Observatorium, Leuchtturm und Aquarium

20. Oktober 2021
Position: La Coruña, 47° 21.895 N, 8° 23.921 W, 
Wetter: Leicht bewölkt · Wind: 3 · Temperatur: 15°
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Hallo alle zusammen,
heute war unser dritter Tag in La Coruña und unser zweiter Nachmittag an Land. Aufgewacht bin ich um 8:00 Uhr. Ich wunderte mich über die Uhrzeit, da das Wecken eigentlich um 7:15 Uhr sein sollte. Wie es aussieht, hatte ich den Weckruf mit Musik komplett verschlafen. Ich konnte es mir nicht erklären. Viel Zeit darüber nachzudenken hatte ich aber nicht, da ich noch Frühstücken musste und anschließend die „Bar“, eine Essenstheke an der serviert wird und wo die „Notrationen“ (Süßigkeiten) der Schüler:innen aufbewahrt werden, aufräumen.

Um 10.00 Uhr hatten wir einen Termin im Planetarium von La Coruña, wo wir eine Show bekamen. Dadurch, dass unser Mitschüler Pablo, einen Familienfreund hat, der im Planetarium arbeitete, hatten wir die tolle Gelegenheit auf eine persönliche Vorführung. Uns wurde viel über die Sterne, den Nachthimmel, die Sternbilder und auch etwas über Sternnavigation beigebracht. Im Planetarium gab es einen Raum, in dem der nächtliche Himmel an die Decke projiziert wurde. Der Projektor war nicht digital, er arbeitete rein analog, ohne Computer. Er wurde von der Firma Carl-Zeiss in den 1980er Jahren hergestellt.

Schüler:innen Gruppe vor dem Planetarium
Begrüßung vor dem Planetarium von LaCoruña. ©Peggy
Schüler im Planetarium
Wellen und Frequenz zum Erleben. © Peggy
Schüler:innen im Planetarium beim Experimentieren
Gravitation zum Anfassen © Peggy

Gleich im Anschluss wanderten wir zum Leuchtturm. Er ist der älteste noch immer aktive Leuchtturm der Welt und – mit einigen Unterbrechungen – seit der Zeit der Römer in Betrieb. Ein wirklich beeindruckendes Gebäude, wenn man bedenkt, dass viele Steine seit über 2.000 Jahren am selben Platz stehen. Leider gab es kaum Fenster. Die Römer hatten wohl keinen Sinn für schöne Panoramen. Immerhin stand der Turm auf einem wunderschönen Berg, von dem wir einen tollen Ausblick hatten.

Küsten-Panorama
Ausblick vom Herkulesturm in LaCoruña, Foto: © Mark
Leuchttum vom La Coruña
Der uralte Leuchttum ©Victoria
Meeresbrandung vor La Coruña
©Victoria

Unser letzter Stopp war das Aquarium von La Coruña. Nach einer kurzen Einführung durch eine Mitarbeiterin konnten wir selbst die Unterwasserwelten erkunden. Es gab viele Becken mit interessanten Fischen. Leider waren die Erklärungstexte auf Spanisch und die Englischen waren zum Download ausgelegt. Da wir offline unterwegs waren, konnten wir nur beobachten. Ein englischer Film erklärte uns die Auswirkungen von zu hohem CO2-Aufkommen auf unser Klima und die damit verbundenen Auswirkungen weltweit. Außerdem konnten wir einer Robbenfütterung beiwohnen.

Fische mit Hai im Aquarium von LaCoruña
Im Aquarium von LaCoruña – 20.000 Meilen tief im Meer © Mark
20.000 Meilen unter dem Meer – eine Hommage an Jules Verne ©Victoria

Das Interessanteste war jedoch, meiner Meinung nach, ein thematisch gestalteter Raum mit Aquarium rund herum. Der Raum war angelehnt an den Film „20.000 Meilen unter dem Meer“, nach dem Buch von Jules Verne. Der Raum war mit Filmplakaten und anderen historischen Informationsmaterialien bestückt.

Nach dem Aquarium trennten wir uns in Gruppen auf und erkundeten die Stadt.

Text: Mark
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PS.: Besonders möchte ich mich nochmal bei meiner Familie bedanken, die mir zur Verwirklichung dieser Reise verholfen hat. Ohne euch hätte es nicht funktioniert. Danke, Danke, Danke.

Ein wunderbarer Landgang und ein ungewöhnlicher Hafenmeister

Position: 47° 58.174 N 5° 21.638 W
Kurs: 209°
Bisher zurückgelegte Seemeilen: 726
Wind: 2 · Luft: 22° leicht bewölkt
Gesetzte Segel: Mainstay Sail
Geschwindigkeit: 7.8 kn (Motor aktiv)


Gestern, am 14. Oktober saß ich in der Messe (Aufenthaltsraum auf Schiffen) und habe gelesen. In meiner Wache, etwa acht Stunden zuvor, gab es das Gerücht, dass wir in den nächsten Tagen an einer französischen Insel vor Anker gehen werden. Ich persönlich habe gedacht, dass wir erst in drei bis vier Tagen, wenn überhaupt, die Insel erreichen würden.

Nun wieder zurück. Ich saß in der Messe und plötzlich sprang jemand auf und rief: „was ist denn hier los?!?“. Dieser Jemand war ich und ich habe aus dem Fenster geschaut und nicht, wie erwartet, nur das offene Meer gesehen. Nein ich habe eine Insel gesehen – kaum einen Kilometer weit weg. Ich bin an Deck gelaufen und sah, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Vor uns lag eine Insel, die L’ile d’Ouessant. Nun erkannte ich auch, dass wir schon in den Hafen einfuhren, genauer gesagt: in eine große natürliche Bucht, die als Ankerplatz dienen sollte.

Gegen 17.00 Uhr wurden wir alle zum „Main Deck“ gerufen für das tägliche Meeting. Kurz davor hatten wir den Anker geworfen und alle Schüler:innen waren erwartungsvoll, denn es wurde bekanntgegeben, ob wir an Land fahren würden und was es zu beachten gäbe, z.B. mit Covid. Als verkündet wurde, dass wir an Land durften, brachen Jubelstürme aus. Die Menge grölte. 7:1 für Deutschland! (Warte mal –  das war was anderes) Also: Jubelstürme brachen aus. Alle freuten sich. Wir durften für etwa zwei Stunden, bis 20.00 Uhr, an Land, damit wir zum Abendessen und Sonnenuntergang zurück sein würden.

Um 17.45 Uhr wurden alle mit dem Dingi auf die Insel gebracht und dann teilten wir uns in Gruppen auf. An dieser Stelle teilt sich die Erzählung.

Die Gulden Leeuw am Ankerplatz vor L’ile d’Quessant Fotos: © Mark
Klippen auf L’ile d’Quessant
Klippen auf L’ile d’Quessant

Perspektive von Mark (ich):
Ich bin mit Kasimir und Maxi (Maximilian) losgegangen. Wir drei hatten uns vorgenommen vom Hafen nach Süden zu gehen, entlang der Klippen und Steilküsten um möglichst viele und gute Fotos zu machen. Als wir den Weg hinaufgingen und ich zum ersten Mal einen Blick die Steilküste hinab warf, sah ich auf der linken Seite eine wunderschöne Wiese. Auf der rechten Seite war das Meer. In diesem Moment rutschte die Insel direkt auf einen sehr hohen Platz meiner Lieblingsplätze. Die darauffolgende Stunde sind wir weiter auf dem Weg entlang der Steilküste gegangen. Leider kann ich nicht genug Bilder mitsenden (begrenztes Datenvolumen), um euch diese Insel genauer zu zeigen. Auf dem Rückweg hatten wir noch die Gelegenheit, unsere Französischkenntnisse zu trainieren. Insgesamt habe ich dreimal „Salut“ (Hallo) und einmal „Bon jour“ (Guten Tag) gesagt. Ich bin stolz auf mich.

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Perspektive von Natalia:
Natalias Gruppe hatte leider nicht so viel Glück. Zuerst wollten sie in ein echtes französisches Café gehen und dort etwas essen. Natalie hatte vom Schiff aus eines gesehen. Als sie und ihre Gruppe dort ankamen, erlebten sie eine Enttäuschung: das Café hatte geschlossen. Nachdem sie mit einigen Einheimischen gesprochen hatten, stellte sich heraus, dass so gut wie alle Geschäfte auf der Insel um 18.00 Uhr schließen. Am Ende liefen sie und ihre Gruppe noch zum Leuchtturm, der auf den Klippen über dem Hafen steht. Von dort hatten sie einen tollen Ausblick über die Bucht, in der die Gulden Leeuw vor Anker lag.

Den aufmerksamen Leser:innen wird aufgefallen sein, dass ich noch nicht über den Hafenmeister berichtet habe. Der Grund ist, dass der den wir kennengelernt haben, gar kein klassischer Hafenmeister ist. Nein, er oder sie ist nicht einmal ein Mensch_ Der Hafenmeister ist ein Delfin, der sich laut Auskunft der Einheimischen seit 20 Jahren in der Nähe der Insel aufhält und sich die ankommenden Schiffe auf der Insel anschaut. Ihn zu sehen, war ein tolles Ereignis, zumal es für uns Schüler:innen vollkommen unerwartet war.

Euer Mark

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Abschließend möchte ich allen danken, die diesen Artikel gelesen haben. Noch viel mehr möchte ich all meinen Verwandten und Freund:innen danken, die diese Reise für mich möglich gemacht haben. Danke, Danke, Danke.

Liebe Verwandte und Freund:innen, ich vermisse euch und wünsche euch alles Gute.