Nach 500 Seemeilen alles »ganz normal«

13. Oktober 2021
Position: 49°58.3 N – 2°05.3W
Kurs: 225°
BZS: 560 NM
Wetter: sonnig bewölkt · Wind NW 1
Geschwindigkeit: 5.6kt

Gestern war ein weiterer wunderbarer Tag auf der Gulden Leeuw! Der Tag begann erstmals ganz normal mit den Wachen von 0:00-3:00, 3:00-5:00 und 5:00-8:00 Uhr.

Über den Morgen können Linus und ich nicht viel sagen. Wir haben geschlafen 😉

Mittags haben wir den Nullmeridian überschritten. Das ist der Nullpunkt der Meridiane. Diese sind wie ein Gitternetzt über die Erde gespannt und verbinden Nord- und Südpol.

Ab 14:45 Uhr wurden wir von Risso Dolphins stundenlang begleitet die immer wieder Kunststücke neben uns gemacht haben, welche von Maxi und seiner Kamera in Filmmaterial verwandelt wurden.

Ich hatte von 13:00 bis 15:00 Uhr Wache, es war sehr windreich aber sonnig. Kurz vor Ende meiner Wache hatten wir ein einmaliges Erlebnis: Ein Hubschrauber der Küstenwache flog auf Deckshöhe ein paar Mal um uns rum und blies etwas Wind in die Segel, was die Crew sehr freute. Nachdem er seine Runden gedreht hatte, flog er wieder Richtung englische Küste davon.

Den restlichen Tag habe ich (Salomon) dann mit Kacper, dem Maschinisten, im Maschinenraum verbracht. Wir haben wie jeden Tag die Dreckwassertanks entleert und die Seewasserentsalzungsanlage gewartet, die Stündlich 350 Liter reinstes Wasser in die Tanks spült (es sei denn die Filter verstopfen). In den nächsten Tagen wollen Kacper und ich (Salomon) das Öl der Hauptmaschine wechseln, was momentan nicht machbar ist, weil die Maschine dank der Flaute permanent am Laufen ist.

Zum Schluss möchte ich Robert (unserem Kapitän) danken, der uns auf unseren ersten 500 Seemeilen sicher geleitet und begleitet hat.

Ahoi noch.

Text von Salomon und Linus A.

Ein letzter Tag in Hamburg

9. Oktober 2021
Position: Elbe (53°34.206’ N 9°40.612’E)
Kurs: Elbmündung (270°)
Zurückgelegte Seemeilen: 19,9 Seemeilen
Wind: Süd 2 Bft. · Luft Temperatur: 14°
Geschwindigkeit: 7,3 kn unter Motor

 

18.05 Uhr: Gerade fahren wir die Elbe entlang zur Elbmündung, um in die Nordsee zu gelangen. Vor gut zwei Stunden haben wir in Hamburg abgelegt. 

Begonnen hat der Tag für uns mit einem „Abandon Ship Drill“ nach dem Frühstück. Da haben wir geübt, wie wir uns in einer Notsituation benehmen und verhalten sollen, wenn es z.B. ein Feuer gibt oder wir eins sehen. Der Koch hatte sich dazu ganz entspannt ein Toast gemacht und dann mit uns besprochen, wo wir hin müssen, damit wir nicht die Crew behindern, wenn sie das Feuer bekämpft.

Nach dem Drill haben wir ein Gruppenbild gemacht, welches leider unscharf geworden ist, da die Kamera verstellt war. Hinterher haben wir das Schiff aufgeräumt, damit wir zum Ablegen stolz sein und es schön präsentieren können. Als wir damit fertig waren, wurden die Duschen der Mädchen von Kacper, unserem Maschinisten, repariert.

Dann kamen auch schon die Eltern und der letzte Abschied begann. Es gab mehrere Reden: von den Schüler:innen, dem Kapitän, dem Leiter der Hermann-Lietz-Schule und von den Eltern. Ich (Pablo) konnte leider nicht alle Reden hören, weil ich mir während des Abschieds den Fuß verletzt hatte und er verarztet werden musste. So konnte ich nur Abschnitte hören.

Die Gangway wird eingeholt
Die Gangway wird eingeholt – gleich legen wir ab.

Als wir gegen 15.45 Uhr losfuhren, haben die Schüler:innen bemerkt, dass sie ihre Eltern und Freund:innen die nächsten sieben Monate nicht mehr sehen werden. Nach etwas Zeit war keiner mehr traurig und alle haben sich auf die Reise, die uns bevorsteht, sehr gefreut. Dann gab es Hühnchen mit Kartoffelspalten und Blumenkohl zum Abendessen. Und jetzt geht es langsam mit den Seewachen los.

Wir fühlen uns alle sehr besonders und gut, weil wir die ganzen Länder sehen dürfen. Und das alles auf einmal in einer Reise, das ist einfach anders und einmalig.

Text: Pablo, Johannes, Salomon

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Ein Nachtrag: 
»von Land« erreichen uns noch einige Bilder, die zeigen, dass nicht nur wir uns von unseren Angehörigen und Freund:innen verabschieden, sondern sie auch von uns! Wir vermissen Euch jetzt schon! 

Die Pier ist voller Menschen

Eltern warten am Elbufer auf die Gulden LeeuwAbendliches Warten am Elbufer um einen letzten Blick auf unser Schiff zu werfen.

die Gulden Leeuw im Sonnenuntergang auf der Elbe
Die Gulden Leeuw vor goldenem Hintergrund am ersten Abend unserer Reise.