Einlaufen in Santa Cruz

+++ MELDUNG AUS DER WACHE DER „ROALD AMUNDSEN“ +++
Datum: 14. November 2019
Position: NE von Teneriffa, 28°26,9′ N, 016°08,3′ W
Etmal: 136 nm
Wetter: 1022 hpa, Wind NW, 5 Bft., Luft 23°C, Bed. 5/8
von Jelka & Phil

Moin Moin zusammen, nachdem wir gestern einen entspannten Tag hatten mit einem Badestopp vor der Küste von Teneriffa und dann auch noch in Hängematten übernachten durften, fing es heute wieder an mit Manövertraining. Wir sind das schwierigste und komplexeste von allen Manövern gefahren und zwar die Wende und das auch noch bei relativ schwerem Wetter. Es hat ab und zu geregnet und der Wind pfiff uns um die Ohren. Wir haben den Bug nach Startschwierigkeiten erfolgreich durch den Wind drehen können und dank der vielen Hände an Deck konnten wir das komplizierte Manöver nach dem Drittversuch meistern. Alle guten Dinge sind ja natürlich auch an Bord drei 😉

Dann fingen wir an mit den Vorbereitungen, unser Zuhause hafenfein zu machen, sprich die Segel besonders schön zu packen, damit alle die vorbei gehen unser Schiff bestaunen können. Als alle Segel hafenfein gepackt waren, nahmen wir Kurs auf den Hafen von Santa Cruz. Die Vorfreude wie auch die Temperatur stiegen, ein warmes Lüftchen wehte und die Palmen verschönerten den Rest. Und schließlich liegen wir nun sicher im Hafen sehr nah am Stadtzentrum und die Thor ist nur wenige Meter entfernt von uns. Zu dem Hafenfein gehört heute zusätzlich noch das Aufschießen der Tampen in der gleichen Länge. Ihr habt richtig gehört: Die Tampen von mehr als 170 Belegnägeln müssen in gleichmäßigen Abständen über Deck hängen, aber auch das wird schnell erledigt wenn dafür als Belohnung der erste Landgang rausspringt. Und deswegen kommen wir jetzt auch schnell zum Ende, um uns nochmal frisch zu machen. An Land werden wieder die schönen Klamotten aus den Taschen gesucht und alle machen sich etwas schick dafür.
Jelka und Phil

Grüße:
Wir hoffen es geht unseren Familien gut, besonders Kira und Enzo (ohne die beiden ist es hier nur halb so schön).
Morgen bekommen wir unsere Handys, also bis Morgen :*
Caro sendet herzliche Glückwünsche zum Geburtstag an ihre Mama
Janina grüßt Familie und Freunde
Besitos von Laura an Linnea

Vor Teneriffa

+++ MELDUNG AUS DER WACHE DER „ROALD AMUNDSEN“ +++
Datum: 13. November 2019
Position: Teneriffa, vor Anker, 28°30,8’ N, 016°09,9’ W
Etmal: 136 nm
Wetter: 1022 hpa, Wind NNE, 6 Bft., Luft 23°C, Bed. 5/8
von Carlodda & Jonas

Ahoi Ihr Lieben! Nachdem wir gestern einige Manöver gesegelt sind, wie man vielleicht an unserer Spur auf Marine Traffic sehen konnte, war wieder Veggi-Day und es gab für alle Spaghetti in Tomatensauce. Sehr lecker! Danach ging es weiter und wir Schüler durften die Halsen unter Beobachtung der Stamm Crew anleiten. Wir übernahmen die Rollen von Toppsis und Steuermann. Wenn auch etwas chaotisch, liefen die Manöver gut und wir sind alle sicherer geworden. Dabei näherten wir uns unserem großen Ziel: Teneriffa! Zwischendurch konnte man sogar sehen, wie der Teide über die Wolken rausragte! Da werden wir bald stehen und den Sonnenaufgang beobachten… unfassbar! Leider verschwand die Insel schnell wieder in den Regenwolken.

Bald erreichten wir unseren Ankerplatz, der in einer wirklich wunderschönen, einsamen Bucht lag, in der wir von vulkanischen Felsen umringt waren. Jedoch wurden wir Opfer der Bürokratie und wir mussten den Platz schon nach ca. einer Stunde verlassen, um den Anker zwischen Öltankern nahe dem Hafen erneut fallen zu lassen. Nach einem anstrengenden Tag gab es dann Abendessen und die Ankerwachen zogen auf. Auch wir begannen mit Luki unsere Wache um 24 Uhr und kneteten eifrig Brot- und Brötchenteig. Bei einem Blick auf den Laptop, auf dem auch alle umliegenden Schiffe zu sehen sind, war die Aufregung groß: Die Thor Heyerdahl! Diesmal aber näher als beim ersten Mal. Die Thor hat uns allerdings schon eingeholt und liegt bereits im Hafen, wie unsere Beobachtungen ergeben haben. Wir freuen uns, wenn möglich, die KUS-Schüler kennenzulernen!

Heute Morgen fand ein ausgiebiges Frühstück an Deck statt. Danach ging es dann an die Auffrischung der Sicherheitsmaßnahmen in Form von Dinghi aussetzen, Feuerschutz und Verschlusszustand. Nach dem Mittagsessen wurde die Theorie dann zur Praxis: Als der Generalalarm ausgelöst wurde, wurde innerhalb kurzer Zeit der Brand an der Waschmaschine gelöscht, Laura aus dem Rauch gerettet und wir brachten das Dinghi aus. Alle waren gespannt auf die neuen Aufgaben, die heute beim Rein-Schiff anstanden, auch wenn wir schnell merkten, dass Farbe waschen und Rost entfernen doch nicht so viel Spaß machen. Naja, aber wir waren motiviert durch die Freude aufs kühle Nass, das auf uns wartete.

Als es nach ca. einer Stunde vollbracht war und wir eingewiesen wurden, an welche Regeln wir uns beim Schwimmen zu halten haben, sprangen alle schnell die Badesachen und kletterten in den Atlantik. Während unsere Badesachen im Wind auf der Brücke trockneten, aßen wir gemütlich zu Abend, holten in der Dämmerung das Dinghi ein und uns erreichte eine rührende Nachricht: Hubertus hat den Flattermann gemacht.
Liebe Grü…

Fest! Haben wir euch überhaupt schon von Hubertus, unserem blinden Passagier erzählt? Also… Unsere Wache 1 entdeckte das kleine Ding (30 cm) auf dem Vorschiff unter der Nagelbank. Schnell bestätigten sich die Gerüchte, dass es sich um ein seltenes Jungtier-Exemplar der Gelbschnabelsturmtaucher (Calonectris diomedea) von den Vogelschutzinseln Ilhas Servagens handele. Unser kleiner Freund begleitete uns also für ca. 3 Tage, überraschte den ein oder anderen auf dem Achterschiff beim Müll wegbringen und wurde von Jonas und Karlo versuchsweise mit Haferflocken und Reissalat gefüttert. Auch in der Nachtwache tapste er übers Deck, gesellte sich zu uns oder unternahm Startversuche. Golko und Karlo bemerkten dann bei einer gemeinsamen Ziese auf dem Achterschiff, wie der junge Hubertus endlich einer der vielen Startversuche gelang, abhebte und die schöne Roald hinter sich ließ, um die Welt zu entdecken.
Vielleicht wird er uns ja noch einmal besuchen, wenn er wieder einmal die entspannte Art zu reisen bevorzugt…

Jetzt geht´s aber schnell in die Hängematten an Deck, aber nur, wenn wir auch einen Knoten machen, um nicht wie Jannis auf den Boden zu krachen ( keine Sorge, er hing nur 10 cm über dem Boden). Gode Ruh wünschen
Jonas und Carlodda

Grüße:
Wir grüßen unsere Freunde, Familien und Fans
Jelka grüßt Amanar
Ilka grüßt Mama, Papa und Sue – vermisse euch<3
Connerich grüßt alle zuhause und in Barcelona
Luki grüßt seine Fam
Schönerich (aka Schöni (aka Schönheit ( Christian ))) grüßt Muddi und Vaddi
Felix grüßt Fam und Fans
Laura (Lehrerin) grüßt Familie Schmidt und Brunkhorst, John und Rieke