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Bilderbuchgeschichten…

Donnerstag, 1. März 2012 19:27

Datum: 1. März 2012
Position: 18° 09,6’ N, 086° 36,4’ W
Etmal: 140 Seemeilen
Wetter: Luft 29°C, Wasser 27°C,sonnig und warm, aber windig
geschrieben von: Henrike Klein

Hola, mis Amigos! Ein weiter Ozean…nichts zusehen weit und breit. Nur Wasser. Wasser und Wellen. Eine riesige rein blaue Fläche. Selbst der Himmel ist klar und wolkenlos. Kein einziges Wölkchen ist zu sehen, kein Vogel. Doch halt, ein einsamer Vogel ist dort. Eine Seemöwe, die ihre Kreise zieht. Tagelang fliegt sie nun schon über das karibische Meer auf der Suche nach Futter. Doch nichts ist da. Die kleine Möwe hat vor einer Woche den Anschluss an ihrem Schwarm verloren und seither ist sie allein. Als letztes hat sie mitbekommen, dass ihre Gruppe mit ihrer Mutter nach Habannasaka, oder so ähnlich, wollte. Das einzige, was sie seither gegessen hat, ist ein fliegender Fisch, der zufällig direkt vor ihr aus dem Wasser sprang. Ansonsten war dort nichts. Die kleine Möwe fliegt weiter. Noch ist es Nacht, aber sie merkt schon, wie die ersten Sonnenstrahlen am Horizont hervor lugen. Bald bricht der Morgen herein und es ist eine weitere Nacht verstrichen, in der die kleine Möwe wieder einmal nichts gefunden hat. Gerade will sie sich, schon ermüdet und frustriert, auf der Wasseroberfläche niederlassen, um eine Weile den Schnabel unter die Flügel zu stecken und zu schlafen, aber da entdeckt sie am Horizont ein kleines rotes Licht.

Neugierig geworden, überlegt sie sich, doch noch ein wenig weiterzufliegen und die Quelle dieses komischen Lichts zu finden. Als sie schon etwas näher dran ist, erkennt die Möwe, dass es sich um das Backbordlicht eines Segelschiffs handelt. Es ist ein kleines, weiß-blaues Segelschiff mit zwei Masten, und vorne am Bug steht ein Mensch, sogar ein noch recht junger Mensch, und hält Ausschau. Auf der Bordwand steht geschrieben „Johann Smidt – Bremen“. Ein Schiff, endlich etwas anderes als der immer gleiche Ozean. Hier lässt sich bestimmt etwas Kleines zu essen finden, denkt sich die Möwe und fliegt etwas näher heran. Da hört sie plötzlich jemanden: „Lena P., du musst jetzt alle zum Frühstück wecken, es ist zehn nach sieben!“ Daraufhin bewegt sich der Mensch, vermutlich ist es Lena, und geht durch ein Schott unter Deck. Die kleine Möwe spricht zwar nicht einwandfrei die Menschensprache, aber was Frühstück bedeutet, weiß sie. Es bedeutet Essen! Und dieses Mädchen ist auf dem Weg zum Essen, also muss die Möwe nur unauffällig dem jungen Menschen folgen. Schnell schlüpft sie noch mit durch die zufallende Tür und hätte sich beinahe den Flügel in ihr geklemmt. Nur eine Feder wurde ausgerupft und blieb in der Tür stecken. So ein Opfer fürs Essen ist aber noch zu verkraften!

Nachdem die Tür zugefallen ist, eröffnet sich dem kleinen Vogel ein völlig neuer Anblick. Sie ist nun in einem Raum, gefüllt mit zwölf Matratzen, auf denen jeweils auch einer dieser Menschen liegt und schläft. Doch jetzt ruft Lena: „Aufstehen, Pumakäfig! In 15 Minuten gibt’s Essen.“ Langsam erwacht einer nach dem anderen. Sie recken sich und reiben sich die müden Gesichter. Nach und nach stehen sie auf und verlassen den Raum. Die kleine Möwe tappt unauffällig einem Mädchen hinterher, das erst zum Waschbecken schlurft, um sich etwas Wasser zum Aufwachen ins Gesicht zu spritzen, und anschließend einem Flur entlang bis zur Messe geht. Dort steigt dem kleinen Vogel plötzlich ein wunderbarer, neuartiger Geruch in die Nase. Es duftet wunderbar lecker nach etwas Gebackenem und etwas Gebratenem. Die Möwe hört das Mädchen vor ihr zu einem anderen Jungen sagen: „Guten Morgen, Claudio, du bist ja Backschaft - was gibt‘s denn heute zum Essen?“ „Rührei und Nutella, weil heut Seemanns-Sonntag ist!“ Seemanns-Sonntag, davon hat die Möwe auch schon mal etwas gehört. Das ist ein Tag, an dem es immer gutes Essen gibt, meint sie sich zu erinnern. Was für ein Glücksgriff dieses Schiff und dieser Tag doch sind, auch wenn sie diese beiden seltsamen Gerichte nicht kennt, sie müssen doch besonders sein!

Also schlüpft sie einfach unter eine der Bänke in die Ecke des Raums. Ein Fußpaar nach dem anderen kommt unter Schnattern an ihr vorbei gelaufen, und irgend jemand setzt sich auf die Bank über ihr. Die Menschen tratschen und erzählen sich munter Geschichten, bis ein helles Glockenläuten ertönt und plötzlich alle leise sind. Gespannt sitzt die kleine Möwe in ihrem Versteck und wartet darauf, was jetzt geschieht. Da hört sie schon ein zweites Läuten und alle fangen wieder an zu reden. Man hört Geschirr klappern. Anscheinend haben sie angefangen zu Essen. Tatsächlich, nach ein paar Sekunden fällt auch schon ein kleines Stück Brot zu Boden. Hungrig stürzt sich die Möwe auf das Essen, doch das Brot ist mit einer gelben Masse belegt. Vorsichtig probiert sie ein kleines Stück. Hmm, das muss dieses Rührei sein, von dem der Junge eben gesprochen hat. Und es schmeckt himmlisch. Aufgeregt wartet der kleine Vogel auf weitere Krümel, um sie dann schnell aufzupicken. Und es kommen viele solcher Krümel auf den Boden geflogen. Es ist fast wie ein Regen aus Essen für die Möwe und sie kommt sich vor wie im Schlaraffenland, weil sie doch so lange schon nichts mehr zu essen gehabt hat. Einmal gießt einer der Jungen eine Mucke voll mit Milch um und eine weiße Pfütze ergießt sich auf dem Boden. Schnell schlürft die kleine Möwe so viel wie möglich auf, bevor sie sich hastig unter der Bank verstecken muss, um nicht von dem Jungen gesehen zu werden, der nun auf Knien versucht, die Reste zu beseitigen. Dann ist das Festmahl zu Ende und sie muss auf die kleinen Füße und Flügel aufpassen, damit ihr niemand darüber läuft. Die Messe ist nun leer und die kleine Möwe überlegt, was sie nun machen soll. Bald muss sie dieses Schiff wieder verlassen, um ihre Mutter zu suchen, doch erst einmal entscheidet sie sich, eine kleine Pause zu machen, um wieder zu Kräften zu kommen. „Ich sollte mich mal ein bisschen umsehen“, denkt sie sich und tappst die Treppe rauf zurück zum Deck.

Dort ist nun viel Betrieb. Alle rennen umher und ziehen an irgendwelchen Seilen, zerren an Segeln, stehen am Steuer oder turnen auf den Rettungsbooten herum, um diese festzuzurren. Was für ein Durcheinander! „Ich hasse All-Hands-Manöver so früh am Morgen“, sagt ein Mädchen, das wirklich noch sehr müde aussieht und nur etwa einen halben Meter neben dem Vogel steht. Schnell flüchtet dieser unter einen Verschlag neben Besen und Putzzeug. Aha, ein All-Hands-Manöver nannten sie dieses Chaos also! Komisches Völkchen! Vögel vertreiben sich den Tag mit Wettkämpfen - wer am schnellsten fliegt oder die meisten Fische fängt, und diese Menschen haben nichts besseres zu tun, als an Seilen und Segeln rumzuturnen! Aus dem neuen Versteckt beobachtete der kleine Vogel noch ein wenig. Einmal sieht er belustigt, wie eine große Welle ans Deck klatscht und alle von oben bis unten nass spritzt, was für ein Spaß. Doch nun wird es hier zu langweilig und die Möwe hüpft zurück in die Messe, wo nun wieder einige der jungen Menschen am Tisch sitzen. Dieses Mal liegen aber zur Enttäuschung der Möwe statt Brotlaibe nur Papierstapel und Stifte auf den Tischen und vorne steht einer der alten Menschen an einer grünen Wand, auf die er etwas raufkritzelt.

Zwar kann die Möwe lesen, aber dieses Krickelkrackel ist ein zu großes Wirrwarr, um es entziffern zu können. Schnell gibt sie dies auf und versucht stattdessen den Worten zu lauschen. Schnell lernt sie, dass es sich hier wohl um sogenannten Unterricht handelt. Die Frau erzählt den jungen Menschen etwas über Politik in Kuba, der UdSSR und der USA, was auch immer das alles bedeuten soll. Aufmerksam setzt sich das kleine Tier in die Ecke und versucht, dem Unterricht zu folgen. Nach der Frau kommt ein alter Mann mit Brille, der komische Bilder an die Wand malt und das Mathematik nennt, vermutlich eine Art Kunstunterricht oder so etwas, zumindest müssen sie alle wilde Kurven und Linien malen und geheimnisvolle Zeichen davor setzen. Bei der Hälfte kann sich der kleine Vogel, ähnlich wie auch einige Schüler, nicht mehr konzentrieren und schläft ein.

Er träumt, wie er seine Mutter und seinen Schwarm wiederfindet und mit ihnen zusammen in dieses Wunderland fliegt und sie hier zusammen leben und nie wieder Hunger leiden müssen… Ein harter Schlag gegen den Hinterkopf reißt die Möwe abrupt aus ihrem Traumland. Sie blinzelt. Aus einem der Bullaugen blitzt bereits der Sonnenball hindurch, der im Meer unterzugehen scheint und die Wolken feuerrot färbt. Es ist anscheinend schon Abend und sie hatte den ganzen Mittag verschlafen. Nun hat ein Fußtritt eines der Menschen sie unsanft geweckt. Sie blickt sich um und sieht lauter Beinpaare, die sich auf sie zubewegen und sich auf den Bänken neben ihr niederlassen. Es ist wohl schon Zeit fürs Abendessen! Auch gut, denkt sich die Möwe. Ungeduldig wartet sie auf den Essensregen, doch er kommt und kommt nicht. Da sieht sie durch die vielen Beine hindurch ein anderes Beinpaar aufstehen und gemächlich zu der grünen Wand gehen. Plötzlich kehrt Stille ein und alle hören gespannt zu. Dieser Mann muss wohl der Kapitän sein, zumindest würde das den Respekt aller erklären. „Wir fahren momentan acht Knoten, mit Tendenz zu zehn. Aufgrund dieser Geschwindigkeit ist es durchaus möglich, dass wir schon am Sonntagmorgen Havanna erreichen werden!“ Diesen Worten folgt ein allgemeiner Applaus und Jubel. Auch die Möwe stimmt krähend ein, denn sie erinnert sich nun endlich, wohin ihre Mutter und der Rest fliegen wollten: nach Havanna, so hieß die Stadt! Und das Beste war, dass dieses Schiff genau dorthin fahren würde und das auch noch ziemlich schnell! Was für ein Glücksgriff. Als müsste sie nur hierbleiben, abwarten und in Havanna dann ihre Mutter suchen.

Die Möwe ist so in Aufregung, dass sie ganz die Glocke zur Stillen Minute überhört und auch noch, als alle anderen schon leise sind, noch weiter kräht. Zum Glück scheint dies aber nur ein Mädchen zu bemerken. Sie lugt vorsichtig unter den Tisch und sieht die Möwe dort verängstigt in der Ecke sitzen. „Oh nein! Da ist nun gerade alles so perfekt und ich muss es vermasseln!“, denkt die Möwe. „Vermutlich werden sie mich von Bord werfen oder, noch schlimmer, sie braten und fressen mich!“ Doch das Mädchen guckt das Tier nur mitleidig an, greift dann nach oben und streckt unauffällig eine Handvoll Brot unter den Tisch. Dankbar und immer noch ein wenig unsicher pickt die Möwe die Brotkrumen auf. Dann kommt die Hand noch einmal und wirft ein Stück zusammengerollten Fisch am Spieß auf den Boden. So einen Leckerbissen hatte der kleine Vogel noch nicht einmal zu Weihnachten oder zum Geburtstag!

Nach einem weiteren leckeren Essen, als alle die Messe verlassen, bleibt das Mädchen noch kurz da, sieht unter dem Tisch zu der kleinen Möwe und sagt: „Du brauchst keine Angst haben, ich bin Henrike und ich zeig dir einen Platz, wo du heute sicher schlafen kannst!“ Dankbar tappt sie dem Mädchen hinterher an Deck. Dort lässt das Menschenkind sie auf ihre Hand klettern und trägt sie bis zu den Rettungsbooten. Darüber liegt eine Plane, doch das Mädchen schiebt sie zur Seite und ein kleines Knäuel aus Netzen und Handtüchern kommt zum Vorschein. Ein wenig erinnert dies die kleine Möwe an ihr eigenes Nest, in dem sie letzten Frühling in Costa Rica geschlüpft war. Eilig hüpft sie in das Boot und in das provisorische Nest. Sie breitet die Flügelchen etwas aus und sofort wird es wohlig warm um sie herum. Froh blickt es hoch zum Mädchen und kräht leise zum Dank. „So, ich werde dich jetzt allein lassen, denn wir haben noch eine Versammlung in der Messe. Aber ich lasse dir die Plane einen Spalt offen und sehe morgen wieder nach dir! Gute Nacht.“  Daraufhin schiebt sie die Abdeckung vor und verschwindet. Durch den letzten Spalt  sieht die kleine Möwe den runden, vollen Mond. Zufrieden gähnt sie, steckt den Schnabel unter die Flügel und schläft ein. Was für ein schöner Tag! Sie freut sich jetzt schon auf morgen…was es wohl zu Essen geben wird?
Und da sagt einer, wir hier auf dem Schiff seien verfressen?!

So, das war es nun, und dieses Mal nicht wie sonst nur für heute, sondern das war mein letzter Tagesbericht auf dieser Reise – falls ich nicht noch einmal freiwillig für jemand anderes übernehme. Ein letztes Mal grüße ich euch alle. Zuerst meine liebe Familie, Mama, Papa, Lotte, Lukas und Johnny. Ich hab euch alle sehr lieb und kann es kaum erwarten, euch schon so bald wieder in die Arme zu schließen! Außerdem alles Liebe an meine Oma und meine beiden Opas, meine Tanten, Onkel, Patentante und Patenonkel. An meine Cousinen und Cousins und ganz besonders an alle meine Freunde! Ich hab euch alle so sehr lieb und vermisse euch so schrecklich, auch wenn ich am liebsten hier bleiben würde!
In Liebe, eure Henrike

Thema: Honduras | Comments Off | Autor: admin

NAUI – Advanced Scuba Diver

Freitag, 24. Februar 2012 17:10

Datum: 24. Februar 2012
Position: Alton’s Divecenter, Utila, Honduras
Etmal: 3 Seemeilen per Tauchboot
Wetter: sonnig und heiß
geschrieben von: Henrike Klein

Hey Guys! …wie man hier auf Utila grüßt. Ein letztes Mal um sechs Uhr morgens aufstehen und sich den noch vom Vortag feuchten Bikini anziehen. Ein letztes Mal mit Flossen, Schnorchel und Maske bewaffnet zum Frühstück gehen. Ein letztes Mal nach dem Rührei mit Speck und Toast zur Ausrüstungsausgabe gehen. Ein letztes Mal die Pressluftflasche vorbereiten und schließlich aufs Tauchboot steigen – bereit für unsere letzten beiden Tauchgänge auf Utila, zumindest für meine Gruppe. Denn heute ist der Tag, an dem wir unseren zweiten Tauchkurs beenden. Auf dem Programm stehen ein Wracktauchgang und ein Fun-Dive. Mit dem Wrack ging es los, der Tauchgang, auf den ich mich am meisten von allen gefreut habe. Das Tauchboot musste nur ein kleines Stück fahren, sodass wir uns nur kurz vorne auf dem Schiffsdach sonnen konnten. Nach zehn Minuten hieß es dann schon „Ausrüstung anlegen“ und ab ins Wasser. Zwar finde ich es schade, dass es der letzte Tauchgang ist, aber das Anziehen beziehungsweise Hineinquetschen in den nassen Wetsuit werde ich auf keinen Fall vermissen! Trotzdem war es nun nach rund einem Dutzend Tauchgängen schon viel routinierter.

Nach knapp fünf Minuten waren alle im Wasser, was sonst fast 15 Minuten gedauert hatte. Das Wrack der “Halliburton”, zu dem wir tauchen wollten, liegt in etwa 30 Metern Tiefe und war ursprünglich ein Handelsfrachter, der 1999 dort versenkt wurde, zu eben diesem Zweck: um dort Tauchen zu gehen. 30 Meter ist aber schon eine beträchtliche Tiefe und zählt deshalb als Deep-Dive. Das bedeutet, dass besondere Vorsichtmaßnahmen beachtet werden sollten. Man muss besonders darauf achten, langsam abzutauchen, immer Druckausgleich zu machen und beim Auftauchen einen Sicherheitsstopp für drei Minuten auf fünf Metern zu machen. Das alles erklärte uns vorher Katja, die heute unseren eigentlichen Tauchlehrer Arjen vertrat. Genug Theorie und los ging es Richtung Meeresgrund. Leider hatte aber Lena H. Probleme mit dem Druckausgleich. Erst haben wir noch ein bisschen auf sie gewartet, aber so tief unten ist die Luft sehr begrenzt und deshalb mussten wir nach drei Minuten auch ohne Lena weiter abtauchen. Deshalb musste Lena wieder auftauchen und zurück zum Boot schwimmen. Für den Rest der Gruppe ging es daraufhin stetig abwärts, bis wir das Wrack erreichten. Ich hatte mich nicht umsonst am meisten auf diesen Dive gefreut.

Der gesamte Frachter war überzogen mit Korallen, Muscheln, Algen und Seesternen, sodass man kein bisschen von dem ursprünglichen Material sehen konnte. Überall schwammen Fische umher, ins Schiff hinein und wieder heraus, und aus schmalen Ritzen im Deck blubberten kleine Blasen von Tauchern, die unter Deck das Wrack erkundeten. Ich habe mich gefühlt wie im Film und konnte es gar nicht fassen, dass so ein Ort real sein kann! Zuerst ist Katja mit uns einmal ums Wrack herum geschwommen. Der Frachter ist etwa 40 Meter lang und acht Meter breit. Anschließend durften wir ein kleines Stück ins Schiffsinnere schwimmen, zumindest dorthin, wo die Türen nicht zu eng waren. Am Ende sind wir noch einmal alle durch die ehemalige Brücke geschwommen. Dort war eine Art Altar mit einer Figur mit Pilotenbrille und Totenkopf. Daran stand ein Schild „Selbst Jesus war Pirat“. Tja, wie das nun zu verstehen bzw. zu interpretieren ist, wusste niemand so recht von uns. Nun war es aber schon wieder Zeit für den Aufstieg. Dabei versuchten Felicia und ich unter Wasser Luftringe zu formen, welche dann von kleinen Fischen gejagt wurden. Das war das Ende des ersten der beiden letzten Tauchgänge. Der zweite sollte, wie schon gesagt, ein Fun-Dive sein. Das heißt, dass hierbei auf nichts Besonderes geachtet wird, sondern dass wir einfach nur so zum Spaß tauchen. Dazu ist das Tauchboot noch ein kleines Stück weiter zu einem anderen Riff gefahren. Der letzte Tauchgang war eher unspektakulär, so wie die anderen auch schon davor. Wir haben wieder sehr viele, schöne Fische gesehen und schöne Korallen und Pflanzen. Des Weiteren habe ich ein etwas in Mitleidenschaft gezogenes Armband am Grund gefunden. Zwar wollte ich es eigentlich mitnehmen, aber leider hab ich es unterwegs verloren. Stattdessen hab ich als Andenken eine kleine Muschel mitgebracht, die jetzt in meinem Tagebuch klebt.

Auch unser allerletzter Tauchgang war nun beendet und es ging zurück ins Dive Center. Tauchen macht hungrig. Das habe ich besonders heute wieder gemerkt, als ich einen riesigen Burger mit hausgemachten Pommes verdrückt habe, eine Portion die ich normalerweise nie geschafft hätte. Tja, diese Stärkung war aber auch nötig, denn am Abend wartete schon unsere Theorieprüfung auf uns. Normalerweise ist es üblich zu üben, wenn eine schriftliche Prüfung ansteht, doch bei dieser Prüfung heute war dies vollkommen überflüssig. Zum einen, weil die Fragen total einfach waren, und zum anderen, weil sowieso die ganze Gruppe zusammengearbeitet hat. Schon eine halbe Stunde nach der Klausur hat Arjen, der Lehrer, bekannt gegeben, dass wir alle bestanden haben. Und so wurde aus uns „PADI Open Water Diver“ nun „NAUI Advanced Scuba Diver“ -  auf jeden Fall klingt es eindrucksvoll!

Der Nachmittag stand dann jedem frei zur Verfügung. Ich bin mit ein paar anderen erst von dem Turm am Ende des Stegs ins Meer gesprungen und habe gebadet. Im Anschluss daran waren wir noch in der Stadt Postkarten kaufen und schon einmal Proviant für die lange Busfahrt in zwei Tagen besorgen. Am Abend wollte dann die gesamte Gruppe zusammen essen gehen in RJ’s, einer Bar mit Grill direkt gegenüber vom Dive Center. Dort hatten wir noch einen gemütlichen Abend mit reichlich leckerem Essen und Trinken. Später konnte ich nur noch ins Bett stolpern: zu müde vom Tauchen und zu satt vom Essen! So ein ausgefüllter Tag macht nun mal müde! So ging der letzte Tauchtag schön zu Ende. An alle zuhause: Wenn ihr demnächst mal vorhabt, Tauchen zu gehen, dann kann ich unsere Tauchschule echt empfehlen! :) Liebe Grüße an meine Tante Katrin und an meine liebe Schwester. Viel Spaß dir in nächster Zeit auf deinen Reisen! Außerdem grüße ich meine ganze Kleins- Verwandtschaft!
Eure Henrike

Thema: Honduras | Comments Off | Autor: admin