Erster kompletter Tag auf dem Schiff

Datum: 14. Oktober 2018
Position: 54° 10,9′ N, 005° 49,8′ E
Etmal: 127 sm
Wetter: sonnig, 17,5°C, Wind SE 3 Bft.
von Lehan

Heute ist ein schöner Tag: der erste komplette Tag auf dem Schiff. Ich bin in der B-Wache, dies bedeutet, dass ich heute von 8 bis 12 und von 19 bis 23 Wachdienst habe. Der erste Wachdienst ist sehr interessant, aber auch anstrengend. Die sogenannte Position „Flöte“ (Bereitschaft) entfällt, was bedeutet, dass ich zwischen den einzelnen Verantwortlichkeiten des Wachdienstes keine Pause habe.

Außer der Position der Flöte gibt es noch vier weitere Positionen innerhalb des rotierenden Wachsystems: Ausguck halten (jeweils an Backboard und an Steuerboard), in der Brücke Wetter, Wind und Position dokumentieren und Ruder gehen. Für mich ist der Rudergang das Schwierigste. In dieser Position bin ich für die Richtung des Schiffes verantwortlich und ich finde es nicht immer einfach, den Kurs richtig zu halten.

Ungefähr um 21:00 Uhr gibt es ein „All Hands“, was bedeutet, dass alle auf dem Deck beim Segelbergen mit anpacken müssen. Gegen Abend kommen hohe Wellen auf und der Seegang bekommt noch nicht allen so gut. Doch ich bin zuversichtlich, dass unsere Seebeine mit jedem Tag ein Stückchen wachsen. Liebe Grüße gen Land!
Lehan

Erste Segelerfahrungen

Datum: 28. Mai 2018
Position: 54′ 28.488N 9′ 50.372E
Etmal: 0 sm
Wetter: Wasser:17°C; Luft 16°C; Wind 4-5 SE
von: Max S., Lehan, Hannes, Doreen

Hey Leute, heute war der dritte Tag des Probetörns. Der sonnige Tag begann mal wieder mit dem Frühstück um 8:00. Voller Erstaunen mussten wir nach dem Essen feststellen, dass eine unserer Toiletten mit Frischwasser überschwemmt war. Ein Problem, dass unser Maschinist Ulli schnell gelöst hatte. Den Tag sollten wir an Bord der Ethel V. Brixham verbringen, um wenigstens ein wenig Segelerfahrung zu bekommen. Zunächst haben wir geholfen die Segel der Ethel V. Brixham auszubreiten und anschließend zu falten.  Um alle Gemüter zu beruhigen, hatten wir bis 9:45 eine Pause und mussten unsere Sachen packen. Nachdem alle fertig waren, ging es endlich und voller Erwartung los. Die Besatzung des Schiffs bestand aus dem Kapitän Gerhard und dem Matrosen Lars. Die beiden hatten sehr viel Geduld und erklärten uns wie alles funktioniert. Die A-Wache durfte gleich als erstes ein paar seglerische Erfahrungen machen und beim Ablegen helfen. Jede Wache konnte im Wechsel das Schiff aus der Bucht steuern und einige Manöver üben.

Nach einigen Wenden wurde es dann Zeit für das deftige Mittagessen, bestehend aus Frikadellen und Schnitzeln inklusive Brötchen. In der Zeit danach hatten einige von uns die Möglichkeit vorne ins Klüvernetz zu klettern. In diesem genossen manche ihr Nickerchen. Bis zum Kuchen verging die Zeit wie im Flug und schon saßen alle wieder beisammen. Mit gestärktem Magen ging es dann auch schon wieder zurück in den sicheren Hafen und alle hofften, dass das Getriebe endlich repariert und die Johann Smidt Einsatzbereit ist. Als wir dann gegen 18:00 vor dem Hafen die Segel geborgen haben, mussten alle noch ein letztes Mal mit anpacken – einige müde Gesichter waren schon dabei. Nach einem erfolgreichen Segeltag gab es dann auch schon Abendessen mit Lars und Gerhard. Zum Ende des Tages fielen alle sehr erschöpft und glücklich ins Bett.
Max S., Lehan, Hannes, Doreen