Geburtstag. Als ich auf die Brücke komme, stehen schon alle wie die Hühner in einem Kreis um Lena herum, gratulieren und geben ihr Kuchen und Geschenke. Ich habe mit Lena K. zusammen ein Geschenk gemacht, und so warten wir, bis alle anderen fertig sind. Es ist schön zu sehen, wie sich Lena freut. Um 20 vor 1 ungefähr sind dann nur noch Pauline, Lena K., Anna, Lena P. und ich auf der Brücke. Die Wache geht schnell vorbei. Nach der Wache, um 2 Uhr, sind wir noch nicht wirklich müde und „chillen“ uns zu den anderen auf der Pier vorm Schiff. Ein Junge von der „Clear Eyes“ nebenan ist auch da. Wir hören Musik und unterhalten uns lange.

Wie jeden Morgen gab es auch heute um 7 Uhr Frühstück, so wurden wir alle mehr oder weniger liebevoll geweckt. Nach dem Frühstück hieß es Kammern aufklaren, und dann sollten wir, die am Vortag noch nicht dran waren, üben, mit dem Beiboot zu fahren. Das war sehr wichtig, denn in Glücksstadt wollen fast alle von uns ihren Sportbootführerschein-See machen. Ich hatte schon am Vortag geübt und somit den heutigen Vormittag mehr oder weniger frei. Pauline arbeitete fleißig an unserem Bild auf der Pier, und ich unterhielt sie ein wenig. Dann fing ich selber an, Sachen zu malen. Kilian, Fritz und ich verewigten uns zusammen, und Lena hatte auch ziemlichen Spaß daran, komische Sachen zu malen.

Nach dem Mittagessen hatten wir dann Landgang. Als meine Gruppe endlich fertig war, sich umzuziehen, zu schminken und den ganzen Schnickschnack, konnten wir endlich los in Richtung Supermarkt. Wie immer hielten wir uns ziemlich lange darin auf, sodass wir uns beeilen mussten, um noch pünktlich zum geplanten Museumsbesuch zu sein. Wir brauchten etwas Zeit, um das Walfangmuseum zu finden, doch wir kamen noch rechtzeitig an. Nach einer Führung durch das Museum hatten wir noch Freizeit, bis wir uns um halb 7 zum Essen in einem Restaurant oberhalb eines Strandes in einer Bucht trafen. Fritz, Kilian und ich machten uns also entspannte 1 1/2 Stunden in der Stadt und kamen überpünktlich am Restaurant an. Nach einem lockeren und lustigen Essen gingen wir alle zurück zum Schiff und ließen den Tag ruhig an der Pier ausklingen. Ich grüße meine Familie und meine Freunde. Ich freue mich sehr, euch bald wiederzusehen!
Auf bald, Conni

P.S.: Ein besonderer Gruß geht an Mauricio, Lola, Nellie und Kimberly. Wir alle vermissen euch sehr.

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Täglicher Begleiter: Die Welle

Samstag, 24. März 2012 19:19

Datum: 24. März 2012
Position: kurz vor den Bermudas
Etmal: -
Wetter: sonnig, gute Sicht
geschrieben von: Conni Schmidt

Der heutige Tag begann für mich eigentlich gestern. Und zwar damit, dass ich zur 23:00-Uhr-Wache geweckt wurde. Eigentlich wollte ich vorher nicht einschlafen, aber irgendwie fielen mir gegen 22:00 Uhr die Augen zu. Dadurch war ich nicht, wie eigentlich geplant, ziemlich wach, sondern eher ziemlich müde. Die Wache war  recht angenehm. Joe hatte sich vorgenommen, unseren kompletten Wachtag zu steuern, also hieß es für Henrike und mich Ausguck und Wetter machen. Gegen 01:00 Uhr verabschiedete Henrike sich dann, weil es ihr nicht so gut ging. Also machten Joe und ich die restliche Stunde allein. Nach 6 Stunden Schlaf und dem Frühstück ging es dann um 08:00 Uhr weiter mit der vierstündigen Wache. Henrike ging es immer noch nicht perfekt, also ließen wir sie schlafen. Joe steuerte seine 4 Stunden und ich machte 4 Stunden Ausguck, Wetter und weckte.

Nach dem Mittagessen hatten wir 1 1/2 Stunden Pause, bis wir Großreinschiff hatten. Philipp und ich halfen Kilian, Mauricio und Fritz mit der Backschaft, und wir klarten die Kombüse zu fünft auf. Dann hatte ich bis um 19:00 Uhr frei. Bei der Abendwache war Henrike wieder dabei, und wir betrachteten aus der Ferne die Bermudas bei Nacht. Nach 9 Stunden Wache hatte Joe keine Lust mehr zu steuern, und ich übernahm den Rest. Ab jetzt warten noch 3-4 Tage Bermudas auf uns, und dann geht es über den Nordatlantik. Dies wird ein sehr schwerer Teil unserer Reise. Doch auch diesen Teil werden wir meistern. Ich grüße alle meine Freunde, meine ganze Familie und alle Lietzer. Besonders Familie Ertmer.
Ahoi, Conni

Die Welle

Tiefes Blau ist ihre Farbe,
zu unsagbarer Zerstörung ist sie in der Lage.
Manchmal klein und unscheinbar,
ein anderes Mal größer als ein Haus, und das ist wahr.

In ihr lernen Kinder schwimmen,
doch sie kann ganze Länder krümmen.
Sie bringt die Seekrankheit,
und wir können zeigen, was wir können, endlich eine Möglichkeit.

Sie bringt das Schiff durcheinander
und uns zueinander.
Denn wir tragen alle diese Last,
doch alles ist gut, so lange er steht, der Mast.

Thema: Nordatlantik | Comments Off | Autor: admin