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Reimversuche

Freitag, 13. April 2012 12:26

Datum: 13. April 2012
Position: kurz vor den Azoren
Etmal: 163 M
Wetter: sonnig, warm
geschrieben von: Lea Hilgers

Es träumt so mancher von der rauen See,
da denk ich mir heute so „ach, nee“,
denn draußen, da herrscht nur wieder Flaute,
während ich einen Turm aus Würfeln baute.
Mal wieder spielen Claudio und ich sechsunddreißig,
und ich rechne wieder fleißig.

Halb neun - also ist´s wieder Unterrichtszeit,
doch stattdessen stehen wir an Deck bereit,
denn ein Segelmanöver steht bevor,
wie immer sind wir alle ganz Ohr.
Von der langen Nacht werd ich dann endlich wach,
weil Claudio mich mal wieder auslacht.
Der Finger schmerzt und blutet wieder,
jaja, von der Brotschneidemaschine schreib ich meine Lieder.
Genug gejammert, genug getan,
weiter geht´s mit dem Tagesplan.

Juhu, Großreinschiff wird gemacht,
wird denn nie an den Schönheitsschlaf gedacht?
Schrubben und Wischen ist schnell vorbei,
mittlerweile ist das Putzen ja einerlei.
Ja, Mami, hör´s dir an,
wie ich schon ganz toll putzfrauen kann.

Nach dem Putzen geht´s weiter mit Physik -
mal unter uns, das gibt einem nicht grad den Kick.
Gleich darauf gibt´s Kaffee-Kuchen,
jeder fängt an, das größte Stück zu suchen.
Gleich darauf steht das zweite Manöver an,
haha, diesmal komm ich ans Fall heran!

Nun werden wir schriftlich in Physik abgefragt,
sodass man bald an den Fingernägeln nagt.
Zahlen und Formeln aufgeschrieben,
und das ein oder andere Mal den Kopf gerieben,
freu ich mich, es hinter mir zu haben,
nach so vielen Physik-Schultagen.

Viel geschafft und viel gelernt,
ist das Bett nicht mehr weit entfernt.
Selig fall ich frisch geduscht ins Bett,
früh schlafen gehen ist ja auch mal nett.
Jetzt wünsch ich eine gute Nacht,
in zwei Stunden halt ich wieder Wacht.

Lea Hilgers

Thema: Nordatlantik | Comments Off | Autor: admin

Neuer Tag, neues System

Freitag, 16. März 2012 19:57

Datum: 16. März 2012
Position: Auslaufen aus Havanna
Etmal: -
Wetter: sonnig, windig
geschrieben von: Lea Hilgers

Heute begann mein Tag um 07.15 Uhr. Noch waren wir an Land in Havanna, also hatte ich keine Nachtwache und musste auch erst zum Frühstück aufstehen. Danach warteten wir auf die Behörden und hofften, auch möglichst schnell loszukommen. Gegen 10.00 Uhr verließen wir dann unter Segeln Kuba und begannen mit unseren Wachen im neuen System. Denn unser neuer Kapitän brachte nicht nur eine neue Stammcrew, sondern auch ein neues Wachsystem mit sich. Das ist natürlich eine Umstellung für alle, denn schließlich hatten wir es jetzt monatelang anders gehandhabt, aber für jetzt, wo es etwas stürmischer werden könnte, ist das System besser. So haben wir nur drei statt vier Stunden Wache. Wenn auch zu wechselnden Zeiten, was etwas irritierend sein kann. Naja, wir werden uns alle daran gewöhnen. Da heute der erste Tag ist, gehen wir die Wache noch in Doppelblöcken. Denn der zweite Teil der Wache hat noch keinen Unterricht. Das Auslaufen, meine erste Wache und das Mittagessen hatte ich dann hinter mir und schaute mit Claudio einen Film – na ja, ich schaute den Film ein zweites Mal, das letzte Mal war er nämlich schon wieder eingeschlafen - hörte Musik, machte meine Deutschhausaufgabe und fing, wie ihr lesen könnt, mit dem Tagesbericht an. Denn gleich ist Kaffee und Kuchen, dann Abendbrot, dann Wache, dann Nachtruhe, dann wieder Wache.

Deshalb nutze ich mal die Zeit. So jetzt gehe ich Lola wecken, die macht auch Pause, die hat nämlich Backschaft - anstrengend! - und schreibe euch…äh…das weiß ich noch nicht genau, ich schreibe euch halt weiter, wenn ich wieder Zeit habe.

So! Jetzt ist es schon 08.15 Uhr des nächsten Tages. Also, was ist denn noch so passiert…? Ich habe geschlafen, danach meine letzte von Land mitgebrachte Ananas vertilgt, im Seegarten gesessen und bin schließlich zu meiner Wache gegangen. Da wir die in vollzähliger Gruppe antraten, war die Wache eigentlich ziemlich entspannt. Nur das Steuern war bei dem Seegang nicht ganz so einfach. Mehr ist dann eigentlich auch nicht passiert. Also im Großen und Ganzen war der Tag eher langweilig. Ah, doch! Wir haben Delphine gesehen, tadaa, die Sensation des Tages! So, das war’s jetzt aber wirklich. Bis zum nächsten Mal. Hoffentlich habe ich da mehr zu berichten.
Grüße aus „fast noch Havanna“!
Lea

P.S.: An Michel: Noch mal alles Gute nachträglich. Leider konnten wir ja nicht lange telefonieren und deinen Geburtstagsbrief hatte ich leider vergessen abzugeben -.- Aber das holen wir nach! :)

P.P.S.:Mami: Ich freue mich schon auf Zuhause, vielleicht kann ich mich vorher noch mal melden.

Thema: Kuba | Comments Off | Autor: admin