Das Dorf lachte

Datum: 5. Januar 2019
Position: Inselwelt der Kuna Yala, Cayos Chichime Inseln
Etmal: –
Wetter: karibisch
von Charlotte

Es ist 21:30 am 6. Januar und ich sitze mit Justus, Sava, Max und Hannes in der Messe. Justus Hände sind voll mit unser etwas misslungenen selbst gemachten Schokolade. Heute begrüßte uns beim Aufstehen wieder die Inselwelt der Kuna Yala. Und weil Robert gestern über ein eher allgemeines Thema geschrieben hat, möchte ich euch auch aus meiner Perspektive noch etwas über unsere ersten Begegnungen mit den Kuna Yala berichten. Unseren ersten Kontakt mit den Kuna Yala hatten wir gestern direkt nach dem Ankern, als ein paar Kunas mit ihren leeren Kübeln auf uns zukamen und uns a bisl Wasser abzapften. Gell? Auch heute wanderte ich wieder mit Aaron, Inja und Alfredo aka Tom S. durch die echt indianermäßige Landschaft und freuten uns über den Kontakt mit den echt aufgeschlossenen Indianern der Kuna Yala. Wir konnten sie mit ersten Spanischkenntnissen grüßen und die ersten Fußball- und Basketballspiele ließen nicht lange auf sich warten.

Justus kam vom Landausflug weinend wieder an Bord zurück, da er beim Basketball mit 50.000 anderen HSHS-Schülern gegen 5 einheimische Kinder seine Ehre verloren hat. Das ganze Dorf lachte und Justus weinte 🙂 Doch zum Glück konnte ihn die neue Frisur des Avatars Spanni wieder beglücken. Spanni hat jetzt einen Pfeil auf dem Kopf und Max möchte, dass gesagt wird, dass er diese grandiose Frisur kreiert hat. Es folgt ein Absatz, der euch veranschaulichen soll, welche Redewendungen sich in den letzten Wochen in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen haben:

„Kennt ihr den Moment, wenn ihr in der Tram oder in der Bimm sitzt, einfach mal ausrastet und den Tag genießt, eine feine Runde FLI-FLA-FLU spielt und plötzlich euer Kübel ausläuft und das einzige was ihr dabeihabt ein paar Clips sind? Ja voll, ich auch nicht. Aber Michi und Inja reden so!! Richtig komisch, die sprechen „ch“ auch so wie im Wort „Krach“ aus, anstatt „ch“ wie im Wort „Licht“: Komm, lass uns schnorcheln gehen. Die Österreicher und Bayern haben echt einen an der Waffel (bzw am Bier 😉 ). Trotz allem war das Essen echt fein (dieses Wort geht auch auf Michi zurück, hihi). Und das müssen wir uns den ganzen Tag anhören. Quelle horreur! Hamburger sind viel cooler, bzw. leckerer. Am besten ist der Hamburger Royal Tom Stichling. Und danach ein McFlurry. Premium. CHACÙSELLE. Aber Berliner schmecken auch ganz gut. Hihi.

Weitere Fun Facts am Rande der Tatsachen: An Abend des benannten Tages ist Spanni mit seinem Kopf gegen eine Stange an der Decke gelaufen und der Pfeil hat drauf gezeigt. Das ganze Dorf lachte. Spanni weinte. 2 Bad 4 U. Well played Karma, well played. So, das wars an spannenden Informationen. Freut euch auf den nächsten Bericht, bei dem Justus mir bestimmt wieder helfen wird, LAST ein Like da, LAST ein Kommi da und abonniert meinen Kanal. Tschüss meine Damen und Herren. Es war mir eine Ehre (mal wieder)!“
Eure (Sher)Locke

P.S.: Liebe Grüße an meine Familie, insbesondere an Johanna und Emilia, und wünsche euch ein frohes neues Jahr und hab euch ganz doll lieb. Auch an alle die das lesen und mich kennen, und die ich mag.
P.P.S.: Ich grüße natürlich alle die Locke gegrüßt hat! Und meine Familie, insbesondere Caro und Linnart und wünsche euch ein frohes neues Jahr und hab euch ganz doll lieb. Auch an alle die das lesen und mich kennen, und die ich mag. ~Justus
P.P.P.S.: Ich grüße ganz doll Lilli, Isi, Zmart und Mini. Ich vermisse euch und wünsche euch ein frohes neues Jahr und meiner Familie natürlich auch und allen anderen auch ~Flo
P.P.P.P.S.: Ich grüße auch meine ganze Famile! Ich hoffe ihr hattet frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! ~Inja

Der Passatwind, das himmlische Kind

Datum: 4. Januar 2019
Position: 09°32,9’ N, 078° 57,1’ W (San Blas, Panama)
Etmal: 1.078 sm (seit True Blue Bay, Grenada)
Wetter: Luft 30°C, 1011,5 hPa, Wind NNE 4 Bft.
von Robert (Steuermann)

Liebe Freunde der Seefahrt! Heute morgen hat die Johann Smidt, nach ihrer sechstägigen Überfahrt von der True Blue Bay auf Grenada, hier vor der Insel Wichub Wala im San Blas Archipel ihren Anker ausgeworfen. Die kommenden Tage wollen wir nun, als Gäste der hier einheimischen Kuna-Indianer, durch diese wundervolle und einmalige Inselwelt vor der Karibik-Küste Panamas kreuzen. Aber, habt ihr einmal auf die Wetterangaben oben geschaut, was für eine unglaubliche Hitze hier herrscht? Stellt euch vor: 30°C rund um die Uhr, dazu den ganzen Tag über glühende Sonne, und das Anfang Januar. Was sind wir froh, dass hier immer ein stetiger Wind geht! Der Passatwind, das himmlische Kind, der uns hier so angenehm erfrischt, weht, seit die Erde sich dreht. Von ihm will ich euch heute erzählen.

Wie wir alle aus der Bibel wissen, begann die christliche Seefahrt schon im Alten Testament, nämlich mit Noah, der mit seiner Arche in Gottes Auftrag unterwegs war, um die Menschen und Tiere vor der Sintflut zu retten. Das ist wirklich sehr sehr lange her! Aber schon damals schnuffelten die Kamele auf seiner Arche vergnügt und haben sich gefreut, als er nach langer Flaute in den Kalmen am Äquator den Passatwind zu fassen kriegte und es wieder voran ging. Mensch, am Äquator soll Noah gewesen sein? Ja, wo der sich überall rumgetrieben hat mit seinem alten Kahn! Ganz so weit südlich führt uns unsere Reise zwar nicht, aber auch wir freuen uns, dass wir den Pumakäfig im Bug der Johann Smidt nach den langen Tagen auf See mal wieder so richtig durchlüften können!

Auch Kolumbus mit seiner Santa Maria und den beiden Schwesterschiffen Nina und Pinta erreichte im Jahre des Herrn 1492 die neue Welt nur mit Gottes Segen und den Passatwinden. Wer von beiden ihm dabei mehr behilflich war, darüber streiten sich noch heute die Gelehrten. Spätestens seit Kolumbus’ Zeiten jedoch überqueren Segelschiffe vom stetigen Passatwind getrieben von den Kanarischen Inseln aus kommend den Atlantik mit Kurs Karibik. Vom weiter nördlich herrschenden Golfstrom lassen sie sich dann wieder zurück begleiten nach Europa.

Nun, den Passatwind verdanken wir der Kraft der Sonne. Am Äquator, wo sie uns senkrecht auf den Kopf scheint, erwärmt sie die Luft. Da aber warme Luft leichter als kalte ist, steigt sie nach oben, ganz so wie sie das jetzt bei euch zu Hause im kalten Deutschland über dem heißen Bullerofen tut. Vom Norden, vom Pol, wo es einfach immer eisig ist, strömt nun kalte Luft nach. Dieser Luftstrom wird auf seinem Weg nach Süden durch die Drehung des Erdballs abgelenkt, so dass er schließlich aus Nordosten kommt. Wer’s nicht glaubt, der möge doch noch einmal sein gutes altes Physik-Buch vom Speicher holen und die Coriolis-Kraft studieren. So entsteht jedenfalls der Nordost-Passat. Auf der Südhalbkugel ist es genau so: Der kalte Wind aus der Antarktis wird auf seinem Weg vom Südpol zum Äquator abgelenkt, er heißt dann Südost-Passat.

So folgen wir auf unserer großen Seereise mit der Johann Smidt dieser uralten, durch den Passatwind vorgezeichneten Spur. Und, nachdem was wir nun von den alten Seefahrern Noah und Kolumbus gehört haben, segeln wir nicht in schlechter Gesellschaft!
Robert (Steuermann)