Route & Landprojekte

Reiseabschnitte & Landprojekte der High Seas High School 2018/2019

Hamburg → Teneriffa
Am 11.10.2018 kommen die Jugendlichen nach Hamburg und arbeiten in den Tagen auf dem Schiff mit bzw. lernen Grundfertigkeiten für die Bootsmannsarbeit. Zudem wird das Schiff für die erste Etappe verproviantiert. Am Morgen des 13.10.18 überführt dann die komplette Crew bestehend aus Stammcrew, Schülern und Lehrern das Schiff von Hamburg-Harburg zum Sandtorhöft, wo dann die Verabschiedung stattfindet bevor es heißt „Leinen Los“.

Auf dem Abschnitt nach Teneriffa ist nach dem Nord-Ostsee-Kanal die Nordsee und die Biskaya zu bewältigen, zwei Meeresbereiche, die im Herbst mit starkem Seegang und kräftigen Winden aufwarten können. Daher stehen das Eingewöhnen in die Schiffsroutine und Segelübungen im Vordergrund und es wird noch kein Schulunterricht stattfinden. Bei einem eventuellem Zwischenstopp auf Madeira sowie weiteren spontanen Zwischenstopps können die SchülerInnen in Gruppen die Orte erkunden und ein sogenanntes Projektteam Land, bestehend aus zwei oder mehr SchülerInnen wird besondere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten für die MitschülerInnen heraussuchen und Gruppenaktivitäten organisieren. Nach der Überquerung der Biskaya wird auch langsam der erste Schulunterricht stattfinden. Grundlagen für die Kommunikation auf Spanisch werden gelegt und der Einstieg in die Meeresbiologie steht an, da erfahrungsgemäß zu dieser Zeit schon die ersten Delfine spielerisch nah ans Schiff heran kommen.

Landaufenthalt Teneriffa
Der erste festeingeplante Landaufenthalt wird auf Teneriffa sein und vor allem für die Vorbereitung zur Atlantiküberquerung genutzt werden. Bei Schiffsarbeiten, Auftanken und Verproviantierung wird an alles gedacht, was man die kommenden 3-4 Wochen auf See brauchen wird. Daneben werden wir in zwei Etappen auf einer längeren Wanderung auf den Teide, den mit 3718m höchsten Berg Spaniens, steigen. Am Abend des 22.11.18 werden wir auf der Berghütte Refugio Altavista (http://www.telefericoteide.com/de/altavista/die-berghutte-altavista) erwartet. Von dort aus können wir früh am nächsten Morgen den Aufstieg auf den Gipfel starten, so dass wir hoffentlich oben mit einem herrlichen Sonnenaufgang und einem Blick über die Kanarischen Inseln belohnt werden.

Teneriffa → Martinique
Auf den 3-4 Wochen der Atlantiküberquerung wird ein großer Teil, des auf die Reiseziele bezogenen Unterrichts stattfinden. Plattentektonik, Windsysteme und die Physik des Segelns lassen sich dort hautnah erleben und vertiefen. Gleichmäßige Passatwinde, ein sich einstellender Rhythmus und die deutlich wärmeren Außentemperaturen lassen das Leben und Lernen an Bord in diesem Abschnitt sehr angenehm werden. Der Passatwind schiebt die Johann Smidt und ihre junge Crew immer weiter gen Westen, der Karibik entgegen….und es wird wärmer und wärmer…

Martinique → Grenada
Auf dieser Etappe steht der karibische Raum unterrichtlich und von den Aktivitäten her im Mittelpunkt. Es gibt zahlreiche kleine Inseln entlang des Weges, von denen aus man hervorragend schnorcheln kann. Die Schüler verhandeln nun um die besten Hängemattenplätze auf dem Deck, denn ab jetzt ist an warme Kleidung erstmal nicht mehr zu denken.

Aufenthalt auf Grenada
Hier werden wir acht Tage lang in einer kleinen Bucht nahe der Tauchschule Aquanauts (http://www.aquanautsgrenada.com/en/) vor Anker gehen, um den Schülern und Lehrern die Möglichkeit zum Erwerb des Tauchscheins zu geben. Neben dem Theorieunterricht erwartet die Teilnehmer während des Kurses in der Praxis eine einzigartige Unterwasserlandschaft tropischer Flora und Fauna. Gleichzeitig werden jeweils von einer Kleingruppe, die gerade keinen Tauchkurs hat, die täglichen Schiffsarbeiten gewährleistet. Oft werden solche Aufenthalte auch gerne dazu genutzt frisches Obst für die nächsten Tage an Bord zu holen. Es wird eine Exkursion ins Inland geben, welche bestimmt auch dazu genutzt wird, einmal einkaufen zu gehen, denn: Am darauffolgenden Tag feiern wir an Bord Weihnachten, für viele bestimmt das erste Mal anstatt einem Nadelbaum eine Palme als Weihnachtsbaum zu haben. Vorher an die Tauchbasis geschickte Weihnachtspost wird dann bei frisch zubereiteten Smoothie geöffnet.

Grenada → Panama
Weiter geht es durch den karibischen Raum – wo wir auf See Silvester (Ortszeit) feiern werden – mit einem Zwischenhalt auf den San Blas-Inseln bei den Kuna-Indianern. Ungefähr auf dieser Etappe kommt eine weitere spannende Sache auf die Schülercrew hinzu: Die ersten Vorbereitungen für die Schiffsübergabe werden getroffen: Hierbei übernehmen die Schüler alle wichtigen Aufgaben auf dem Schiff, nachdem sie innerhalb der Gruppe den Schülerkapitän bzw. die Schülerkapitänin gewählt haben und damit verbunden auch alle weiteren Positionen besetzt haben. Steuerfrau/-mann, MaschinistIn, Deckshand, ProviantmeisterIn,… Natürlich unter wachsamer Augen der Stammcrew, die für ein eventuelles „Unter-die-Arme-greifen“ im Hintergrund aufpasst und sich bereit hält.

Landaufenthalt Panama/ Costa Rica
In Panama startet mit einem Monat Aufenthaltsdauer der längste Landaufenthalt der Reise, der gleichzeitig das Kernstück der High Seas High School ist. Die Kammern werden für vier Wochen komplett geräumt und zum Teil in einer der Lasten verstaut, der Rest in einen großen Trekking-Rucksack so verpackt, dass man damit per Bus oder zu Fuß durchs Land reisen kann.

Nach zwei Nächten in Colon, wo das Schiff klar gemacht wurde für die nächste Gruppe, geht es per Bus nach David ins Purple House Hostel, wo wir zwei Nächte bleiben werden, bevor es weiter über die Grenze nach Costa Rica zum Projekt Longo Mai geht. Hier leben einige Familien aus El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und anderen Ländern in einer Dorfstruktur entlang eines steinigen Weges zusammen, die sich hauptsächlich durch den Anbau von Bohnen und Kaffee sowie der Arbeit in den Zuckerrohr- und Ananasplantagen ihren Lebensunterhalt verdienen bzw. daraus ihre eigenen Lebensmittel herstellen. Die meisten dieser Familien sind aus ihren von Bürgerkriegen heimgesuchten Heimatländern hergezogen, um sich eine neuen Existenz aufzubauen. Das Leben hier ist von Arbeit und einem engen Sozialgeflecht geprägt, bei dem die SchülerInnen direkt mitwirken. Wir helfen bei den Ernten, lernen die Herstellung von Schokoladenmasse und Kunsthandwerk kennen und freunden uns bei Tanzkursen und Feiern mit den BewohnerInnen aller Altersgruppen an.

Um die Kommunikation zu fördern, finden jeden Vormittag Spanisch-Kurse in Kleingruppen statt, die von LehrerInnen aus Longo Mai angeleitet werden. Gekrönt wird dieser Aufenthalt durch ein von den Freiwilligen vor Ort organisiertem Kulturfest, wo die SchülerInnen etwas aufführen werden. Weitere Informationen zu Longo Mai lassen sich unter www.sonador.info nachlesen. Von Longo Mai aus geht es in einer knapp drei stündigen Busfahrt zur Tropenstation La Gamba (www.lagamba.at) am Golfo Dulce und dem nahgelegenen Nationalpark Piedras Blancas. Hier arbeiten Costa Ricaner mit einem Team von Wissenschaftlern von der Universität Wien zusammen, um das Ökosystem des tropischen Regenwaldes zu erforschen. Mit den Experten vor Ort zusammen machen wir Tag- und Nacht-Exkursionen und die SchülerInnen können eigene kurze Forschungsprojekte ins Leben rufen.

Am Ende dieses Aufenthaltes starten die sogenannten EXPIs, Kleingruppenexpditionen, die die Schüler in Eigenregie organisieren und durchführen. Gruppen von fünf bis sechs SchülerInnen werden jeweils von einer Lehrkraft als Aufsichtsperson begleitet und haben während einer Woche die Möglichkeit, einen Aspekt des Landes vertieft kennenzulernen. Dazu steht ihnen ein begrenztes Budget zur Verfügung, das geschickt für Unterkunft, Verpflegung, Transport und evtl. Programmpunkte eingesetzt werden will. In Fotos, Interviews und einem Expi-Bericht dokumentieren die Gruppen ihre Erlebnisse und stellen diese nach dem Zusammenkommen mit den anderen einander vor. Zudem schreibt jede Gruppe anstelle eines Tagesberichtes einen sogenannten Expibericht. Ziel der Expis ist dieses Jahr das Lost And Found Hostel (http://www.thelostandfoundhostel.com/) nahe Boquete, Panama, wo wir übernachten werden, bevor wir in Bocas del Toro wieder auf das Schiff gehen.

Landaufenthalt Kuba
Der knapp zweiwöchige Landaufenthalt in Kuba hat seinen Schwerpunkt in der Geschichte, Politik und Gesellschaft des kommunistisch geprägten Inselstaates. Die meiste Zeit werden wir uns in der Hauptstadt Havanna und in der Gegend von Pinar del Rio aufhalten. Dort haben wir mit dem IPVCE Federico Engels eine Partnerschule, in der wir kubanische SchülerInnen und ihren (Schul-) Alltag kennen lernen. In Havanna werden wir in der Cátedra Humbolt Kontakt zu kubanischen StudentInnen, die Deutsch lernen, aufnehmen und können so faszinierende Einblicke in das derzeitige kubanische Leben gewinnen.

Kuba → Bermuda → Azoren
Diese Etappe über den nördlicheren Atlantik ist seglerisch sehr spannend und die SchülerInnen können zeigen, wie gut sie das Schiff mittlerweile beherrschen. Der Unterricht konzentriert sich verstärkt auf die Inhalte, die für den Einstieg in die Oberstufe wichtig sind. Es gibt mehr Wahlkurse und individuelle Lerneinheiten. Das Einlaufen in Horta, dem Hafen der Azoreninsel Faial  mit den bemalten Kais markiert die Rückkehr nach Europa, die weltberühmte Sgelerkneipe Café Peter Sport und „echtes“ Gras warten….

Azoren → Bremerhaven
Auf der letzten Etappe soll nochmal so richtig das Segeln im Mittelpunkt stehen. Viele Bereiche der Seemannschaft können sie vermutlich durch die halbjährige Erfahrung eigenständig durchführen und die Stammcrew steht beobachtend dabei. Daher wird wieder in großen Wachen gefahren und der Schulunterricht ist beschränkt auf Spezialkurse, die die SchülerInnen mit ihren LehrerInnen absprechen. Die Zeugnisse werden während dieser Etappe geschrieben, damit sie möglich zur Ankunft in Bremerhaven überreicht werden können. Bevor die Johann Smidt dann am 4. Mai.2019 in Bremerhaven einläuft, findet einen Tag vorher die SBF See-Prüfung durch das Prüfungsamt Hamburg statt. Die Reise endet offiziell mit dem Verlassen des Schiffes in Bremerhaven.
Charlie Winkelmann, Projektleiterin HSHS

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