Das Wochenende und die Schrimp-Farm

Datum: 30. November 2020
Position: Mindelo, Kapverden
Wetter: Windig, mehr oder weniger blauer Himmel
von Noah

Herzlich Willkommen bei meinem heutigen Blogbeitrag. Wir haben das Wochenende viel bei für uns sehr warmen Temperaturen unternommen, weswegen wir ordentlich geschwitzt haben. Und davon erzähle ich euch jetzt. Am Samstag hatte Lara Geburtstag. Wir waren auf der anderen Seite der Insel, mit den sechs Schülern*innen der Escola Salesianos bei einer Schrimp-Farm, welche die Schrimps so ökologisch wie möglich züchten. Danach sind wir in der nahen Stadt Calhau essen gegangen. Es gab natürlich Schrimps von der Farm, aber dazu auch Fisch mit Pommes. Danach, konnte man sich entscheiden, ob man mit den Taxen zurück nach Mindelo fahren will oder ob man noch etwas in Calhau bleibt. Die, die in Calhau geblieben sind, sind teilweise an den Strand und haben sich u.a. Seeigelstachel eingefangen, welche dann an den Folgetagen von Johannes herausoperiert wurden. An dem Abend war dann auch noch eine Bordparty, welche mit einigen Startschwierigkeiten dann doch noch gut wurde, und in Ronjas Geburtstag reingefeiert wurde.

Am Sonntag war dann ein Strandtag. Wir sind zu einem Strand in der Nähe der Schrimp-Farm gefahren. Es gab wellengeschütztes flaches Wasser und trotz Angst vor Seeigeln sind viele ins Wasser gegangen. Keiner hat sich einen Stachel eingefangen. Das Wetter war das Einzige, was es an diesem Tag zu bemängeln gab. Es war frisch, gab kurze Nieselschauer und es war bewölkt. Wir sind dann noch in einem Restaurant vor Ort essen gegangen und trotz langer Wartezeiten, an die wir uns langsam gewöhnen, war es dort echt schön und das Essen war sehr lecker. Den Abend haben wir dann an Bord verbracht. Der Montag war dann so aufgebaut, dass wir die sechs Salesianos-Schüler*innen an Bord empfangen wollten, aber dafür mussten wir erst einmal aufräumen. Als die Schüler*innen dann kurz nach 1000 Uhr kamen, haben wir sie durch das Schiff geführt. Anschließend sind wir gemeinsam in die Cafeteria ihrer Schule gegangen, wo uns ein traditionell kapverdianisches Mittagessen (Bohneneintopf mit Meeresfrüchten) serviert wurde. Es gab wieder lange Wartezeiten, aber der Eintopf war wieder super lecker. Aber wegen der langen Wartezeit kamen wir deutlich später beim OSCM (Ocean Sience Center Mindelo) an.

Das OSCM betreibt Forschung bezüglich des Atlantiks/ mariner Ökosysteme in Verbindung mit der Atmosphäre, was für unsere Reise in Bezug auf die Nachhaltigkeit noch einmal eine besondere Station war. Wir haben eine Führung durch die Anlage bekommen, bei der wir eine Ausstellung zur Nachhaltigkeit, der Müllproblematik, dem Leben in marinen Ökosystem etc. ansehen konnten, aber auch verschiedene Forschungsgeräte, Labore etc. Als wir dort waren, wurde gerade eine geborgene Forschungsboje zurückgebracht und gereinigt. Bis zum Abendessen hatten wir Landgang, der Letzte vor der Abreise, bei dem die sechs Salesianer*innen auch dabei waren. Der Abend brachte uns überraschend Livemusik an Deck. Zwei Musikern haben mit einem Saxofon, Gitarre und einer Rassel traditionell kapverdische Musik für uns und vor allem Nathalie gespielt – eine Überraschung für Nathalie, weil sie uns morgen verlassen wird.

Ich würde jetzt gerne noch etwas zu dem für mich interessantesten Ausflugsziel sagen, der Schrimp-Farm. Wir hatten einen interessanten Vortrag auf Englisch der mit vielen Fachwörtern gefüllt war, die ich nicht mehr alle weiß. Die Schrimp-Farm ist die einzige Schrimp-Farm auf den gesamten Kap Verden, welche die Schrimps so nachhaltig und ökologisch wie möglich züchten. Der Vorgang des Züchtens beginnt in einem Becken, wo ca. 100 Männchen auf 200 Weibchen leben. Für die Paarung jagt das Männchen das Weibchen so lange, bis das Weibchen erschöpft ist. Dann spritzt es seine Spermien auf den Bauch des Weibchens, indem ein Spalt ist. Danach sticht das Männchen mit seinem Horn in den Spalt. Sobald die Weichen trächtig sind, fluoreszieren sie nachts stärker als die anderen. Nun werden sie in ein separates Becken gebracht, in dem die Temperatur nochmal anders ist und sie ihre Eier legen können. Eine Garnele kann bis zu 1.500.000 Eier legen. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven werden in ein neues Becken gebracht, wieder mit anderer Temperatur und geregeltem pH-Wert. Dort werden diese wachsen und verschiedene Stadien durchlaufen bis sie eine größere Metamorphose durchleben. Auf dem Weg bis zu dieser Metamorphose sterben viele Babys und erst ab diesem Stadium fangen die Garnelen an zu fressen. Sie ernähren sich von Mikroalgen, welche noch einmal separat gezüchtet werden. Dann durchlaufen sie noch zwei weitere Metamorphosen im Zeitraum von ca. zwei Wochen. Aus den anfangs 1.500.000 Eiern entstehen nur noch 100.000 bis 200.000 kleine Garnelen. Diese werden dann draußen im Freien zwei Monate in riesigen, künstlich angelegten Meerwasserbecken, welche extra aufbereitet wurden, leben. Durch die Aufbereitung sind viele Algen und kleines Getier vorhanden. Hiervon leben die Minigarnelen die ersten drei Wochen. Wenn sie dann älter sind, werden sie bis zu acht Mal pro Tag gefüttert. Wenn die Garnelen ca. drei Monate alt sind, werden sie aus den Wasserbecken gefischt und für den Verkauf vorbereitet. Wie genau das abläuft, weiß ich leider nicht.

Das war es von mir und mit meinem heutigen Tagesbericht.
Noah

Grüße
Ich grüße Henry; der Weihnachtsbaum sollte mit mehr Kugeln behangen werden!
Lara grüßt Timmy und Titus und wünscht beiden alles Gute nachträglich zum Geburtstag!
Fredo grüßt seine ganze Familie und alle Personen die ihm was bedeuten, die er aber verlassen hat und wünscht ihnen einen schönen ersten Advent.
Vali grüßt ihre Mama und entschuldigt sich, dass sie heute nicht mehr angerufen hat. Sei mir nicht böse Mami, hab dich immer lieb, das weißt du doch ??
Lana grüßt Julia: Antwort ist als Brief auf dem Weg. Das WLan ist leider auf einmal zusammengebrochen. Du packst das. Und Lana grüßt natürlich auch alle Anderen.

Dritter Tag an Bord

Datum: 24. August 2020
Position: 55° 05,6′ N, 010°13,2′ E

Etmal: –
Wetter: bewölkt mit Schauern
von Clelia, Lara, Robert, Noah

Nach dem Frühstück begannen wir mit theoretischem Unterricht zum SBF-See (Sportbootführerschein), welcher von Jürgen durchgeführt wurde. Danach ging es mit praktischem Unterricht zur Knotenkunde weiter, wobei wir die wichtigsten Knoten für den Segelalltag lernten (wie z.B. Palstek, Webeleinstek, Kreuzknoten, Stopperstek, Achterknoten und Schotstek). Daraufhin aßen wir Mittagessen, welches wie immer sehr lecker war. Um 13:30 Uhr wurde der Anker gelichtet und es ging unter Motor in Richtung Norden. Auch wenn das Wetter durchwachsen war, hatten wir eine schöne, ruhige Fahrt. Während die einen Wache hatten, wurde im Seegarten Karten gespielt. Nach dem Abendessen ließen wir den Anker fallen. Die Manöver klappen zwar noch nicht einwandfrei, jedoch machen wir große Fortschritte und wachsen als Team zusammen. Den restlichen Abend werden wir mit Kartenspielen und der Ankerwache verbringen.
Clelia, Lara, Robert & Noah