Logbuch (8) vom HSHS-Probetörn

27. Mai 2017

Bis in 5 Monaten … adios, adieu, bye bye. Nachdem wir uns am letzten Abend von Mike verabschiedet hatten und wir Trixi empfangen haben, haben wir uns vom Ankern gelöst und unser übliches Rundendrehen in der dänischen Südsee und vor der Kieler Bucht weitergeführt. „16.00 All-Hands!!“ – Da wir auf dem Weg in den Heimathafen Eckernförde waren, mussten nun alle Segel eingepackt werden. Ein paar von uns umzeiserten (gibt es das Wort?!) und legten die Segel vom Groß- und Vortop. Wem das etwas zu wackelig war, kümmerte sich um die Vorsegel am Klüver. Nach 2h hatten alle durchgedrückte Beine, aber es war alles hafenfein.

Nun hieß es „Schick machen fürs Captain´s-Dinner“! – alle komplett überfordert, da wir nur Gammel-Sachen dabei hatten und in den Tiefen unserer Fächer nach dem am wenigsten stinkenden T-shirt suchen mussten… Nachdem alle halbwegs straßenfest oben erschienen sind, haben wir die Tische und Bänke bei abendlicher Sonne aufs Deck gestellt. Otto hatte diesmal mit der Backschaft heute wirklich alles gegeben und gleich ein Drei-Gänge-Menu gezaubert. Als alle so satt wie noch nie waren, die Stammcrew netterweise den Abwasch gemacht hatten, konnte die Show beginnen.

Die Wache 8-12 hatte ihre dichterischen Fähigkeiten ausgepackt und hatte alle lustigen Ereignisse der tollen Woche in ein kleines Gedicht gesteckt. Wache 4-8 stellte unsere Namenskenntnisse auf die Probe und spielte mit uns ´Wer bin ich?´. Yara und Will haben uns ein paar Standardtänze vorgestellt, von denen wir den Namen erraten mussten. Und nun wurde Kopf an Kopf gebattlet. Wache 0-4 hat in jeder Wache die Zahlen 1-14 verteilt. Dann wurden Aufgaben gestellt und anschließend eine Zahl ausgerufen, die diese so schnell wie möglich erledigen musste. So landeten Kissen, kleine Löffel, blaue Schuhe und das angezogene Ölzeug auf dem Deck beim Spill. Als Überraschung hat die Stammcrew eine maritime Modeshow mit den neuesten Segeltrends und den modewussten Must-Haves auf einem Catwalk um den Vortop herum vorgeführt. Jetzt hieß es den letzten Abend in vollen Zügen zu genießen. Nur Wenige hatten Ankerwache und deswegen war genügend Schlaf kriegen kein Problem. Bei wunderschönem Sonnenuntergang sprangen die einen mit Rückwärtssalto ins Wasser, die Anderen verabredeten sich für die nächsten 5 Monate.

Heute früh machten die Toppsgasten das Frühstück und haben uns mit Pfannkuchen den Abschied noch schwerer gemacht. Wir bedanken uns bei der ganzen Crew und natürlich bei der Roald (JA! Die hat auch eine Seele) für die unglaublich tolle und ereignissreiche Woche, die leider viel zu schnell vorbei gegangen ist. Wir können uns alle die 5 Monate bis Oktober ohne mitten in der Nacht aufgeweckt zu werden gar nicht vorstellen. Wir freuen uns sehr auf den großen Törn, welcher wahrscheinlich einer der bedeutsamsten Abschnitte unseres Lebens sein wird. Danke auch an die, die uns diese Reise ermöglichen werden! DANKE!!!

Laurine und Isabelle
Charlie grüßt ihre Mama und ihre Schulfamilie!

Logbuch (7) vom HSHS-Probetörn

26. Mai 2017

Angefangen hat für mich der Tag um 7:00 Uhr mit der 8-12 Wache (W.3). Nach einem guten Frühstück ging es für mich und ein paar andere aus Wache 3 in die Royal, (30 Meter h.) die Segel auspacken. Nach längerem Fieren und Holen durfte die Wache 3 das Deck schrubben und die Messingteile polieren. Beim „all hands“ um 15:30 Uhr hat uns der Kapitän Thomas erklärt, dass wir alle Segel einpacken sollen und was das „Captains-Dinner“ ist. Das Captains-Dinner ist das Abschluss-Essen von einem Törn, wobei die Brücke (also auch der Kapitän) den Abwasch bewältigen muss, an Stelle der „Trainees“ (wir, die Schüler der HSHS). Dies ist sei alte Sitte, erklärte uns Thomas mitleidig. Ich finde sie gut, und ich werde versuchen, sie auch auf unseren privaten Segeltörns durchzusetzen. Wir haben alle Segel erfolgreich eingepackt und ankern gleich in der Eckernförder Bucht, bevor wir dann morgen mit der Maschine in den Hafen manövrieren. Wir alle hoffen, dass wir vor dem Captains-Dinner noch einmal ins Wasser springen können, weil es sehr heiß heute ist.
Max Marek

P.S.: Trixi grüßt ganz lieb die große Schwester und den großen Bruder. ☺ ☺

Logbuch (6) vom HSHS-Probetörn

25. Mai 2017

Tagesmotto: Zur Halse immer ab nach Dänemark. Nach dem Ableger in Sonderborg gab es in der 0-4 Wache die nächtliche Halse – natürlich in dänischen Gewässern. (Anmerkung der Redaktion: was zwischen 4 und ca. 9 Uhr an Bord passierte, ist der in dieser Zeit verdient schlafenden Wache 1 unbekannt.) Zum Frühstück oder wahlweise Mittagessen waren wir bereits in Sichtweite von Kiel, während uns vor Damp die Brigg „Eye of the Wind“ auf dem Weg nach Norden passierte. Am sonnigen Feiertag kamen uns auch zahlreiche Segler aus der Kieler Förde entgegen. Der Nachmittag verging wie im Fluge mit dem Einsatz der tragbaren Feuerlöschpumpe zum Deckspülen. Den abflauenden Wind nutzen die Steuerleute zum MOB-Manöver fahren. (Anmerkung der Redaktion: hiermit sind Boje-über-Bord-Manöver unter Maschine gemeint.) Nächster Programmpunkt war das Ankern nahe Strande vor dem Regattafeld der Laser. Kaum war der Anker auf Grund tönte der laute (Übungs-)Alarmruf „Feuer in der Bootsmannlast“ durch das Schiff. Obwohl dieser Ruf auch einen unter der Dusche überraschte, waren alle rasch zur Vollzähligkeit am Spill. Alle? – nein! Charlie wurde vermisst. (Anmerkung der Redaktion: das Ganze war natürlich nur eine Übung und Charlie eingeweiht). Schnell wurde der „Notfall“ abgewickelt, Charlie gesund an Deck gebracht und das gedachte Feuer erfolgreich gelöscht. Zur Belohnung gab der Kapitän den zahleichen Freiwilligen die Möglichkeit eines erfrischenden Badevergnügen vom Schiff aus. Noch vor Sonnenuntergang wurde der lang geplante Crewwechsel eines Steuermanns per Dinghi-Shuttle durchgeführt, und auf ging es wieder nach Dänemark. In der Nacht fuhren wir weitere Halsen – vorzugsweise wieder in Dänemark. Unter einem grandiosen Sternenhimmel schifteten wir den Großen Wagen von Backbord nach Steuerbord und verabschiedeten beim Wachwechsel die Venus.

Mike muss leider heute aussteigen. Er und Jürgen grüßen alle Seekrokos und SKA.

Logbuch (5) vom HSHS-Probetörn

24. Mai 2017

„Wenn er das nicht abkann, hätte er nicht Körper werden dürfen!“ – Uns stand die erste Seetauglichkeitsprüfung bevor. Nachdem wir die ersten Tage als Schönwettersegler unterwegs waren, stand uns nun ein Abend nebst Nacht mit Wind, Regen, Wellen und den ersten rebellierenden Mägen bevor. Ausgerechnet zum Segelpacken öffneten sich die Himmelsschleusen. Doch trotz strömenden Regens hat keiner im Rigg gejammert. Der Wind nahm so sehr zu, dass wir Strecktaue gespannt haben, um uns dreiviertelelegant übers Deck schwingen zu können. Die Nacht bis zum Morgen verging durch die sechs zu fahrenden Halsen wie im Flug.

Unser Ziel für den Tag war Sønderborg. Auf dem Weg dorthin musste das z.T. nur 270 Meter breite „Nadelöhr“ Als Sund passiert werden. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, diesen unter Segeln zu erobern. Zum Glück klarte das Wetter wieder auf, sodass wir bei strahlendem Sonnenschein das beschauliche und hübsche Sønderborg auf der Suche nach W-Lan-Spots aufs Gründlichste untersuchten. Dabei wurden bei all der Freude über die ausgeteilten Handys auch Eis, Pizza und dänische Hotdogs gefuttert. Außerdem wurden bei einem kurzen Abstecher zu einem namhaften Modehaus eine dekorative Verschönerung für den zukünftigen Biolehrer gekauft.

Das Auslaufen aus dem Hafen gestaltete sich schwierig, da uns der Wind erstmal wieder an die Pier drückte… Die Zeit lief uns davon, denn es blieben nur knapp 15 Minuten bis sich die Klappbrücke wieder schloss. So ging es vor, zurück, vor, zurück, Leinen hier und dort, Fender vorn, Fender achtern … und nebenbei wurde noch einem Krebs das Leben gerettet. Belohnt wurde all diese Mühe und Action schließlich durch Applaus von den Zuschauern, die das Manöver gebannt vom Hafen aus verfolgten.

Logbuch (4) vom HSHS-Probetörn

23. Mai 2017

Wir sitzen hier bei 5,6 Knoten
und so werden im Oktober dann auch unsere Noten.
Heute Nacht von 8-12 die beste Wach,
hatten keinen Sturm und daher auch keinen Krach.
Der Wind in der Nacht war nicht vorhanden,
und so zählten wir die Wellenkanten.
Das Dinghi morgens wurde ausgesetzt,
und wir sind ums Schiff herumgefetzt.

Das Mittagessen war sehr senfig,
das denk‘ aber nur ich als Trainee.
Das Wetter wurde ruckartig schlechter,
das war den Meisten aber sehr viel rechter.
Bisher war’s nämlich langsam genug,
wir wollten endlich mal ein bisschen Schub.
Jetzt fahren wir schon 7,4,
vielleicht wird jemand seekrank hier.
Es fängt jetzt sehr an zu schaukeln,
und die Wache fängt an zu taukeln.
Das war’s mit unserem Tag bis jetzt,
wir hoffen ihr habt unsere Reime geschätzt.

Eurer Janik, Isa und Theo M.

P.S.: Heike grüßt herzlich nach Hause!
Jürgen & Mike grüßen alle Seekrokodile und SkA (Seekrokodil-Anwärter)
Hey Stinky, alles, alles Liebe zum Ehrentag und eine ganz dicke Umarmung zum Geburtstag aus Dänemark. Deine Nine
Lydia grüßt Pupsipups und Co. aus Dänemark
Rosa grüßt ihre Familie und Oskar
Andy der Legende geht’s gut und grüßt nach Hause.