Flaschenpost von der RA – Vorsilvesterlicher Reiserückblick

Datum: 30. Dezember 2017
Position: 09°56,1’N, 078°04,4’W
Etmal: 112 NM
Wetter: Wasser 27°C, Luft 28°C, Windstärke 5
von Eike

An jeden, der diese Flaschenpost findet! Ich glaube, es werden nicht wenige Menschen diese Nachricht finden und lesen. Zum aktuellen Zeitpunkt befinde ich mich in der karibischen Gewässern auf dem Weg zu den San Blas Inseln und weiter nach Panama (Colón). Dort wartet schon eine große Expedition durch Panama und Costa Rica auf mich. In letzter Zeit ist viel passiert, von dem ich berichten will. Gestartet habe ich meinen Törn mit 29 anderen Schülern in Kiel. Gemeinsam sind wir durch den NOK raus auf die Meere gesegelt, doch schon kurz nach der Abfahrt beutelte es uns recht hart in einem Sturm. Wir sind dann aufgrund schlechter Wetterbedingungen in Cherbourg eingelaufen, um abzuwettern. Da es mit 9 Windstärken nicht angenehm in der Biskaya zugegangen wäre.

Nach dem ungewollten Stopp in Cherbourg ging es weiter nach Vigo und von dort weiter nach Porto Santo, einer Insel mit ein paar Bergen sowie einer traumhaften, schönen Stadt. Nach ein paar schönen Tagen haben wir den Hafen verlassen und uns auf den Weg nach Teneriffa gemacht, auf diesem Weg haben wir uns dazu entschlossen, auf einer Insel, die nur wenige Menschen besichtigen dürfen, einen Zwischenstopp einzulegen. Da Selvagem Grande eine naturgeschützte Vogelinsel ist, auf der nur 2 Polizisten und 2 Forscher sowie ein Maschinist, der sich um alle technischen Anlagen der Forscher kümmert, leben. So kam es, dass wir Postkarten aus dem südlichsten Postamt Portugals losschicken konnten.

Auch will ich hier noch einmal unsere erste Exkursion in Teneriffa erwähnen, als wir gemeinsam den höchsten Berg Spaniens erklommen haben, um einen atemberaubenden Sonnenaufgang bei Eiseskälte zu genießen. Danach hat es uns dann über den großen Teich getrieben, immer mit dem NO-Passat und 4-5 Windstärken. Ohne „Fische füttern“, denn alle sind den Seegang mittlerweile gewohnt. Nach einer langen (gefühlt ewigen) Überfahrt kamen wir endlich wieder in „Land-Nähe“. Der Atlantik war geschafft. Wir ankerten in einer kleinen, paradiesischen Bucht zwischen Fischernetzen und kleineren Yachten. Alle paar Stunden kam ein erfrischender, kalter Nieselschauer herunter.

Eine meiner schönsten Erlebnisse beim Ankern vor Martinique war das Schnorcheln an einem Riff in „Land-Nähe“ mit vielen Fischen und wunderschönen Korallenriffen. Und dann kam Weihnachten ohne unsere Familien viele, viele Meilen weg von zu Hause… das war ein ganz besonderes Erlebnis: Mit einer gut gedeckten Tafel voller Köstlichkeiten aller Art, eben mit dem, was man aus der Kombüse so herauszaubern kann. Und nun gehen wir mit großen Schritten auf ein neues Jahr 2018 zu … Heute, ein Tag vor Sylvester, war ein Tag wie jeder andere Schultag auch, doch am Abend bekamen wir mit dem Referat von Laurine tolle Einblicke in die Biosphäre und die Auswirkungen des Klimawandels und anschließend hat Ariane uns noch Spannendes über Plankton erzählt. Alles in allem: Es war eine wunderbare Zeit, die wir hier bis jetzt hatten, und ich hoffe, die „Finder“ dieser Flaschenpost freuen sich beim Lesen mit uns.
Eike

P.S.:
1. Ganz liebe Grüße an alle zu Hause, besonders aber an meine Familie! Kommt alle gut ins neue Jahr! Liebe Grüße, Eike.
2. Aus der Karibik wünscht Kjell seiner ganzen Familie und seinen Freunden einen guten Rutsch in das neue Jahr! ; )
3. Carlotta wünscht Melinda und Mucki sowie ihrer Familie einen guten Rutsch ins neue Jahr!
4. Milena wünscht ihrer ganzen Familie und ihren Freunden eine gute Feier und ein frohes neues Jahr!
5. Andy grüßt seine Familie.

„Badestoppfrei“, Expi-Einteilung und Pfannkuchen

Datum: 29. Dezember 2017
Position: 10°39,5’N, 076°23,6’W
Etmal: 125 NM
Wetter: Wasser 28°C, Luft 27°C, Windstärke 3
von Anouk

Hallo von mir mal wieder! Ich muss zugeben, dass ich diese Tagesmeldung ziemlich verpennt habe und es bereits nach Abgabeuhrzeit ist. Jedenfalls wurde ich heute Morgen gegen 10:00 Uhr (habe 0-4 Wache) von Isa geweckt, die mit folgenden Worten in meine Kammer gestürmt kam: „Schläft hier jemand? Egal, steh auf und zieh dir deinen Bikini an! Wir machen einen Badestopp.“ Noch etwas verschlafen, aber in Bikini stand ich kurz darauf an Deck und durfte auch direkt in das nicht mehr ganz so blaue Wasser springen. Da sicher etwa 2 Meter hoher Seegang war, schaukelte es ganz schön auf und ab. Man hatte das Gefühl, dass man ziemlich stark ist, als man sich ohne Probleme an der Lotsenleiter (Leiter zum Rausklettern) mit den Armen hochziehen konnte. Dann ging allerdings das Wasser wieder runter und man ist zurück in das Wasser geplatscht. Spontan hat Katharina auch die Schüler für diese Aktion vom heutigen Deutschunterricht freigestellt, so dass alle das (nicht ganz so kühle) Nass genießen konnten. Danach konnte ich direkt meinen (extra für die 0-4-Wache zurückgestellten) Obstsalat genießen und gleich darauf gab es dann auch schon Mittagessen für die aufziehende Wache, also auch für mich.

Pünktlich um 12:00 Uhr wurde der Wachwechsel durchgeführt. Eigentlich sollte ich direkt in den Ausguck gehen, aber da wir ja in den kleinen Wachen fahren, habe ich noch beim Brassen mitgeholfen. Das hat eine Weile gedauert, denn wie Johanna zu sagen pflegt: „Brassen ist eine Kunst!“. Heike, Martin, Ronald und ein paar andere haben auf der Brücke eine Gesangsstunde abgehalten, die ich aber leider schon bald verlassen musste, da ich mit Nico, Greta und Vroni in die Maschine durfte. Dort hat Verena (nein, nicht die Lehrerin, sondern unsere neue Maschinistin) uns gezeigt, wie man die Feuerlöschpumpe startet. Dazu muss man zuerst den großen Generator „Oscar“ starten, was alle einmal ausprobieren durften. Als nächstes muss die Pumpe gestartet und schließlich das Ventil geöffnet werden. Den Generator konnten wir direkt anlassen, da jetzt schon Kaffee- und Kuchenzeit war. Es gab leckeren Quark mit Früchten. Die Wache ging dadurch total schnell vorbei und ich war schon gespannt, was wohl bei der „Final-Besprechung“ der Lehrer, Jerit, Milena (unsere neuen Schülersprecher), Laurine und Lukas (unsere alten Schülersprecher) zu der Einteilung der Expi-Gruppen rauskommen mag. Diese war für 16:00 Uhr geplant. Gegen 17:30 Uhr war alles klar, die Gruppen sind nun folgendermaßen eingeteilt:
● Gruppe 1: Anouk, Laurine, Nico, Tamina, Will und Kjell
● Gruppe 2: Andy, Isa, Ly, Bene, Max und Vroni
● Gruppe 3: Paul, Janik, Theo M., Eike, Janis und Freyja
● Gruppe 4: Jerit, Tom L., Arthur, Rosa, Rasmus und Tom B.
● Gruppe 5: Greta, Carlotta, Theo B., Lukas, Yara, und Milena

Ich glaube nach den Strapazen um die Frage, wie die Gruppen gebildet werden sollen, sind alle sehr froh, dass diese jetzt feststehen und man endlich etwas planen kann. Mir geht das auf jeden Fall so. Und auch wenn man vielleicht nicht mit den Personen in einer Gruppe ist, mit denen man am meisten an Bord zu tun hat, sind die Gruppen sehr gerecht eingeteilt worden. Das war ja meistens das Problem bei den vorigen Vorschlöäagen für die Gruppen, dass immer 2-3 ziemlich unzufrieden waren. Dann hat man probiert alles zurechtzurücken, aber das hat nie zu 100% geklappt. Bei 30 Personen können auch nicht alle ganz zufrieden sein, bei der finalen Einteilung geht jetzt jeder und nicht nur ein paar von uns einen kleinen Kompromiss ein. Jetzt haben wir bis zum 04. Januar Zeit, um unser Motto (Reisethema) und die Grobplanung unserer Route vorzustellen. Das ist ganz schön knapp, aber die Lehrer müssen sich ja auch noch zuteilen, in welche Gruppe sie (entsprechend ihrer Fähigkeiten und eigenen Interessensschwerpunkte anhand unserer Reisethemen) möchten.

Abschließend muss ich auf jeden Fall noch ein Highlight erwähnen: Für heute in der Frühe (04:00 Uhr) hatten die „Proviantmeister“ Martin und Annika uns erlaubt, 3-4 Eier zu benutzen, um Pfannkuchen zu machen. Also standen Greta und ich in der Kombüse, um erst den Brot- und Brötchenteig zuzubereiten, schließlich kam auch Johanna zu der kleinen „Kombüsen-Party“ dazu und wir haben noch den Teig für Pfannkuchen gemacht. In dem Bräter ging das Braten total schnell und innerhalb von 10 Minuten hatten wir 18 Pfannkuchen fertig, die wir mit Nutella, Pflaumenmus und Käse sehr genossen haben. Die Eier durften wir (aus der Reihe) benutzen, da wir ja Donnerstag  (Seemannssonntag) und Sonntagmorgen kein Rührei mit Speck bekommen, weil die meisten der 0-4-Wache da noch schlafen. Das war auf jeden Fall sehr cool, sich so mitten in der Nacht den Bauch mit leckeren Pfannkuchen vollschlagen zu dürfen! Ein besonderes Erlebnis!
Anouk

P.S.
1. Ich grüße alle, die diesen Blog lesen, aber natürlich vor allem meine Familie und die Gierlingers in Österreich! Habt eine schöne Zeit. Ich wünsche euch gaanz viel Spaß und schon mal einen guten Rutsch, morgen wird´s in den Grüßen voll! (Anouk)
2. Liebe Mami, lieber Papi und liebe kleine Milamaus, weil morgen alle spamen, wünsche ich euch heute schon einen guten Rutsch in Eilte, was ich sehr vermisse. Dicke Umarmung, Arthur
3. Greetings to my bestie, ich glaub´ auch dein Sylvester wird morgen etwas anders sein, aber bestimmt genauso besonders.;) Viele liebe Grüße an meine Familie und besonders nach Harmstorf!! Eure Laurine
4. Theo B. wünscht seiner Klasse, seinen Freunden und seiner Familie aufgrund des morgigen „Grüße-Staus“ schon mal ein frohes Neues. Verletzt euch nicht! xD