Eine verhältnismäßig kurze Reise

Datum: 7. April 2020
Position: 38° 39,3′ N, 025° 20,8′ W
Wetter: Wind SSW, 5 Bft., Luft 21°C, 1010 hpa
Etmal: 80 nm
von Felix

Moin liebe Interessenten der Roald- und High-Seas-Blogs! Mein ziemlich stressiger Morgen begann heute um 06:00 Uhr in der Kombüse, wo ich versuchte, mit unserem neu proviantierten, frischen Obst uns an Bord einen essbaren Vitaminschmaus zuzubereiten (Obstsalat…). Um 7:15 Uhr kamen dann schon die ersten Hungrigen, um ihre erste Mahlzeit des Tages zu genießen. Währenddessen ging es oben in der Kombüse weiter mit einer Unterrichtseinheit von Uli, der uns zeigte, wie man unsere azorischen Hühner filetiert. Das fand ich persönlich sehr interessant, da man sein Huhn sonst ja meist bereits fertig filetiert kauft. Ursprünglich sollte es am heutigen Tage Lasagne geben. Doch das Huhn taute sich selbst auf, weswegen wir es jetzt verarbeiten mussten. Zusätzlich zu dem frischen Huhn gab es Ofenkartoffeln und Salat. Die Flügel und Schenkel marinierten wir, um sie heute zu servieren, und die Filets und Reste sind (voraussichtlich) für eine schmackhafte Suppe morgen vorgesehen. Für die Vegetarier, von denen wir 10 an Bord haben, bereiteten wir Brote zu, überbacken mit Käse und bestrichen mit einem getrocknete-Tomaten-Aufstrich.

Von 11:30 bis 12:30 Uhr servierten wir dann pünktlich unser Hauptgericht. Für mich besteht die größte Freude der Backschaft in der Essensausgabe, wo man der Crew seine „Arbeit“ vorstellen kann. Um 12:30 Uhr hieß es für mich Ablösung, und eine dreistündige Pause, bis ich für Kaffee, Kuchen und Wachbeginn geweckt wurde. Während unserer Wache fand ein Ostertreffen statt, in dem wir die kommenden Ostertage schon mal plante. Ideen waren zum Beispiel Eiersuchen im Rigg und Eierlauf bei Seegang. Zusätzlich begann unsere Lernzeit, die wir von heute an jeden Tag ein bis zwei Stunden haben. In der vorgegebenen Zeit bereiteten wir uns für die Schule zuhause vor, jeweils mit dem Wachlehrer für Assistenz. Wir erstellten einen Lernplan und ein Lerntagebuch für die kommenden Tage für ein organisiertes eigenständiges Lernen.

Ich merke mehr und mehr, wie die Reise zu Ende geht und versuche deshalb, jede Kleinigkeit wie Ruder- und Ausguck-Gehen zu genießen. Ich versuche auch noch zu realisieren, wie viel wir schon erlebt haben und wie verhältnismäßig kurz diese Reise tatsächlich ist. Doch jetzt reißt mich schon das Abendessen aus meinen Gedanken und ich wünsche euch allen da draußen einen guten Appetit!!
Euer Felix

Tim grüßt seine Familie
Conner grüßt alle zuhause
Jelka grüßt ihre Famlie, ich denke ganz viel an euch!
Felix grüßt alle seine Fam und Freunde und hofft, es geht allen superduper!

Auslaufen Azoren

Datum: 6. April 2020
Position: 36° 44,3′ N, 025° 55,8′ W
Wetter: Wind SW, 2 Bft., Luft 23°C, 1013 hpa
Etmal: 107 nm
von Emma

Der heutige Tag begann damit, dass wir um 7:00 Uhr von Lukas und Conner mit lauter Musik und deren lautem und schrägem Gesang zu „Jenny Wolkenreiter“ geweckt wurden. Leider hat das in Kammer 5 trotzdem nichts gebracht, und so lagen wir eine halbe Stunde später immer noch in unseren warmen Kojen, als wir schon die Glocke zum Frühstück läuten hörten. Irgendwann schafften wir es dann aber auch an Deck und genossen noch das letzte Frühstück an Deck mit Aussicht auf die Felder und Berge (oder eher Hügel?) der Azoren. Den Tag über hatten wir die ganze Zeit Freizeit (loitering is allowed!), die wir mit Spiele spielen, Hafenwache gehen und vor allem mit Telefonieren verbrachten. Beim nächsten Mal sehen wir uns wahrscheinlich live!!

Das Highlight war heute wirklich das Mittagessen: es gab zum ersten Mal auf der Reise Burger, die sich jeder selbst belegen konnte und die einfach megalecker waren. Am Nachmittag hat der Chor noch ein Video aufgenommen, bei dem wir auf der Großrah singen. Das wird hoffentlich auch bald auf YouTube zu sehen sein, also schaut vorbei („Wohnzimmerchor“).*

Pünktlich um 18:00 Uhr legten wir ab und starten ausgeruht in die nächste Etappe. Obwohl wir den Boden der Azoren nicht betreten durften, sondern nur auf der Roald chillen konnten (was ja auch nicht das Schlechteste ist), sind alle sehr froh, dass wir hier noch das große Glück hatten, anlegen zu können, denn so hatten wir mal einen Tag Pause, die uns allen wirklich gut getan hat. Außerdem haben wir jetzt wieder sehr sehr sehr viel frischen leckeren Proviant an Bord, dafür hat sich der Stopp wirklich sehr gelohnt! Wir freuen uns auf euch und hoffen, dass die Ankunft nicht allzu kompliziert wird.
Liebe Grüße von Emma

Emma grüßt ihre Familie, Feli und Katzen-Oma und -Opa und Wald-Oma und -Opa.
Carlotta grüßt das 3. D von oben, Emil und ihre Familie.
Isa grüßt Jörn.
Vera grüßt ihre kleine Schwester! Durchhalten!!!! Vera grüßt alle Freunde in Hannover, Hamburg, Herford, Bielefeld, Schloß-Holte, Berlin, Bremen, Kiel, Peine, Minden (und „Mindener Ausland“)!

* Anm. d. Red.: Wir verlinken das Video hier, wenn es auf YouTube hochgeladen ist.