Damals, Kinder, als ich noch jung war

Datum: 25. November 2020
Position: 75 Seemeilen vor Mindelo, Kapverden
Wetter: diesig, bedeckt, schlechte Sicht
von Jonathan

Wir schreiben das Jahr 2090. Ein alter Mann sitzt in einem Schaukelstuhl vor seinem Haus und blickt auf seinen Garten. Er denkt zurück an seine Jugend und die verrückten Dinge, die er damals getan hat. Da kommen seine Enkel über den Rasen gelaufen. Sie rufen ihm aufgeregt zu: Opa, Opa, erzählst du uns eine Geschichte? Er antwortet: „Das kommt darauf an, was ihr hören wollt“, antwortet er ganz im Stile eines alten weisen Mannes. „Irgendetwas aus deiner Jugend. Zum Beispiel, als du für sieben Monate eine Weltreise gemacht hast.“ „Nun ja, eine Weltreise war es nicht, aber ich kann euch gerne davon erzählen. Ich kann euch ein bisschen aus meinem Tagebuch vorlesen.“ „Oh ja gerne.“ „Gut, dann starten wir“.

Die Kapverden stehen kurz vor der Tür. Kaum fängt man an, sich an den Alltag an Bord zu gewöhnen, geht es schon wieder an Land und zu neuen Erfahrung. Aber ich will mich nicht beschweren, es gibt Schlimmeres als auf die Kapverden zu fahren. Ich freue mich auf die Kapverden, bin gespannt was uns wohl erwartet, denn ich habe keinerlei Vorstellung von den Kapverden, alles was ich weiß, kommt aus dem Reiseführer. Die letzten Tage an Bord waren sehr entspannt, die regelmäßigen Wachen, und zuletzt auch der neu einsetzende Unterricht, sorgten für eine Art Routine. Zur allgemeinen Freude der Angler-Community fingen nun auch die Fische an zu beißen. Manche, die fliegenden Fische, sprangen sogar von selbst an Deck. Selbige wurden auch später im Biologieunterricht eifrig und voller Engagement seziert. Zuzüglich zum Biounterricht gab es auch Spanisch, Englisch, Deutsch, Geographie, Geschichte und Mathe. Der Unterricht wird auf den Kapverden pausieren, erst auf der Atlantiküberfahrt geht es richtig los mit dem Unterricht. Schließlich kommt der interessanteste Teil der Reise erst noch.

„Boah, das war ja mal eine Reise“, sagte der kleinste seiner Enkel mit großen Augen. ,,Tja, das war eine wilde Zeit damals“ sagte der alte Mann und musste sogleich schmunzeln, ob der glücklichen Erinnerung, die er mit dieser Reise verband. „Erzählst du uns noch mehr?“ „Na gut, aber nur noch eine Geschichte“, antwortete er, und fing an zu erzählen. Von fremden Ländern, neuen Menschen, gewaltigen Stürmen, und den unendlichen Weiten des Ozeans. Doch davon ein andermal mehr.
Jonathan

Probetörn – Es geht los…!

Datum: 22. August 2020
Position: 54°28,24’ N, 009°51.09′ E (Eckernförde)
Etmal: –
Wetter: –
von Lana, Jonathan, Konstanze

Das lange Warten hat ein Ende! Nach verschiedenen Anreisen konnten wir nun endlich an Bord. Nach der ersten Aufregung begann ein freudiger Austausch. Die dabei am häufigsten gestellten Fragen waren natürlich: „Wie heißt du?“ und „Woher kommst du?“. Dabei erfuhren wir spannende Details über die anderen. Dann durften wir auch schon mit anpacken und den Proviant an Bord bringen, während der andere Teil das Mittagessen vorbereitete.

Der HSHS-Probetörn 20/21 startet in Eckermförde.

Dann fing es „richtig“ an und es hieß „Leinen los!“, auch wenn es nur ungefähr 100 Meter waren. Vor dem Ablegen konnten wir unsere ganze Crew und die Lehrer kennenlernen. Auch wurde uns gezeigt, was für Aufgaben die Wache hat. Diese mussten wir beim Ablegen dann auch schon gleich anwenden. Als wir dann los gefahren sind, ging es sehr schnell auch schon ans Anker fallen lassen. Mir kam es so vor, als hätten wir noch nicht mal das Ablegemanöver beendet und schon wurde wieder geankert. Vor Anker machten wir uns genauer mit den Aufgaben an Bord vertraut und richteten unsere Kammern ein.
Lana, Jonathan, Konstanze

Unser HSHS-Lehrer-Team 2020/2021