Alltag auf dem Weg nach Bermuda

Datum: 15. März 2019
Position: 25°54,3′ N, 074°49,3′ W
Etmal. k.A.
Wetter: Luft 24°C, Wasser 24°, Wind NE, 3-4 Bft.
von Philipp

Heute wurde der Teil unserer Schülercrew, der heute Unterricht hat, um 20 nach 8 aufs Deck gerufen. Es galt, den Klüver zu bergen, abzuschlagen und dann den Halbwinder zu setzen. Der Halbwinder ist ein riesiges Segel, das bei günstigem Wind vorne am Bug anstelle des Klüvers gesetzt wird, um uns mit noch mehr Schwung voranbringen zu können. Um den Segelsack mit dem Halbwinder zu finden, mussten wir gefühlt erst einmal alle anderen Segelsäcke unter dem Schonerbaum hervorholen, da der Halbwinder ganz unten verstaut lag. Nach dieser morgendlichen Aktion begann der Unterricht. In Englisch schauten wir hierbei Auszüge aus dem Film „Into the Wild“. Und in Spanisch habe ich meinen Test zurückbekommen, doch über meine Note möchte ich an dieser Stelle lieber nicht reden 🙂 Zum Mittag erwarteten uns dann eine leckere Kürbissuppe und 80 Sommerrollen, welche die Backschaft zuvor liebevoll im Seegarten eingerollt, d.h. mit Reis und Gemüse gefüllt hat.

Am Nachmittag übten wir dann wieder die Navigation auf Seekarten. Außerdem erteilten uns unser Steuermann Jürgen und der Steuermannsanwärter Janek wieder theoretischen Unterricht in Vorbereitung auf den Sportbootführerschein. Anschließend haben wir uns dann alle in der Messe getroffen, da einige Schüler auf Kuba für ihre Lieben zuhause Rum oder Zigarren gekauft haben und alle diese Dinge auf einer Liste penibel registriert und dann im Zollschrank verstaut werden müssen. Insgesamt kamen verteilt auf unsere 35 Köpfe hierbei 11 Liter Rum und 250 Zigarren zusammen. Nachdem alle ihre Sachen verstaut hatten, gab es dann auch schon Abendbrot, diesmal zu unserer Freude mit Spiegelei. Vor dem Abendessen hatte ich ja wieder Brot gebacken, was ja meine Hauptverantwortlichkeit auf dem Schiff ist. Und nach dem Abendessen habe ich der Backschaft noch beim Aufräumen geholfen. Danach bin ich schnell ins Bett gegangen, da am folgenden Tag meine 0-4-Nachtwache auf mich wartete. Ich grüße alle Bayern, meine Freunde und meine Familie,
Phil

Was für ein schöner Tag, trotz Backschaft!

Datum: 19. Februar 2019
Position: Cayman Islands
Etmal: –
Wetter: vormittags regnerisch, nachmittags sonnig, Luft 27°
von Philipp

Heute war ein schöner Tag. Ich bin ja bei uns Bord der Brotbäcker und fühle mich generell wohl in der Kombüse, deswegen habe ich mich sehr auf die heutige Backschaft gefreut. Sie fing wie immer damit an, dass ich eine Dreiviertelstunde vor dem allgemeinen Wecken aufstehen durfte. Inja, Jo und ich bereiteten also das Frühstück vor und Lehan kümmerte sich dafür nach dem Frühstück um den Abwasch. Während die gesäuberten Teller und Tassen wieder in den Schrank geräumt wurden, legte die Johnny übrigens schon wieder ab. Wir fuhren jedoch nicht direkt in Richtung Kuba, sondern ankerten noch einmal in einer Bucht im Norden von Grand Cayman. Dort führten wir zunächst eine Feuerübung durch (bei welcher an unseren zugeteilten Stationen alle gewohnten Handgriffe für das Szenario „Feuer an Bord“ wieder einmal ins Gedächtnis gerufen und somit gefestigt werden) und anschließend konnten wir dann in das herrlich blaue Wasser springen und baden. Das Wasser war so klar, dass man schon vom Boot aus auf den 20 Meter tiefen Meeresboden schauen konnte. Ihr könnt euch also vorstellen, dass es herrlich war, dort zu schwimmen und zu schnorcheln.

Erfrischt gingen einige von uns danach noch eine Kartenaufgabe mit unserem Steuermann Jürgen durch. Denn wir ihr ja bestimmt wisst, bereiten wir uns langsam darauf vor, am Ende der Reise den Sportbootführerschein See erwerben zu können und hierbei werden wir unter anderem auch Kenntnisse im Einzeichnen und Berechnen von Kursen unter Beweis stellen müssen. Was der Unterschied zwischen einem rechtweisenden Kurs und einem Magnetkompasskurs und was eine Besteckversetzung ist… dies können wir euch dann ganz in Ruhe mal erklären, wenn wir wieder daheim sind. 🙂 Der Abend in der Bucht klang dann ruhig aus. Einige saßen im Seegarten beisammen, andere haben sich auf dem Deckshaus aus dem „Vorleser“ vorlesen lassen und wiederum andere haben achtern geangelt. Könnte uns schlimmer gehen 🙂
Mit lieben Grüßen, Phil