Von Krebsen und Regen

Datum: 15. März 2021
Position: 14°32,08’N, 061° 01,9‘W, Fort de France, Martinique
Wetter: sonnig
von Anabel (mit Selmos Hilfe)

Guten Morgen, Mittag, Nacht, oder wann auch immer ihr den Blog hier lest! Holen Sie sich Popcorn und etwas Gekühltes zu trinken! Das hier könnte vielleicht etwas länger dauern. Also bitte lehnen Sie sich zurück und genießen Sie es, in unser kleines Universum einzutauchen! Herzlich Willkommen zum längsten Tagesbericht in der Geschichte der Tagesberichte! Warum das der längste Tagesbericht werden soll, erkläre ich gleich. Aber erstmal ein großes Dankeschön an Leo, der für mich gerade Backschaft macht und an Selmo, die mir beim Blog hilft, da ich bisher noch keine Zeit hatte irgendwie mit dem Blog anzufangen. Das könnte eventuell daran liegen, dass mir erst vor dem Abendessen eingefallen ist, dass ich heute wieder für den Tagesbericht an der Reihe bin.

Warum das hier der längste Tagesbericht werden soll/wird: An einem Nachmittag saß ich mit Raphael, Fritzi, Julius, und noch ein paar anderen (aber ich weiß nicht mehr wer genau, sorry) im Seegarten und Raphael hat den Blog-Beitrag von einem/einer anderen Schüler*in durchgelesen. Wir wollten dann alle noch Grüße schreiben und Raphael hat den Laptop, mit der Warnung: „Passt auf den Stick auf“ weitergegeben. Darüber haben wir uns lustig gemacht, da der Stick „nur“ vier Gigabit hat und wir meinten, dass da ja so gut wie nichts draufpassen würde. Raphael hat eingeworfen, dass wir ja nie so lange Berichte schreiben, mit denen der Stick voll werden würde. Ich meinte dann aus Spaß, dass mein nächster Blog so lang werden wird, dass die 4 GB voll sind. Später ist uns aufgefallen, dass nicht einmal ein Buch über ein Gigabit braucht. Aber ich bemühe mich dennoch so detailliert wie möglich Vergangenes zu schildern. Wir werden ja sehen, wie weit ich mit der Idee komme. Also viel Spaß beim Lesen!


20. März: Neue Bilder von der HSHS – Die HSHS 20/21 auf Kuba


Also fangen wir mit Decksarbeiten und Landgang am Samstag, den 13.03. an: Nachdem auch die letzten Schlafmützen aus ihren Kojen gekrochen kamen, war es endlich Zeit für´s Frühstück. Allerdings gab es nichts nennenswert Besonderes zum Fuddern. Beim Essen wurde uns dann noch eröffnet, dass wir doch noch an Land können (natürlich mit Corona Test vorher), worüber wir uns alle unglaublich dolle gefreut haben! Direkt nach dem Frühstück wurden wir von Tim und Siggi zu Decksarbeiten und Großreinschiff eingeteilt. Wir bemühten uns, die anstehenden Arbeiten so schnell wie möglich zu erledigen, da wir alle sehr motiviert waren, endlich Martinique zu erkunden. Die Steuerbordgruppe sollte unter Deck vorne und achtern putzen. Die Backbordgruppe (also meine und Selmos Gruppe) wurde für Decksarbeiten eingeteilt. Anselminsky und ich haben gemeinsam den Bootsmannstore aufgeräumt. Für alle Landratten, die nicht wissen, was damit gemeint ist: Der Bootsmannstore ist ein Raum, in welchem alle Ersatzteile wie Schäkel, Stagreiter, Blöcke etc. aufbewahrt werden. Haha, jetzt kann es natürlich sein, dass ihr auch nicht informiert seid, was Schäkel und Stagreiter sind, aber was soll´s… Dazu hat uns Siggi erläutert, was wir alles machen sollten.

Zunächst haben wir den kompletten Bootsmannstore ausgeräumt. Los ging das fröhliche Hochwerfen von Tauwerken und Segelsäcken. Irgendwann hat Anselm mir ein „komisches Holzteil“ hochgegeben. Nachdem wir Siggi gefragt haben, weiß ich nun, was das „komische Holzteil“ ist. Siggi meinte, dass man das Holzteil benutzt um Löcher im Schiff zu stopfen. Falls wir doch nicht so perfekt Ausguck gehen und einen Eisberg rammen (habe gehört, Dinge passieren…), können wir diese Löcher dann notdürftig flicken. So beugen wir dem vor, nicht zu sinken. Also nix mit Panic on the Titantic! Praktisch oder? Wir mussten dann erstmal die ganzen Taue neu aufschießen und den Boden sowie die Oberflächen von Staub und Dreck befreien. Dort unten im Bootsmannstore ist es jedoch unglaublich stickig und heiß, weshalb wir leicht (ähmmm…sehr sehr dolle…) ins Schwitzen gekommen sind. Irgendwann sind wir auf die Idee gekommen, dass eine Person oben stehen könnte und der anderen Luft zufächeln könnte, was wenigstens ein bisschen geholfen hat.

Während wir da unten am Schwitzen waren, haben die anderen aus unserer Gruppe u.a. die Bulleyes der Messe ausgebaut und diese dann poliert. Sobald der Bootsmannstore von Siggi abgenommen worden war, haben wir geholfen, die Bulleyes zu polieren. Das war eine unglaublich anstrengende und zeitaufwendige Aufgabe, da wir die Bulleyes von grün (also der ganze Grünspan) auf golden (also das blanke Messing) poliert haben. Damit hat Jonne angefangen, obwohl eigentlich nur geplant war den gröbsten Dreck weg zu machen. Aber jetzt sehen die aus wie neu! Der erste Tag Arbeit an den Bulleyes hat schon 3-4 Stunden beansprucht und wir sind noch lange nicht fertig.

Nach dem Mittagessen haben wir uns alle für den allerersten Landgang fertig gemacht – zum ersten Mal auch wieder auf europäischem Boden! An Land angekommen, haben uns Noah und Fredo zu der Praxis geführt, in der wir die Corona Schnelltests machen sollten. In der Praxis mussten wir erstmal warten und warten und warten. Irgendwann ging es dann langsam los und wir sollten, nach Alphabet geordnet, zu den Dottores unseres Vertrauens Dr. Jo (Johannes) und Merlo in den Untersuchungsraum. Dr. Jo kam dann mit dem Stäbchen in unsere Nase und hat ein bisschen an unserem Gehirn gekratzt…also so hat es sich jedenfalls angefühlt. Aber ich muss sagen, dass das meiner Meinung nach bisher der angenehmste Test war. Wenden Sie sich in Zukunft also immer an den Dottore unseres Vertrauens, Dr. Jo. Obwohl man von Robert was anderes gehört hat, der ist nämlich schreiend aus dem Zimmer rausgekommen und meinte „Die wollen mich umbringen!“, was natürlich ein Spaß von ihm war. Dass hoffe ich zumindest… Nachdem alle getestet wurden und natürlich alle mit dem Ergebnis: NEGATIV aus dem OP kamen, haben wir uns erstmal alle zusammengesetzt und besprochen, was wir so in den nächsten Tagen unternehmen wollen. Es gab Ideen, wie zum Beispiel eine Wanderung auf den Vulkan, ein Strandtag oder eine Tour durch die Mangroven, wovon Harald schon geschwärmt hat. Dann wurde noch besprochen wie der folgende Landgang aussehen sollte. Dilera hat uns jeweils 15 Euro gegeben, mit denen wir uns Abendessen kaufen durften. Anfangs war geplant, mit allen zusammen Pizza zu essen, jedoch konnten wir nirgendwo eine Pizzeria scouten, die diese für uns liefert. Deshalb die Idee mit den 15 Euro. Bevor es los ging, haben wir uns so wie immer in den Landgangsgruppen von Fritzi fotografieren lassen.

Ich bin mit Selmo, Leni, Lari, Jasminchen und Johanni los gegangen. Nach kurzem Spaziergang haben wir neben einer Kirche einen Mann getroffen, den wir nach der nächsten Pizzeria gefragt haben. Während wir der Wegbeschreibung des netten Franzosen gefolgt sind, haben wir lauter schöne Häuser gesehen und ganz viele Palmen. Noch vor der Pizzeria haben wir ein Café gefunden, wo auch schon so gut wie alle HSHSler an Tischen saßen und Baguettes, Macarons, Croissants und andere Leckereien gefuttert haben. Nachdem die Gebäcke nach und nach in unseren Mägen verschwanden, haben wir direkt neben dem Café einen kleinen Shop gefunden, wo es Postkarten, Schmuck, Räucherstäbchen und noch ganz viel anderen Kram gab. Zwei Häuser weiter hat man auch schon die Pizzeria gesehen, von der uns der nette Franzose erzählt hat. Also aufi aufi Pizza essi essi! Wir mussten aber erstmal entscheiden, welche der leckeren Pizzen wir jetzt essen wollten. Die Bestellung haben Lari und Johanni mit souveränem Französisch für uns übernommen, auch wenn Selmos Latein und Altgriechisch natürlich immer hilfreich ist (Arg, leider nein, hat sich rausgestellt, „war gar nicht unerwartet“…) ??!

Während wir auf unsere Pizzen gewartet haben, haben wir uns immer zu zweit eine Cola geteilt und uns auf unsere Pizza gefreut. Sobald diese dann fertig war, haben wir uns vor dem Restaurant auf den Bordstein gesetzt und die Pizza genossen. Da wir noch Geld übrig hatten, haben wir uns dazu entschieden, unser Geld im Supermarkt zu lassen und natürlich nur gesunde Lebensmittel einzukaufen. Auf dem Weg zum Supermarkt liegt eine wunderschöne Bucht, die man direkt von der Straße aus bewundern kann. Die Johnny haben wir aber leider nicht sehen können. Geplant war mit den geshoppten Sachen ein Sonnenuntergangs-Picknick zu machen. Als wir voll beladen aus dem Laden wieder heraus gestolpert kamen, ging die Sonne auch schon langsam unter. So saßen wir dann da mit der wunderschönen Aussicht und waren super froh und dankbar darüber, nun doch an Land zu sein.

Um 20:00 Uhr ging es dann für die ersten zurück zu unserem Dinghi „Olga“ und damit zur Johnny. An Bord wurde auch schon der Casino-Abend vorbereitet. Dafür haben sich alle ihre protzigsten Sachen angezogen, dunkle Sonnenbrillen wurden heraus gekramt und jede Menge Gel in die Haare geklatscht. Die Messe wurde in ein Casino verwandelt. Es war komplett dunkel und an zwei von drei Tischen wurde gespielt. An einem Tisch wurde Poker gespielt, am anderen Black Jack. Dazwischen war eine Bar mit Säften und Limetten und jede Menge Eis aufgebaut. Wer etwas trinken wollte, ist zu den Barkeepern Selmo und Jasminchen gegangen und hat sich die mit Zuckerrand verzierten Gläser einschenken lassen. Jedoch kamen die Pokerspieler irgendwann zu dem Punkt, zu Black Jack zu wechseln, weil Leni beim Pokern alle abgezockt hat. So saßen wir dann noch ein Weilchen spielend und Säfte von unserer Bar trinkend in der Messe und hatten unseren Spaß. So langsam sind wir dann aber auch schlafen gegangen und haben von den ersten Eindrücken auf Martinique geträumt.

Sundays are for BAGUETTE and for AUSSCHLAFEN!!! Und nicht zu vergessen…: For Krebse 😉
Gutennnnn Morgen! Ausnahmsweise durften wir mal ausschlafen. Es gab erst um 9.00 (!) Uhr Frühstück und nicht wie sonst um 7.30. Leider waren wir alle trotzdem total müde, weil wir abends wieder mit unserem HSHS-Motto argumentiert haben: „Schlafen kannst du, wenn du wieder zuhause bist!“. Naja, selber schuld… Noch vor dem Frühstück sind ein paar Schüler*innen mit Stefan zusammen an Land gefahren um gaaaannzzz viel Baguette zu kaufen. Die haben, wie erwartet, sehr lecker geschmeckt und waren eine tolle Abwechslung zu dem Brot, das wir immer essen. Nach dem Fuddern hatten wir dann erstmal etwas Freizeit. In dieser Zeit haben ein paar zusammen mit Harald an den Bulleyes weitergearbeitet. Wir haben die so lange poliert bis wir geblendet wurden ;). Wir mussten das Polieren dann kurz unterbrechen, um schwimmen zu gehen. Das hat sich aber echt gelohnt, weil das Wasser total erfrischend war. Nach der Erfrischung ging es weiter mit den Bulleyes, damit sich die anreisende Stammcrew auch wohl bei uns fühlt. Laut der jetzigen Stammcrew waren die Bulleyes aber noch nie so golden wie jetzt. Gegen 14:30 Uhr sind wir wieder an Land geshuttelt worden, um von dort eine Tour durch einen Mangrovenwald zu starten. Wir wurden von den Tourguides mit zwei Booten abgeholt und sind an der Johnny vorbei in einen Mangrovenwalde hineingefahren. Dort angekommen sind wir durch einen ganz langen „Tunnel“, den die gebogenen Äste der Mangroven gebildet haben, gefahren. Unser Guide hat uns die ganze Zeit sehr interessante Dinge über die verschiedenen Arten von Mangroven (rot, schwarz und weiß) und die Tiere, die dort leben (Krebse, Vögel oder Opossums, …) erzählt. So sind wir dort lang getuckert und Stefan hat immer wieder versucht Krebse zu fangen, während diese an den Mangroven hochgeklettert sind. Er hat sogar einen gefangen, den wir dann auf die Hand nehmen durften. Da wir immer so nah an den Bäumen waren, auf denen die Krebse saßen, hatten wir echt Angst, dass die auf uns runterfallen.

Auf dem Rückweg haben wir einen Stopp an einer kleinen Insel gemacht, wo uns auch noch was zu den dortigen Pflanzen erzählt wurde. Die beiden Tourguides haben sogar Getränke für uns mitgebracht und haben jedem ein Glas Saft gegeben. Dazu gab es noch Kuchen. Den Kuchen haben wir jedoch zum Teil an die Hühner und ihre Küken gespendet, weil die so süß waren. Die Boote haben uns praktischerweise direkt an der Johnny abgesetzt. Wir haben unsere netten Guides noch mit einem Hupen verabschiedet und uns vorher natürlich sehr für die Tour bedankt. Eine halbe Stunde später hat auch schon die Tauschbörse auf dem Vorschiff gestartet. Alle, die Klamotten oder andere Dinge hatten, die sie nicht mehr gebrauchen konnten, haben sie auf dem Vorschiff ausgelegt. Wenn einem eine Sache gefiel, war Überzeugungskunst gefragt und es wurde fleißig getauscht. Hose gegen T-Shirt oder Armband gegen Schokoladentafel. Die Leute wurden immer kreativer und sind lustige Deals eingegangen. Glücklich waren die, die mit neuen Klamotten aus dem Tausch raus gehen konnten. Die Stimmung war heiter und wie auf einem Basar. Im Anschluss gab es auch schon Abendessen und schon bald sind alle müde vom Tauschrausch in ihre Betten gefallen und haben von Krebsen geträumt…

So, kommen wir nun zum heutigen regnerischen Montag: „Das Leben ist hart, aber Backschaft ist härter“ lautete unser Motto heute in der verschlafenen Backschaft, bestehend aus Julius, Clara und mir. Dazu muss man noch anmerken, dass es gar nicht soo schlimm war, aber wir sehen das einfach als literarische Hyperbel ;). Es gab noch mehr Baguette von gestern und es wurde „en masse“ gefuttert. Julius und ich wollten dann Kartoffeln fürs Mittagessen holen, aber leider fanden wir nur noch letzte drei Kartoffeln. Wäre schwierig gewesen, die auf 37 Leute aufzuteilen, dann lieber Reis mit „Scheiß“. Da der Reis seine gute 40 Minuten zum Kochen braucht, haben sich die Meisterköche (Julius und ich) erstmal schlafen gelegt. Währenddessen haben die Backborder fleißig die Johnny auf Vordermann gebracht und die andere Gruppe hatte die Ehre mit dem Kleingärtner Unterricht zu gießen ähhh zu genießen, hehe…

Meine Backschaft musste die französische Siesta-Pause wieder reinholen und deshalb wurde erstmal gehustelt. Wir mussten Veggie-Patties, Würstchen und Reis anbraten. Spontan hatte ich die Chefkoch-Idee und habe eine Zwiebelsauce mit allem möglichen aus dem Hut gezaubert. Ich weiß nur noch, dass Zwiebeln drinnen waren HUCH… Es hat aber gut geschmeckt. Beim Abwasch haben uns ein paar fleißige Helferleins geholfen, damit wir so früh wie möglich Landgang bekommen. Durch die Hilfe waren wir dann auch relativ fertig obwohl die Kombüse vorher katastrophal aussah. Im strömenden Regen ging es dann rüber an Land. Angekommen am Steg konnten Selmo und ich schon nichts mehr sehen, weil unsere Brillen voll mit Regentropfen waren. Jaja, es lebe das Leben der Brillenträger. Wie immer durften wir in kleinen Gruppen los und haben Martinique erkundet. Lari hat für uns auf Französisch eine nette Frau nach einem Secondhand-Laden in der Nähe gefragt. Wir haben dann versucht der Wegbeschreibung zu folgen, auch wenn das eine kleine Herausforderung war, da wir uns nicht mehr ganz sicher waren, was auf Französisch links und was rechts ist. Sorry an alle lesenden Französischlehrer*innen unter euch!

Nachdem wir ein Stück gelaufen waren, wurden wir von einer Frau angesprochen, die, wie sich im Anschluss herausstellte, die Ladenbesitzerin war. Sie hat uns ein paar Sachen rausgegeben, die wir uns angucken konnten. Anschließend ging es mal wieder zum Supermarkt, wo wir uns mit genug Schokolade für die nächsten Wochen eingedeckt haben. Wie am Samstag haben wir ein kleines Picknick gemacht. Mit Blick auf die Bucht haben wir uns einen Brownie geteilt, Musik gehört und über Martinique geredet. Da um 18:00 Uhr das erste Dinghi zurück ging, mussten wir uns ein wenig beeilen, um noch pünktlich zu sein. Die Chefköche Julius, Clara und ich sollten als erstes wieder hinüber zur Johnny, um das Abendessen vorzubereiten. Im Kühlschrank hatten wir noch unglaublich viele Reste vom Mittagessen. Also haben wir alles auf den Herd gestellt und gewartet bis es köchelt. Sehr viel mehr mussten wir auch nicht machen, nur ein bisschen Brot und Gurken schneiden. Das wars auch schon fast mit Montag. Ich habe mich nach dem Essen mit Selmo zusammen in die Brücke gesetzt um diesen Bericht anzufangen. Leider sind wir aber noch lange nicht fertig.

Jasmin, Leni, Lara und Emil haben für uns zusammen einen Spieleabend vorbereitet. Beim ersten Spiel sollten wir in Gruppen Werbeslogans sammeln und diese dann reihum vorsagen. Das Ganze ging auf Zeit und hatte eine Gruppe nix Passendes mehr parat, ist sie ausgeschieden. Schon ging es weiter mit dem nächsten Spiel namens „Michelin“ bei dem wir alle gaaaannnnzzz viele Klamotten holen sollten und diese, innerhalb von einer Minute, einer Person aus unserer Gruppe überziehen sollten. Wer am Ende am meisten Klamotten an hatte, der hat gewonnen. Dann wurde Mehl auf den Tisch gestellt… Eine Person sollte erst mit einem Messer in einem Mehlhaufen nach einem Bonbon suchen und dieses dann mit dem Mund herausfischen. Wer als erstes ein Bonbon im Mund hatte, hat gewonnen. Die Gesichter von den Auserwählten für das Spiel waren anschließend voll mit Mehl, was sehr lustig aussah. Das letzte Spiel war eine Art Verkleidungsspiel. In den Gruppen sollte sich jeder unterschiedlich verkleiden, zum Beispiel als Müllabfuhr, Skilehrer*in, Oma, Bademeister*in und so weiter. Wir hatten schließlich 10 Minuten Zeit, um uns etwas zu überlegen. Nach und nach wurden dann die Outfits auf einem Catwalk präsentiert. Es wurden Besen als Gehstöcke für die Omas verwendet, Taucherbrillen als Skibrille und noch viele andere lustige Sachen. Für unsere Kreativität haben wir von Emil und Jasmin Punkte bekommen. Schon war es Zeit für die Siegerehrung. Alle drei Gruppen haben als Preis Schokolade bekommen, die dann auch sofort aufgeteilt wurde. Der Spieleabend war also ein voller Erfolg. Vor allem war es sehr schön, dass wir wieder Mal als Gruppe fast alle was gemeinsam gespielt haben. Das wars dann auch mit dem verregneten Montag.

Ich hoffe euer Popcorn hat bis zum Ende gereicht, das alles hier jetzt nicht zu langweilig war und ihr einen guten Eindruck von den letzten drei Tagen bekommen habt. Übrigens ist das hier wirklich der längste Tagesbericht geworden. Ob ich dafür eine Tafel Schokolade bekomme? Immer fröhlich Krebse fangen und im Regen tanzen! Mit freundlichen Grüßen, Tschüsli Müsli!
Anabel

GRÜÜÜÜßEEE:
Ich grüße meine Eltern, meine nervigen Geschwister und meine Großeltern, hab euch alle lieb. Und Grüße an Yuna, Emma und Miri freu mich darauf euch bald wieder zu sehen.
Der Kapitän grüßt Anabelchen und ernennt sie zur „QUEEN OF THE BULLEYES“ weil sie mit Abstand das perfekteste Bulleye abgeliefert hat.
Selmo und A.B. grüßen Tim, den absolut herausragenden Steuermann, der uns des öfteren auf Brücke besucht hat und so ein kleiner Teil unseres Blogs geworden ist, weil er quasi bei der Entstehung dabei war.
Außerdem grüßen wir zwei „EL CAPITANO CHRISTIANO“: „War ne echt wilde Zeit mit dir und du fehlst hier auf der Johnny!“
Raphael grüßt ganz herzlich Pa: Sende dir ganz besondere Geburtstagsgrüße aus der Karibik und wünsche dir einen schönen Tag nach deinem Geschmack!
Hannes grüßt ganz besonders seine Mutter: „Alles Gute zum Geburtstag (16.03), außerdem Christian B., Papa, Noah, Clara, Sven, Mario, Moritz K. und seine Familie, die 6b, und die restliche Verwandtschaft, hervorzuheben Paul.
Ganz besonders den „El Capitano“ Christian und den „El Maschino Assistente“ Maxi Schu
Clara grüßt Monsieur. „Jetzt wird wohl mein Französisch auf die Probe gestellt.“

Der Wassermacher, der zu viel Wasser abbekommen hat

Datum: 13. Januar 2021
Position: Grand Anse Bay Grenada, 12°02,5´N, 061°45,6´W
Wetter: Luft 27-29°C, meist sonnig, ab und zu Schauer
von Anabel

Guten Morgen, Tag und Abend an alle Landratten! Bei uns passiert in den letzten Tagen nicht wirklich viel, wahrscheinlich mehr als bei euch wegen Corona, aber auch nicht viel mehr. Wir stehen auf, haben Unterricht, essen Mittag, gehen Schwimmen und machen Schiffsarbeiten wie zum Beispiel das Segel nähen, das Mülllager auf dem Achterschiff aufräumen, den Ankerkasten und Anker putzen und lenzen (von Hannes der dabei war: „Es war eine sehr schwierige und anstrengend Angelegenheit“ und den Bootsmannstore aufräumen. In unserer Mittagspause liegen wir öfters auf dem Vordeck und hören einen Podcast (Mordlust), wobei wir so gut wie immer direkt einschlafen. Doch weil wir für den Tauchkurs lernen müssen, hatten wir auch nicht mehr so oft Zeit zum Podcast hören. Beim Tauchkurs müssen wir auf dem Handy, in einer App, sechs Kapitel durchlesen und nach jedem Kapitel einen Test machen. Dafür braucht man echt viel Zeit, weil es alleine schon mindestens eine Stunde braucht um ein Kapitel zu lesen. Aber wir freuen uns sehr auf den Tauchkurs und haben dadurch eine hohe Motivation.

Wir warten immer noch auf die Ergebnisse von dem Corona-Test und so langsam haben wir keine Lust mehr, immer zu warten bis wir irgendetwas machen können, weil wir ohne Corona jetzt schon seit sieben Tagen an Land sein könnten und die, von unserem Ankerplatz aus sehr schön aussehende, Insel erkunden. Wir können zwar immer schwimmen gehen, wobei wir zu viel Salzwasser schlucken, weil wir uns alle gegenseitig tunken und zu oft vom Schiff runterspringen, jedoch bekommt auch das so langsam eine gewisse Routine. Wir wollen auch unbedingt mal wieder richtig duschen, weil wir im Moment unsere Duschen nicht benutzen, um Wasser zu sparen, wie ihr schon in Timanas Blog lesen konntet. Beim Baden springen wir dann immer mit Shampoo in den Haaren von der Reling und dann ist das ganze Wasser um uns herum voll mit Schaum (ein ganz kleines bisschen übertrieben??), vor allem wenn wir zu fünft ins Wasser springen. Und mehr habe ich auch nicht mehr zu unserem Alltag zu sagen, daher bekommt ihr nun noch ein Update zu unserem Physikprojekt, von dem Selma schon einmal berichtet hatte (siehe Tagesbericht vom 11.12.2020).

Das Physikprojekt von Noah, Selma und mir: In Selmas Beitrag konntet ihr schon unsere Einführung lesen und da wir das Projekt nun abgeschlossen haben und heute auch den anderen Schüler*innen vorgestellt haben, kann ich nun vom Rest des Projektes berichten. Zur Wiederholung: Es ging darum einen Watermaker selber zu entwickeln.

Die Durchführung | Der Watermaker ist aus Cremette (Frischkäse)-Schachteln, Panzertape von Fredo (Ehrenmann) und einer Dose Fanta gefertigt. Wir haben bei der Fantadose das oberste Drittel abgeschnitten, damit wir sie als Behälter für das Salzwasser verwenden können. Aus zwei Cremette-Schachteln haben wir das Auffangbecken für Süßwasser gebaut, indem wir jeweils die Kopfenden abgetrennt haben und mit Panzertape verdichtet haben, damit kein Wasser rausläuft. Dadurch ist eine „Schüssel“ entstanden in der wir das Wasser auffangen. Für das Dach haben wir Cremette-Schachteln in Form vom einem „V“ zusammengeklebt und die überstehenden Ränder abgeschnitten. An die Seiten haben wir jeweils einen Boden einer Schachtel geklebt, damit das Dach von allen Seiten geschlossen ist. Dann mussten wir den Watermaker nur noch zusammensetzen. Die Dose, mit Salzwasser gefüllt, wurde in das Auffangbecken gestellt und das Dach daraufgesetzt, sodass die Kanten im Auffangbecken stehen.

Versuch | Wir haben den Watermaker vormittags hinter dem Schonermast auf die Metallbox gestellt und dort stündlich überprüft. Der Watermaker stand dort den ganzen Tag. Es sammelte sich kein Wasser im Auffangbecken. Zudem bemerkten wir, dass das Dach sehr warm wurde, jedoch die Dose und das Salzwasser kühl blieben. In der Nacht sind das Dach und die Dose durch den Wind und Seegang über Bord gegangen. Es ist kein trinkbares Wasser entstanden.

Fehlerinterpretation | Unser Watermaker hat aus verschieden Gründen kein trinkbares Wasser hergestellt. Zum einen war das Dach, welches wir mit schwarzem Panzertape beklebt hatten, zu warm geworden, wodurch das Wasser dort nicht kondensieren konnte. Außerdem wehte Wind durch Lücken zwischen Dach und Auffangbecken, welche eigentlich dafür gedacht waren, dass das Wasser im Auffangbecken kühl bleibt. Jedoch haben diese Lücken auch dafür gesorgt, dass sich das Salzwasser nicht erwärmt hat und somit nicht verdunsten konnte. Zudem ist der Watermaker zu leicht und nicht befestigt gewesen, weswegen er auf See noch leichter über Bord gegangen wäre als hier vor Anker.

Verbesserungsvorschläge | Wir würden beim nächsten Mal dafür sorgen, dass das Dach nicht so warm wird und es jedoch unter´m Dach wärmer ist. Wir würden dünneres und durchsichtiges Plastik verwenden. Dadurch würde eine Art Treibhauseffekt entstehen, wodurch es wärmer werden würde. Zudem würden wir sämtliche Lufteinlässe entfernen, um zu verhindern, dass die warme, feuchte Luft aus dem Inneren hinaus geweht wird.

Das war´s auch schon von unserem Projekt. Ich hoffe es war interessant für euch. Meiner Gruppe hat dieses Projekt sehr viel Spaß gemacht. Wir fanden es sehr interessant, uns mit einem Wassermacher zu beschäftigen, weil wir hier auf dem Schiff unser trinkbares Wasser ja auch nur durch den Wassermacher hier an Bord bekommen. Dieser funktioniert natürlich nochmal komplett anders. Wir haben heute alle unsere Watermaker-Projekte vorgestellt, wobei unsere Vorstellung nicht ganz so das Gelbe vom Ei war, weil wir die ganze Zeit an unserem Protokoll gearbeitet haben und dann nicht wirklich Zeit hatten die Präsentation zu planen. Bei allen Projekten, außer unserem, ist sogar ein bisschen trinkbares Wasser entstanden, zwar nur wenig, aber immerhin etwas (Vielleicht werdet ihr in einem der folgenden Tagesberichte nochmal etwas über einen Watermaker lesen, welcher dann etwas besser funktioniert hat als unserer ??).

Naja, dann müssen Selma, Noah und ich halt noch einmal an unserem Watermaker arbeiten, was jedoch schwierig wird, weil mehr als die Hälfte von unserem Modell auf dem Meeresgrund liegt… dann können sich die Fische das angucken und überlegen, was man verbessern kann. Heute Abend gibt es noch einen kleinen Physik-Vortrag von Robert (dem Steuermann) worin es darum geht, wie die Planeten die Sonne umkreisen und Friederike hat vorgeschlagen, auf dem Vordeck Werwolf zu spielen. Also damit einen schönen Tag oder gute Nacht. Und wir können jetzt wieder das Funkeln der Lichter an Land bewundern…
Anabel

P.S.: Ich grüße meine Mutter „Ich hoffe das mit Isi wird besser und das du dich mal richtig entspannen kannst. Ich habe dich ganz doll lieb!“, Papa „Schöne Grüße an alle im Labor, aus der Karibik ;). Bitte arbeite nicht zu viel, auch wenn das jetzt wegen Corona alles wichtig ist. Wenn ich meinen Tauchschein habe, müssen wir mal in Australien tauchen gehen. Hab dich ganz doll lieb!“, Oma und Opa „Vermisse euch und hoffe das wir mal wieder telefonieren können!“, Adi und Nuki „Passt wegen Corona auf und ich hoffe die Schule ist nicht zu langweilig. Geht mal bitte mit Isi raus damit Mama sich nicht immer um sie kümmern muss und setzt Amber auf Diät. Hab euch lieb!“, Hetti „Alles Gute zum Geburtstag auf ein weiteres tolles Jahr mit unsere Chaoten-Familie und den 3 Tieren. Hab dich ganz dolle lieb und schicke Sonne rüber!“
Selma wünscht ihren coolen Onkeln Andi und Nando Happy Birthday: „Habt einen schönen Tag, ob in München oder Rom, ich denk an euch und sende Sonne, Palmen und ´ne Brise Wind! Liebe Grüße! <333“
Hannes grüßt Mama, Papa, Clara und Noah und Werner Zudrell
Leni grüßt Catherine und wünscht alles Gute nachträglich!!!