Auf in den Westen

Datum: 16. Oktober 2018
Position: 52° 28,8`N, 003° 18,8` E
Etmal: 64 sm
Wetter: Wasser 16°C; Luft 17°C; Wind S 4 Bft.
von Severin

Wir liegen im Vorhafen von Rotterdam und unter der Bedingung, dass wir Klarschiff machen und alle dabei helfen, dürfen wir noch einmal kurz an Land. Also machten sich alle eifrig an die Arbeit. Die Kombüse wurde klar gemacht, die Toiletten geputzt, Müll weggebracht und Decksarbeiten verrichtet. Der lang ersehnte Landgang wurde reichlich dazu genutzt, den privaten Süßigkeitenvorrat aufzufrischen und sich gehörig die Beine zu vertreten. Um halb elf hieß es dann „Leinen los!“. Unser Steuermann Fred ist leider schwerer verletzt als wir es erwartet hätten und muss im Krankenhaus bleiben. Bis wir einen neuen Steuermann gefunden haben, übernehmen unsere Steuermänner Sigi und Ulli abwechselnd Freds Wachdienst.

Wir nehmen Kurs Richtung der Straße von Dover. Uns begleitet schönes Wetter. Leider können wir aufgrund des Gegenwindes keine Segel setzten. Wir haben unsere erste Pokerpartie bei Seegang gespielt und ich bin jetzt um eine Cola reicher. Am Nachmittag haben wir die Mette Marsk am Horizont gesichtet. Das 399 m lange, 88 m breite und 64 m hohe Containerschiff ist eines der größten Schiffe weltweit. Dazu passierten wir viele Bohrinseln und wieder ein Menge Windräder.

Wir sind zwar erst ein paar Tage unterwegs, aber man merkt jetzt schon, dass man das Leben an Bord nicht auf die leichte Schulter nehmen kann. Wir müssen verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, dazu kommt der neue Schlafrhythmus und die eingeschränkte Privatsphäre. Wir müssen vermehrt Rücksicht auf die anderen nehmen und wenn Not am Mann ist auch mal das Wohl des Schiffes vor unsere eigenen Interessen stellen. Doch die Vorfreude auf die schönen Orte, die wir entdecken werden, gibt uns Ansporn.
Severin

P.S.: Fynn grüßt seine Familie und alle die in Gedanken bei uns sind!

Land in Sicht!

Datum: 30. Mai 2018
Position: 56° 19,5′ N 011° 08,3′ E
Etmal: 87 sm
Wetter: Wasser 17°C, Luft 24,6°C, Wind 3 Bft
von Ruben, Jacob, Linqi und Severin

Um 03:00 Uhr wurden alle aufgeweckt um die Segel zu bergen. Danach ging es per Motor durch die enge und mit tückischen Untiefen übersäten Fahrrinne „Svendborg Sund“. Trotz der anstrengenden Steuerei konnte die C-Wache die schöne Inselidylle um Svendborg genießen. Am Ende setzten sie noch Groß- Fock- und Klüversegel. Die folgende A-Wache setzte danach den Schoner und nahm Kurs nach Norden auf die Storebælt-Brücke. Die Größe und Länge hat uns sehr beeindruckt. Einige Seemeilen vor der Brücke haben wir unseren Kurs nach Osten in Richtung der dänischen Stadt Korsør geändert. Dort haben wir im Hafen angelegt, wo wir zuerst das Schiff aufklaren mussten, bevor wir alle zum Landaufenthalt antreten konnten.
Ruben, Jacob, Linqi und Severin