Perfekte Arbeitsteilungen in der Kombüse

Datum: 2. Januar 2019
Position: 11°55,5’N, 073°51,2’W
Etmal: 212 sm
Wetter: Luft 26°C, Wasser 24°C, Wind ENE 5-6 Bft.
von Aaron

Der zweite Tag des neuen Jahres startete für mich um 6:30, denn die Wache hatte vergessen, mich zu wecken. Glücklicherweise war ich ohnehin wach und konnte die Backschaft wecken. Nach dem Frühstücksabwasch kredenzte ich frei Schnauze eine schöne Bolognese für unsere Crew. An dieser Stelle vielen Dank an meine Mama: Obwohl ich an diesem Tag ein super leichtes Gericht aufgetragen bekommen habe, kann ich hier in der Kombüse immer wieder deine kleinen Kochtricks einbringen!

Nach mehreren Stunden Bolognese, Spaghetti und Nachtisch machen, sind die anderen zwei Backschafter dann wieder in den Dienst getreten. Sie deckten, servierten und wuschen ab – eine perfekte Arbeitsteilung in meinen Augen! Ebenfalls widmete ich mich heute der Aufgabe, die Kombüse in Sachen Hygiene zu kontrollieren. Und siehe da: Bei einem kurzen Kontrollblick entdecke ich Fleisch in einem Kühlfach, das nicht mehr verbrauchbar war. Denen haben wir dann aber schnell den Garaus gemacht!

Mein Nachmittag verlief entspannt bei einem kühlen, alkoholfreien Bier und mit Musik in der Sonne auf dem Deck. Das Abendbrot wurde von uns dann durch Verwendung von Leberwurst, Gurken (!!), Spreewaldgurken, Hühnchenfleisch und frisch gebackenem Baguette aufgewertet. Nach dem Abendbrot wurde dann wie immer noch die Kombüse geschrubbt und übergabefertig gemacht. Die Backschaft des nachfolgenden Tages übernahm sie und damit war meine Arbeit vollendet. Dies war mein kurzer Einblick in einen Backschaftstag. Mit lieben Grüßen an MM & an alle, die mein Worte in diesem Moment noch so lesen 🙂
Aaron

Wasser über Wasser!

Datum: 7. Dezember 2018
Position: 19° 15,6’N, 037° 48,9’W
Etmal: 156 sm
Wetter: Wasser 25°C, Luft 25°C, Wind NNE 4-5 Bft.
von Aaron

Knapp nach Geisterstunde wurde ich heute voller Empathie von meinen zwei liebsten Mitseglerinnen Locke und Bianca geweckt. Vier Stunden Seewache lagen vor mir, bei einer schönen Nacht mit trockenen 25°C. Kann schlimmer kommen… Ich fing mit dem Brückendienst an und rotierte dann alle halbe Stunde zum Ausguck und zum Ruder. In der Brücke fing ich ruckzuck mit der Aufgabe „Großwetter“ an und stellte hierbei einen Rekord von 9 Minuten auf. Da der Tag bis auf einen kurzen Besuch von Walen ohne spektakuläre Ereignisse verlief, lege ich mein Augenmerk in diesem Bericht auf die Wache – insbesondere auf den Verantwortungsbereich „Großwetter“.

Großwetter beschreibt eine zeitlich abgestimmte Meldung des aktuellen Wetters an den meteorologischen Dienst. Dazu füllen wir ein Formular auf dem PC aus, in welchem wir unsere gemessenen Werte eintragen. Anschließend senden wir das Formular dann per Satellit nach Hamburg. Um die von uns erhobenen Daten – wie etwa Lufttemperatur, Wassertemperatur, Luftdruck bzw. Luftveränderungen, Wolkenbedeckung und Art und Weise der Wolken – fachgerecht anzugeben, werden all diese Informationen in Form von Kodierungen an den Deutschen Wetterdienst (DWD) von uns weitergegeben und dies machen wir alle drei Stunden! Zuhause könnt ihr die von uns eingetragenen Werte dann unter dem Link www.sail.wx verfolgen! 🙂

Nach meiner Nachtwache nahm ich genüsslich einen verspäteten Mitternachtssnack ein und kämpfte mich zu meiner Koje. Ausgeschlafen wusch ich dann um 9:00 meine Wäsche, ging dem Rudergänger auf die Backen und duschte heiß. Zum Mittagsessen nahm ich genüsslich Labskaus, Rollmops und Rote Beete ein. In dem Ablauf Lesen, Wache, Essen, Schlafen, Essen, Sonnen, Wache, Essen wird es nun erstmal weitergehen… Grüße an die Steinzeitpunkerfrau & an die Hühnerknochen. Arividerci,
Aaron.