Ver-rücktes Silvester…

Datum: 1. Januar 2018
Position: 09°32,9’N, 078°57,1’W
Etmal: 14 NM
Wetter: Wasser 27°C, Luft 27°C, Windstärke 3
von Vroni

Dong! “Frohes neues Jahr!” So begann für mich und auch für die meisten anderen Schüler der 1. Januar 2018. Eigentlich hatten wir geplant Silvester einen Tag später zu feiern, also heute, da wir nicht sicher gehen konnten, dass wir rechtzeitig um Mitternacht vor Anker bei den San Blas Inseln liegen. Aber wie das eben hier auf dem Schiff so häufig passiert, hat (auch) dieser Plan dann doch nicht ganz geklappt. Wir lagen zwar noch nicht vor Anker um Mitternacht, haben aber natürlich, so wie es sich eben für Silvester gehört, die Sekunden runter gezählt. Heute Morgen hatte die Hälfte von uns dann noch letztmalig vor unserem längeren Landaufenthalt in Panama/Costa Rica Unterricht, damit wir alle gut für unsere Klassenarbeiten vorbereitet sind. Dies war sehr nervenaufreibend, vor allem nachdem wir dann noch zu einem Ankerplatz gefahren sind, der näher an den tollen karibischen Inseln liegt. Aber am Ende war das mit dem Unterricht dann aber doch gar nicht so schlimm, da wir noch nicht einklariert waren und deshalb eh noch warten mussten. Währenddessen hat die Backschaft uns ein sehr delikates Essen vorbereitet. Sie ist extra für uns alle früher aufgestanden, um köstliche Döner vorzubereitet.

Gleich nachdem wir an unserem Ankerplatz angekommen waren, kamen welche von dem hier ansässigen indigenen Stamm, den Kunas, mit Booten zu unserem Schiff, um uns zu begrüßen. Am Nachmittag kamen sie dann sogar zu uns auf die Roald, um das Schiff anzuschauen. Dies haben sie dann sofort dazu genutzt, um ihre Waren anzupreisen. Das waren geknüpfte Armbänder, Molas (bunt gestaltete Stoffe mit schönen Mustern und Bildern, ähnlich einem Quilt) und noch diverse andere schöne Sachen. Einige von uns haben diese Möglichkeit genutzt, um sich ein kleines, sehr schönes Souvenir zu besorgen. Auch die Nachmittagsbackschaft hat sich sehr ins Zeug gelegt, damit wir unser zwar verspätetes, aber tolles Silvesteressen bekommen. Die Backschaft wurde zwischendurch natürlich abgelöst, damit auch sie, wie wir anderen alle auch, baden konnten. Nach der tollen Badezeit bekamen wir dann auch noch die Gelegenheit, eine der Inseln der Kunas zu besuchen und uns ihr Dorf näher anzuschauen. Dies war ein besonderes Erlebnis mit spannenden Eindrücken, wie zum Beispiel uns deren Häuser aus Bambus aus der Nähe anzusehen!

Am Abend konnten wir dann noch einmal so richtig schlemmen. Es gab einen leckeren Salat mit tollem Dressing, außerdem gab es sehr leckere Pizzaschnecken, Kartoffelbrei mit Käse überbacken, sehr leckere Soßen und darüber hinaus auch noch sehr leckeren Räucherlachs und Serrano Schinken. Wir alle haben das Essen sehr genossen und freuen uns noch über einen schön verzierten Neujahrskuchen. Ich hoffe ihr an Land hattet auch ein schönes Silvester!
Vroni

P.S.:
1. Ich grüße alle meine Freunde und meine Familie an Land von überall. (Vroni)
2. An meine Familie und Freunde schicke ich etwas verspätete Neujahrsgrüße von den traumhaften Inseln in Kuna Yala! Silvester unter Palmen hat schon auch was 😉 (Johanna)
3. Endlich Palmen und weißer Strand. Fällt schwer, dabei an Norddeutschland zu denken. Trotzdem: Liebe Grüße aus der handyfreien Zone an euch alle daheim und in NRW. veRena
4. Grüße an alle Roaldis zuhause. Das Schiff macht sich super im Blauwasser vor karibischen Palmenhintergrund. (Heike)

Fleißige Helferlein und endlich wieder unter Segeln

Datum: 26. November 2017
Position: 19°39,3’N, 021°38,0’W
Etmal: 167 NM
Wetter: Wasser 23°C, Luft 26°C, Wind 3-4 Bft.
von Vroni

Der Blick an Deck der Roald ist im Moment etwas ungewohnt. Dies kommt daher, dass sich die Atlantiküberquerung sehr gut dafür eignet, um Schiffserhalt zu machen. Das sind Arbeiten, die immer wieder gemacht werden müssen, damit die Roald gut segelt und nicht kaputt geht. Aktuell kümmern wir uns um diverse Holzarbeiten. Die ganzen Nagelbänke und Belegnägel müssen abgeschliffen und neu “getonkit” werden. Auf den Nagelbänken mit den Belegnägeln sind die ganzen Tampen (Seile) befestigt, die für die Segel gebraucht werden. P.S.: Das sind ganz schön viele. Tonki ist Öl, mit dem alles Holz auf dem Schiff in mehreren Lagen bestrichen ist. Damit wir anfangen können, haben wir schon in den Tagen davor alle Tampen von den Nagelbänken vom Großtopp (hinterer Mast) nach oben gebunden. Dies konnten wir ohne Probleme machen, da es bis jetzt noch nicht genügend Wind zum Segeln gab. Am Vormittag haben alle dann fleißig Nagelbänke abgeschliffen und auch schon einige Nagelbänke mit Tonki bestrichen. Damit man die Belegnägel, die normalerweise in den Nagelbänken stecken, am leichtesten Streichen kann, wurden zwei Seile vom Vortopp (vorderer Mast) bis zum Niedergang gespannt, an denen die Nägel wie an einer Wäscheleine hängen. Zwischendurch hatten wir noch ein lehrreiches Referat, in dem uns Rasmus von der Entstehung des Universums erzählt hat.

Am Nachmittag kam dann endlich der heißersehnte Wind. Deshalb gab es dann auch ein “All-Hands”, damit wir mit allen zusammen die Segel setzen konnten. Viele haben sich über die Möglichkeit gefreut, ins Rigg klettern und Segel auszupacken zu können. Das Setzen der Segel hat sich dann als schwieriger herausgestellt als normalerweise, da alle benötigten Tampen für das Segelsetzen nicht mehr auf ihrem Platz (jeder hat seinen eigenen Nagel an einem festgelegten Platz) waren. Deshalb mussten wir uns erst einmal auf Tampensuche begeben, damit wir, wenn dann das Kommando zum Segelsetzen kommt, bereit sind. Außerdem mussten wir noch mit den Nagelbänken und aufgehängten Belegnägeln aufpassen, da diese ja auch noch frisch getonkit waren. Am Ende hat dann doch alles, trotz der besonderen Mühen gut geklappt. Emma (unsere Maschine/Motor) hat dann auch noch eine Schweigeminute bekommen, damit alle gut mitbekommen, wenn sie ausgeht und in ihren wohlverdienten “Sommerschlaf” geht. Am Abend hat uns Anouk in ihrem Referat auch noch einige Sternbilder erklärt, wodurch wir jetzt hoffentlich alle auch einmal welche an unserem Nachthimmel entdecken. Grüße von einem endlich wieder segelnden Schiff
Veronika (Vroni)