Was wir sonst noch so machen …

Unsere Hauptaufgabe auf diesem Schiff ist natürlich das Segeln. Aber das Zusammenleben an Bord kann nur funktionieren, wenn die Besatzung einen vollen Magen und ein sauberes Zuhause hat. Deshalb bereiten wir in der »Galley« (englisch für Kombüse) das Essen für die hungrigen Segler:innen vor.

Unter Anleitung unseres Kochs, genannt Chäääfffff (inoffiziell Chris) wird gerade von der roten Wache Minestrone für das Mittagessen zubereitet. Dafür sind je vier Personen (Backschaft) in der Galley eingeteilt. Abwechselnd wird dort gekocht und abgewaschen. Doch wir kümmern uns nicht nur um die warmen Mahlzeiten des Tages, sondern auch zusätzlich um frisch gebackenes Brot zum Frühstück. Auch für den Nachmittag ist in Form von Obst gesorgt. Der Mitternachts-Snack besteht aus Knäckebrot, Reiswaffeln, Brot vom Frühstück und für jede:n, der/die eine warme Mahlzeit nötig hat, Instant-Ramen.

Doch gehen wir noch einmal zurück zu den regulären Essenszeiten: Morgens startet der Tag zwar um 7:30 Uhr mit dem Frühstück, dieses wird allerdings schon abends vorbereitet, sodass es am nächsten Tag nur noch aufgedeckt werden muss. Dann wird eine Stunde später abgedeckt und die Backschaft macht sich mithilfe der motivierenden Wirkung von Chäääfffffs Musik ans Werk. Alles wird abgewaschen und für das Mittagessen vorbereitet. Im ähnlichen Ablauf geht es zum Mittag von 11:30 bis 12:30 Uhr und beim Abendbrot von 17:30 bis 18:30 Uhr zu.

An besonders windigen Tagen, die wir natürlich dazu nutzen, all unsere Segel zu setzen, befindet sich die Gulden Leeuw in einer ordentlichen Schräglage, was gemeinsam mit einem gewissen Seegang die Arbeitsbedingungen ein wenig „schräg“ macht.

Für „Klar Schiff“ sorgen alle gemeinsam, unterteilt in die jeweiligen Wachen, in der sogenannten „Happy Hour“. Mit höchster Priorität wird als erstes Musik über Boxen angemacht, welche über das gesamte Schiff zu hören ist. Dies verbessert die Laune manch noch müder Seeleute, da die „Happy Hour“ von 18:30 bis 19:30 Uhr schon recht spät am Tag ist. Unter der Führung eines Gruppenleiters, neu eingeteilt zu jeder Wache, säubert man jeden Tag einen anderen Bereich unseres Schiffes. Diese sind: einmal das Deck, dann die Messe, mit den zugehörigen Waschräumen und die Galley. Der letzte Bereich sind die Schlafräume, welche sich unten im Schiff befinden. Auch die „Happy Hour“ wird von Seegang und Schräglage des Schiffes beeinflusst, was diese zwar ein wenig erschwert, aber auch um einiges lustiger macht, wenn man zum Beispiel beim Schrubben gegen die Wand stolpert und der Fensterreiniger in Kurven von den Bullaugen läuft.

Obwohl diese Aufgaben im Bordalltag eher im Hintergrund stehen, sind sie trotzdem ziemlich wichtig und tragen regelmäßig dazu bei, uns den Tag zu versüßen, denn die Stimmung dabei ist einfach fantastisch.

Text: