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Pudel

Sonntag, 25. März 2012 13:47

Datum: 25. März 2012
Position: 31° 40′ N, 068° 18′ W
Wetter: Luft 21°C, Wind 5 Bft, SzE, wolkig, mit Aussicht auf Fleischbällchen…
Etmal: 208,5 M
geschrieben von: Franziska Jutrowski

Hallo, ihr Lieben! Heute ist der 16. Geburtstag meiner besten Freundin, deshalb würde ich ihr gerne diesen Tagesbericht widmen. Es lebten einmal ein Pudel und ein Vogel ganz nah beieinander. Zuerst mochten sich die beiden gar nicht, sie stritten sich andauernd wegen belangloser Dinge, wie z.B. wer mehr weiß über Englisch oder Geographie. Nach einer Weile hatten sich die beiden aneinander gewöhnt, sie wurden beste Freunde. Bald entschied sich der Vogel, eine Reise nach Lateinamerika zu machen. Er wusste zuerst nicht, ob es klappen würde mit 25 anderen, fremden Vögeln so weit zu fliegen. Als der Vogel dann eine Zusage des Obervogels erhielt, war die Freude genau so groß wie die Trauer. Er würde neue Freunde kennen lernen, in weit entfernte Länder reisen und lernen, wie die anderen Lebewesen dort lebten. Es würde warm sein und er müsste hart arbeiten, wenn er in einer solch großen Gruppe von 25 Vögeln zusammenleben wollte. Er war aber traurig, weil der Pudel, sein bester Freund, nicht mitkommen konnte, und er musste seine Familie und andere Freunde auch zuhause lassen. Alle gewohnten Dinge würden auf seiner großen Reise anders sein, als sie es bisher in dem Leben des Vogels waren. Er hatte sogar ein wenig Angst.

Der Vogel brach auf, erreichte seine Ziele, ohne großen Schaden davonzutragen. Er erlebte viel in den neuen, fremden Ländern. Aus dem Erleben lernte der Vogel, er war schlau. Er lachte mit den anderen Vögeln, die ihn begleiteten, und er weinte mit ihnen. Sie ärgerten sich zusammen über einige Obervögel, andere flogen wieder nach Hause, weil es ihnen nicht gut ging oder die Obervögel sie nicht mehr mitnehmen wollten. Mittlerweile waren sie nun schon ganze 5 Monate unterwegs. Irgendwann rückte der Tag näher, an dem der Pudel seinen 16. Geburtstag feiern wollte. Der Vogel wusste genau, dass dieser Tag ein ganz besonderer für den Pudel sein würde. Er freute sich soooooo unglaublich doll auf diesen Tag, als ob er selbst seinen 16. Geburtstag feiern würde. Als es dann endlich so weit war, die Geschenke für den Pudel bereit lagen und die Stimmung des Vogels fast vorm Platzen war, da konnte der Vogel den Pudel nicht erreichen. Der Vogelschwarm war gerade auf dem Weg zum nächsten Zielort, er hatte keine Möglichkeit, den Pudel wenigstens anzurufen oder gar eine Nachricht zu schreiben. Das machte den Vogel sehr traurig. Er würde jetzt gerne bei dem Pudel sein und ihm zum Geburtstag gratulieren. (NICHTS IST UNMÖÖGLICH, TOYOTA) :D:D

Dieser Tag zeigte mir, dass Freundschaft länger halten kann, als man Anfangs glauben mag. Auch über einen längeren Zeitraum, in dem man sich nicht sieht. Jelena? Ich wünsche dir alles, alles Gute zu deinem 16. Geburtstag! :* <3 Ich vermisse dich!
Franziska

P.S.: Ich schicke auch Grüße an meine Eltern, meine Schwester, an Colin, Tjard und Maja!! Ich liebe und vermisse euch ! <3 ;***

Thema: Nordatlantik | Comments Off | Autor: admin

Auf Wiedersehen, Utila

Mittwoch, 29. Februar 2012 10:22

Datum: 29. Februar 2012
Position: aus der Bucht Utilas aufs offene Meer
Etmal: -
Wetter: leicht bewölkt
geschrieben von: Franziska Jutrowski

Ein fröhliches Hallo an alle Omas, Opas, Mamas, Papas, Tanten, Onkel, Bekannte und Freunde, die eifrig unseren Blog verfolgen! Heute ist ein recht trauriger Tag. Heute heißt es Anker hieven und Segel setzten! Die High-Seas-High-School-Crew verlässt heute die Bucht Utilas. Ein trauriger Tag ist es deshalb, weil Utila ein bezaubernder Ort ist und ich ihn irgendwie ins Herz geschlossen habe. Wahrscheinlich deshalb, weil ich auf Utila wunderschöne Tauchgänge gemacht und viele neue Leute kennen gelernt habe, mich endlich mal wieder auf Englisch und nicht auf Spanisch mit Leuten unterhalten konnte und viel Spaß hatte. Vor allem der Rescue Diver Course mit Gordo hat mir besonders viel Spaß gemacht. Es gibt bestimmt viele Leute, die sich nichts darunter vorstellen können, deshalb werde ich dies mal ein bisschen erläutern: Bei dem Rescue Diver Course haben wir zunächst einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Danach lernten wir in der Theorie, wie man Leute aus dem Wasser rettet. Das, was gerade frisch erlernt wurde, konnten wir auch gleich bei ein paar Tauchgängen in die Tat umsetzten. Das sah dann so aus, dass z.B. die Assistenten von Gordo ins Wasser sprangen und so getan haben, als ob sie nicht schwimmen können. Wenn man sie dann aus dem Wasser retten will, ist es vor allem wichtig, dass man für seine eigene Sicherheit sorgt und, wenn man noch andere Helfer hat, als ein Team denkt.

Leider sind die Tage auf Utila vorbei. Dafür erwartet uns ein neuer Ort: Kuba! Ich glaube, viele unserer Eltern werden fragen, welcher Ort denn für uns der schönste war. Ich weiß nicht, wie die anderen das sehen, aber ich werde darauf keine Antwort haben. Jeder Ort, den wir bereisen, ist auf seine eigene Art und Weise schön. Aber was ihn besonders macht, ist das, was wir an diesem Ort erleben. Ich denke, dass es so ist: An dem Ort, wo man etwas schönes erlebt hat, den hat man später auch als ein schönen Ort in Erinnerung. Erlebt man dort etwas nicht ganz so erfreuliches, so trübt sich die Stimmung und die wirkt sich dann auf das Betrachten des Ortes aus. Betrachten im Sinne von Wahrnehmen. Ich finde, dass das Auslaufen aus der Bucht Utilas bisher einer der schönsten Momente war. Aus dem Grund, weil der Besitzer des Alton’s-Dive-Centers, Mitch, mit seiner Frau, seiner Tochter und ein paar Angestellten hinter der Johnny herfuhren und uns ein Stück weit begleiteten. Sie haben gewinkt und gehupt. Wir haben ein kleines Hupkonzert gegeben beim Auslaufen. ;D Erlebt man auch nicht alle Tage, dass man einen eigentlich fremden Ort mit fremden Leuten verlässt und man so herzlich verabschiedet wird.

Was ich aber jedes Mal wieder denke, wenn wir über Tage Landaufenthalt haben, dass ich endlich wieder auf die Johnny will. Es ist irgendwie kaum zu glauben, aber das Schiff ist mein Zuhause. Ich bin stolz, sagen zu können: Da wohne ich jetzt schon seit mehreren Monaten. Man mag vielleicht wenig Platz haben, aber das Schiff ist trotzdem ein magischer Ort. Das alles ändert aber nichts daran, dass ich in Deutschland noch eine Familie habe, die auf mich wartet und wo ich auch immer willkommen bin. Deshalb möchte ich hier ein paar Grüße an meine Familie schicken, Mama, Mark, Feli, Gerti, Wolfgang, Michael und Ruth. Und gaaaaanz viele Küsse an Colin, Tjard, Jelena, Maja, Kirsten und Jan-Peer. Das war’s dann auch schon wieder. Danke für die Aufmerksamkeit und noch ein paar entspannte Tage ohne die Kids. Wer weiß, wie stressig es wird, wenn wir wieder da sind?
Ahoi, eure Franzi!

Thema: Honduras | Comments Off | Autor: admin