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Richtung Heimat

Dienstag, 27. März 2012 12:50

Datum: 27. März 2012
Position: St. George’s, Bermuda
Etmal: -
Wetter: bewölkt und sehr windig
geschrieben von: Kilian Ludwig

Nun sind wir also auf Bermuda. Unser vorletzter geplanter Stopp auf der Reise. Neben uns liegt die Regina Maris aus Holland, mit der ein ähnliches Projekt mit fast den selben Reisezielen unternommen wird wie das mit der Johann Smidt. Wir sind gestern angekommen, und für den heutigen Tag standen einige Decksarbeiten an. Als erstes ging ich mit Ulli und vier anderen Jungen zum Anker, der neu ausgerichtet werden musste, da er auf See gegen den Schiffsrumpf schlug, weil er nicht korrekt in der Halterung saß. Nach mehrmaligem vergeblichen Ankerfallen und -hieven und einigen anderen kreativen Versuchen seilten wir Phillip im Bootsmannsstuhl von der Reling, der das ganze dann leicht beheben konnte. Danach musste das Deck gewaschen und aufgeklart werden. Außerdem haben wir die Positionen der verschiedenen Segel in der Segellast bestimmt, damit wir auf See nicht soviel Zeit verlieren würden, die Segel zu finden. Dann erwartete uns das Mittagessen und danach, wie meistens, der Landgang.

Wir sind, nebenbei, in St. George’s. Die Stadt liegt im östlichen Teil von Bermuda und ist recht klein. St. George’s ist im Gegensatz zu den anderen Orten, an denen wir waren, ziemlich ruhig, und es ist nicht so viel los. Obwohl die Stadt nicht stark auf den Tourismus ausgelegt ist, sind die Preise doch so hoch wie sonst nirgendwo, was entweder daran liegt, dass die Insel so weit weg vom Festland ist oder dass die Menschen dort einfach reich sind. Nachdem die Stadt größtenteils erkundet war und die Nachrichten im Internet gelesen, ging es erst mal wieder auf das Schiff zurück. Da wir vorher auf See waren und dieses der erste richtige Tag mit viel Freizeit war, ruhten wir uns von den Strapazen aus und sammelten neue Kraft für das Kommende. Am Abend schauten wir uns in der Messe noch einen Film an. Der Tag war eher ruhig, aber nicht langweilig, und am Abend gingen wir nochmals in ein in der Nähe gelegenes Restaurant und aßen Hühnerspieße. Wir mussten sie uns teilen, weil sie so teuer waren. Dann gingen wir zurück und schlafen, um von Zuhause und den Sachen, die uns dort erwarten, zu träumen.

Nur noch ein paar Wochen, dann sind wir nach 7 Monaten endlich wieder zuhause. Wir sind mittlerweile so lange unterwegs, und ich denke, dass es alle kaum noch erwarten können. Auch wenn wir in so vielen Ländern waren, vieles gesehen und erlebt haben, freuen wir uns doch alle, dass es wieder Richtung Osten geht. Wenn man bedenkt, an welchen Orten wir waren und welche Erfahrungen wir in unserem Alter gemacht haben, ist die Reise mit Sicherheit eine der besten Dinge, die wir erlebt haben. Ich grüße die Marienauer, Naima, Nellie, Mauricio, Lola, Laurent und meine Familie
Kilian

Thema: Nordatlantik | Comments Off | Autor: admin

Ein freier Tag

Sonntag, 11. März 2012 10:10

Datum: 11. März 2012
Ort: Pinar del Rio
Etmal: -
Wetter: sonnig
geschrieben von: Kilian Ludwig

Heute war ein Tag, wie wir ihn lange nicht mehr hatten: Den ganzen Tag frei!! Für mich fing der Tag mit einem Langschläfer-Frühstück an. Es war sehr angenehm, mal nur zu zweit in einem Zimmer zu schlafen, und das so lange, wie man wollte. Für die, die mochten, gab es ein bisschen freiwilliges Programm. Am Morgen waren einige von uns auf einer Wandertour an einem kleinen Bach, andere machten einen Ausflug mit Pferden. Doch ich ging nach dem Frühstück erst einmal in den Pool. Dort traf ich auf andere Langschläfer, die sich ein Bad am morgen gönnten. Wir machten eine kleine Wasserschlacht und genossen das kalte Nass. Als ich vom Wasser genug hatte, legte ich mich ein bisschen in die Sonne, um noch ein weiteres Schläfchen zu machen. Dieser Tag, das stand fest, war ein Tag zum schlafen, dösen und entspannen.

Nach meinen Schläfchen ging ich duschen, danach war es schon Zeit für das Mittagessen. Ich verspeiste meine Nudeln und genoss den Milchreis zum Nachtisch. Meinen „Lazy Day“ setzte ich dann nach dem Mittagessen fort. Viele andere ließen den Tag einfach an sich vorbei streifen, doch die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt, frei zu haben, und wussten nach dem halben Tag nicht mehr recht, etwas mit uns anzufangen. Ich machte mich mit Fritz später auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Wir gingen die Straße runter, doch leider fanden wir auch dort nichts außer Bäumen und Felder. Zurück in der Hotelanlage, gammelten wir noch ein bisschen herum und schauten spanisches Fernsehen. Auf dem spanischen VIVA sahen wir einen „rappenden“ Opa und machten uns auf diesen Schreck hin lieber schnell auf den Weg zum Abendessen. Das Abendessen war sehr lecker, ein Hühnerbein mit Reis und Bohnen.

Nach dem Abendessen machten wir alle noch eine Gesangsprobe, für den Auftritt in den kubanischen Schule, und setzten uns danach noch ein gemütlich am Pool zusammen. Ich beendete den Tag schließlich so, wie er angefangen hatte, und ging recht früh schlafen.
Euer Kilian

Thema: Kuba | Comments Off | Autor: admin