Eine Zugfahrt auf Messers Schneide

Ein Nachtrag zum 21. Oktober 2021
Tag drei unseres Aufenthalts in A Coruna:
Zeit, über die Stadt hinaus zu denken und ins nahegelegene Santiago de Compostela zu fahren. Der Aufbruch erfolgte direkt im Anschluss an die Happy Hour an Bord unseres schwimmenden Zuhauses, welches stets sauber hinterlassen werden sollte.

Es stellt sich als eine Herausforderung heraus, uns 50 Personen unterwegs zusammenzuhalten. Ein Umstand, den die Hafenpolizei prompt bemängelte. Die zukünftig hierfür erforderlichen fünf Hütehunde befinden sich bereits in Ausbildung J

Aus diesem Grund gingen zwei Lehrkräfte voraus, um in Ruhe die Hin- und Rückfahrtickets für unseren Ausflug zu besorgen. Die Jugendlichen gingen zügig, 20 Minuten vor der Abfahrt des Zuges waren alle im Bahnhof. Easy – oder auch fácil – haben wir gedacht. Aber wir haben die Rechnung ohne den Bahnhof und dessen Ticketportal gemacht. Das Drucken der Tickets für uns alle dauerte über 50 Minuten (ohne Anstehen!). Dazu kam folgendes Problem(chen): Vor den Gleisen gab es überraschenderweise eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen! Nun haben alle Schüler:innen die Packliste pflichtbewusst studiert und ein (Segel)-Messer eingepackt, welches die meisten auch bei diesem Tagesausflug dabeihatten. Damit wäre ein Erreichen des Gleises aber ausgeschlossen. Die auf der Website des Bahnhofes angepriesenen Schließfächer waren nicht vorhanden, sodass sich eine Lehrkraft dazu entschloss, die Messer einzusammeln. Eine durchsichtige Tüte wurde während dieses Prozesses durch eine nicht durchsichtige ausgetauscht, um die neugierigen Blicke der nebenstehenden Polizist:innen abzuwehren.

Nun aber los: Sprint zum sicheren Hafen für die vielen Messer durch eine unserer Lehrkräfte. Die Jugendlichen hatten währenddessen ihre Handys und konnten die unerwartete Wartezeit somit gut füllen.

Nun bin ich selbst vor zwei Jahren auf eine andere Art nach Santiago de Compostela gelangt: pilgernd aus Südfrankreich. Rückblickend bin ich unsicher, welche Anreise weniger aufwühlend war. Die Ankunft aber war beide Male sehr schön.

Text+Foto: Vici