Ständchen in der Morgensonne

Datum: 2. November 2018
Position: 41°1’5,5 N, 011°38,3′ W
Etmal: 114 sm
Wetter: Luft 17,1°C
von Max

Wie wir auf dem Probetörn bereits festgestellt haben, wird es auf unserer Reise viele schöne Geburtstage geben, die wir mit der ganzen Crew feiern können. Und so wurde heute schon der dritte Bordgeburtstag gefeiert, der bereits in der Nachtwache eingeläutet wurde. Wie bei jeder Nachtwache haben wir immer unseren Spaß daran, die jeweils nachfolgende Wache eine halbe Stunde vor dem Wachwechsel zu wecken: Es gibt nichts herrlicheres, als in die verschlafenen, verwirrten oder genervten Gesichter der Geweckten zu schauen und kurze Zeit später wandelnde Leichen an Deck kriechen zu sehen.

Ein Geburtstagsständchen hilft dann beim Wachwerden und auch der Geburtstagskuchen, den unser Bordsmutje Jürgen jedem Geburtstagskind zubereitet, versüßt unsere Laune. Ansonsten verlief dieser Tag so wie jeder andere auf See und wir nutzen unsere wertvolle Freizeit zwischen den Wachen ganz funktional zum Schlafen oder einfach für Entspannung an Deck. Ja man kann sagen, dass sich inzwischen ein Art Routine eingespielt hat, die für die nächsten Wochen und Monate unser täglich Brot sein wird: Eine Routine, die im Vergleich zum heimischen Schulalltag exotischer nicht sein könnte und Herausforderungen für uns bereithält, die wir uns noch vor ein paar Monaten nicht hätten vorstellen können. Doch wir sind alle dankbar und stolz, diese Herausforderungen antreten zu können. Meine Freunde und Familie in Hamburg grüßend,
Max

PS: To my family in Serbia: Love ya’ll! Und unser Koch Jürgen grüßt alle Clipperfreunde sowie die Freunde in Hannover, die den HSHS-Blog mitverfolgen.

Samanthas Rückkehr

Datum: 1. November 2018
Position: 42°31,2’N, 010°00′ W
Etmal: 84 sm
Wetter: Luft 15,5°C
von Philipp

Servus liebe Tagesberichtleser, der heutige Tag war so wie eigentlich jeder Tag an Bord wieder ereignisreich: Nach dem sehr wellenreichen gestrigen Tag waren die Wellen heute etwas schwächer. Die Höhe der Wellen scheint allerdings nicht mit der Anzahl an seekranken Schülern zu korrelieren, denn trotz geringerer Wellenhöhe spendeten heute immer noch viele Schüler ihr Essen den Fischen. Nahezu allein am Abendbrottisch sitzend fragte Claudi mich, wie es denn sein könne, dass fast niemand in der Messe sei oder Hunger habe. Aber das ist wohl einfach zu fragen, wenn man selbst noch nie seekrank war 🙂

Unserem Stamm schien der Anblick untätiger Schüler heute vermutlich ebenfalls nicht allzu sehr zu gefallen, sodass sie ein erneutes „All-hands-Manöver“ einleiteten, das einigen von uns dann wirklich den letzten Impuls fürs Fische füttern lieferte. Manchmal hat es aber auch Vorteile, sich über die Reling zu hängen und sich mal wieder der uns begleitenden Tierwelt zuzuwenden. Hätten wir nicht gestern sonst sogar übersehen, dass unser „Hauswal“ Samantha uns wieder begleitete? Servus nach München und liebe Grüße an meine Familie
Phil

PS: Fynn grüßt alle!